Salybia - Schwarzer Sand und echte Kariben: Zum Natururlaub nach Dominica

Schwarzer Sand und echte Kariben: Zum Natururlaub nach Dominica

Von: Bernd Kubisch, dpa
Letzte Aktualisierung:
Kariben/ Natururlaub
Attraktionen auch unter Wasser: Beliebte Tauchreviere gibt es vor allem an der Westküste von Dominica. Foto: dpa

Salybia. Weiße Strände und hohe Kokospalmen schmücken viele Ansichtskarten aus der Karibik. Dunkler Lavasand, ein kochender See, Dschungel mit Papageien sowie echte Kariben, die sich nach ihren Vorfahren Kalinago nennen - das sind dagegen die Motive in Dominica.

Die Insel der Kleinen Antillen bietet Karibik pur: exotische Natur über und unter Wasser, wilde und sanfte Küsten, keine Charterflieger, kein All-Inclusive. Es gibt mehr als 50 Kräuter-Rums und ein gutes Bier. Hopfen und Braumeister kommen aus Bayern. Urlaubsgrüße von der Insel fliegen problemlos nach Deutschland. Ein Brief von Europa nach Dominica landet dagegen nicht selten in Dominicana, spanisch für Dominikanische Republik - die Post arbeitet noch an dem Problem.

Der Blick aus der Gondel ist spektakulär: Hundert Meter tiefer in der Schlucht schäumen fünf kleine Wasserfälle und vereinen sich zwischen Bromelien, Riesenfarnen und hohen Dschungelpalmen mit dem Breakfast River. Ein Spaziergang von der nächsten Station der Seilbahn, „Aerial Tram” genannt, führt über eine leicht schaukelnde Hängebrücke. Das Gleiten durch den Regenwald dauert 90 Minuten.

Die Waldführerin Richelle Sanford zupft ein Blatt ab: „Mein Volk hat schon vor 2000 Jahren Blätter und Kräuter gegen Rheuma, Gliederschmerzen und andere Übel benutzt”, sagt sie. Ihre Vorfahren waren lange vor Kolumbus hier. Noch etwa 3500 wohnen im Osten Dominicas um das Dorf Salybia herum, aus dem die 24-Jährige stammt.

Insgesamt 5000 Ureinwohner leben heute noch auf den Antillen. Zehntausende dieser Kariben starben durch die Eroberer aus Europa. Kalinago Barana Aute, das Kulturdorf dieses Volkes, wurde vor drei Jahren eröffnet. Frauen, die Körbe flechten, Holzboote aus dem Gommier-Baum und Hütten mit Naturfaserdach geben hier Einblicke in die Geschichte und die Sitten der ersten Bewohner der Inseln.

Etwa 360 Flüsse hat die Insel. „365 sind es, für jeden Tag einen”, erzählen die Reiseführer. Hinzu kommen Wasserfälle, schwefelhaltige Tümpel, Heiß- und Kaltwasserquellen. In etlichen Hotelanlagen gurgelt das Wasser durch tropische Gärten und füllt künstliche und natürliche Pools. Die Gäste aalen sich in den Becken und bewundern rot-gelbe Helikonien, Ginger Lilies und Hibiskus.

Das ist die Stärke Dominicas, das auch „Nature Island” heißt: Es gibt kaum Zersiedlung, dafür viel unberührten Regenwald und geschützte Naturreservate. Der Nationalpark Morne Trois Pitons mit dem 1342 Meter hohen Gipfel, Lavakuppeln und kleinen Seen gehört seit 1997 zum Weltnaturerbe der UNESCO. Hart, aber ein Erlebnis, ist eine Tageswanderung über Felsen und Höhenpfade zum „Boiling Lake”: Der Kratersee hat 100 Meter Durchmesser und wird durch vulkanische Tätigkeit fast bis zum Siedepunkt erhitzt.

Die schlichten Holzhäuser haben meist ein grünes Umfeld mit Hibiskus, Palmen, Süßkartoffeln und ein paar Hühnern. Dominica hat nicht den Standard seiner zu Frankreich gehörenden Nachbarn Guadeloupe und Martinique. Armut trübt mancherorts das Öko-Image, Pflanzen überwuchern etliche Schrottautos. Die Bewohner eines Teil des Städtchens Portsmouth stehen in der Kritik: An ihrem Strand häufen sich Dosen, Latten, Plastik und Essensreste, und es stinkt. Auch das schadet dem Image. Schließlich locken Fort Shirley und der nahe Indian River mit vielen Mangroven zu Ausflügen. Die anderen Strände sind sauber und meist vulkanischen Ursprungs.

Dominica bietet viele Wassersportmöglichkeiten und gute Tauchgründe, vor allem an der Westküste. Jährlich 400.000 Kreuzfahrtgäste kommen zur Kurzvisite, aber nur 80.000 Gäste sind es zum Übernachten. Das freut die Dominica-Fans, die keine Massen mögen.

Weitere Informationen: Dominica Tourist Office, Postfach 14 02 23, 70072 Stuttgart (Tel.: 0711/26 34 66 24, E-Mail: Dominica@tropical-consult.de
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