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Rendezvous mit dem „König der Wälder” im Allgäu

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:
füssen hirsche
Immer für ein Rendezvous gut: die „Könige der Wälder” im Allgäu. Foto: dapd

Füssen. Plötzlich geht es nicht weiter. Eingepackt in warme Decken hatten die Besucher während des Ausflugs über verschneite Wiesen und durch kleine schneebedeckte Wälder die herrliche Winterlandschaft des Ostallgäu genossen. Dann war ihr Pferdeschlitten vor einem Zaun am Waldrand stehen geblieben. Es hilft nichts. Sie müssen warten.

Für Autos und Busse endete die Fahrt bereits an der Karbrücke in Brunnen, einem Ortsteil von Schwangau, dem Dorf der bayerischen Königsschlösser. Es gilt gleichzeitig als erster heilklimatischer Kurort der Region. Manche haben die dort auf Kundschaft wartenden Pferdeschlitten und -kutschen ignoriert und sich vom Parkplatz aus zu Fuß auf den ca. zwei Kilometer langen Weg durch den Schnee gemacht.

Auch ihnen bleibt nun nichts anderes übrig, als zu warten. Dann - pünktlich um 15 Uhr - wird das Tor am eingezäunten Waldrand geöffnet. Die Besucher drängen nach vorn. Die Plätze an der Absperrung sind die begehrtesten. Fotoapparate klicken. Denn da kommen sie schon - die Hirsche. Die ersten wagen sich vorsichtig den Hang herunter und steuern zielsicher auf die Lichtung zu. Plötzlich brechen ganze Rudel aus dem Wald hervor.

Delikatessen für den „König der Wälder”

Ein derartiges Rendezvous mit dem „König der Wälder” gibt es nur im Winter, wenn Schnee liegt, etwa ab Weihnachten bis in den März hinein, dafür täglich. Hier am Bannwaldsee befindet sich eine der größten öffentlichen Rotwildfutterstellen des Ostallgäu. Es ist alles gut organisiert, damit man aus nächster Nähe die Tiere beobachten kann. Hunde sind nicht zugelassen. Denn Ruhe ist geboten. Jede ungewohnte Bewegung, jeder scharfe Laut würde das zu erwartende Naturschauspiel zunichte machen, erklärt später Jagdaufseher Kuno Rinke.

Das Warten hat sich für die Besucher gelohnt. Auch wenn sie hinter einer Absperrung bleiben müssen, kommen sie auf kurze Distanz an den Futterplatz heran. Der Eintritt ist frei. Aber wenn der Hut des Jagdvorstehers herumgeht, spenden viele gern etwas Geld für den Futterkauf. Die Absperrungen seien nötig, damit sich die Hirsche stressfrei dem Futterplatz nähern können, erläutert Rinke. Das Rotwild umringt bereits in dichten Trauben die Futterraufen, enthalten sie doch Delikatessen wie Heu, Grummet, Äpfel, Kleie und Futterrüben. Es ist nicht leicht, den kapitalen Hirsch mit dem ausladenden Geweih vor die Linse zu kriegen, brummelt ein Fotograf. Auch das junge Rotwild will nicht vor der Kamera posieren, sondern wendet sich ganz egoistisch dem Fressen zu.

Fasziniert lauschen die Besucher den Ausführungen des Jagdaufsehers. Viel Wissenswertes über Wild und Wald ist von ihm zu erfahren. Warum ausgerechnet die Fütterung in Schwangau so gut von den Hirschen angenommen wird, will eine ältere Frau wissen. Die Tiere folgen ihrem natürlichen Überlebensinstinkt, ist die einfache Antwort. Im Herbst zog das Rotwild schon immer aus den Bergen zur Futtersuche ins schneefreie Tal, um dort zu überwintern. Die heutige Futterstelle im Wald zwischen Brunnen und dem Bannwaldsee in Blickweite zum Forggensee liegt am ehemaligen Wildwechsel zu den einst mit Gras und Kräutern bewachsenen Lechauen. Durch das Aufstauen des Forggensees vor rund 50 Jahren wurden die fruchtbaren Auen überschwemmt und Wege zu anderen Winterrevieren versperrt.

Wintererlebnisse in traumhafter Kulisse

Es sieht so aus, als würden die Jungtiere freiwillig den Platz an den Raufen für die Leittiere räumen. Manchmal kommt es vor, dass stärkere Tiere schwächere abdrängen oder dass ein junger Hirsch Revierkämpfe austrägt. Die Rangordnung der Tiere werde eingehalten, beruhigt der Jagdaufseher. Er und seine Leute von der Jagdgenossenschaft Schwangau sind stolz, die einzige freie Wildfütterung der Hegegemeinschaft Ammergebirge zu betreuen. Denn das Wild kann die Futterstelle ungehindert betreten und auch wieder verlassen.

Da lichten sich schon die Reihen - sowohl bei den Tieren als auch bei den Besuchern. Die einen sind satt. Die anderen locken offensichtlich Wintererlebnisse anderer Art in der traumhaften Kulisse des sogenannten Königswinkels, wo Berggipfel märchenhaft in der Sonne glitzern. Das ausgedehnte Loipennetz rund um Füssen zwischen Seen und Bergen zieht Schneeschuhwanderer und Langläufer an.

Wanderungen auf den Spuren des Märchenkönigs

Zum Aufwärmen besuchen manche die Kristalltherme Schwangau, andere die Königsschlösser. Das Schloss Hohenschwangau liegt direkt gegenüber von Schloss Neuschwanstein. Einst diente es der königlichen Familie als Sommerresidenz und war die Kinderstube Ludwigs II. (1845-1886). Besonders in seinem 125. Todesjahr schließen sich wieder viele Besucher geführten Wanderungen auf den Spuren des Märchenkönigs an.

Wieder andere fahren mit der Bergbahn auf den Tegelberg (1.720 m) im größten Naturschutzgebiet Bayerns, dem Ammergebirge. Vom Aussichtsgipfel genießen sie das 360-Grad-Panorama mit Blick auf die Schlösser, Seen und Orte des Alpenvorlandes. Auch der Startplatz für Drachenflieger und Paraglider, die bei guter Thermik auch im Winter fliegen, ist zu sehen. Manche machen einen Abstecher nach Füssen für einen Altstadtbummel, zum Shopping oder Museumsbesuch. Für die ganze Familie findet sich ein passendes Wintermärchen.

Anreise:

- Auto: BAB A 7, B 310, B 16, B 17 (Romantische Straße), B 179 (Österreich)

- Bahn: stündliche Zugverbindungen von München und Augsburg

- Flug: Flughäfen Allgäu Airport Memmingen 60 km, München 160 km, Stuttgart 210 km

Anfahrt zur Wildfütterung am Bannwaldsee: Per Auto bis zum Parkplatz bei der Karbrücke in Schwangau-Brunnen, von dort bis zum Futterplatz entweder zu Fuß in 30 bis 40 Minuten oder per Pferdeschlitten bzw. -kutsche (Abfahrt ca. 14.00 Uhr ab Karbrücke, Anmeldung: Kutschbetrieb Josef Kotz, Tel.: 08362-8581, oder ca. 13.45 Uhr ab Schwangau, Unterdorf 5, Anmeldung hier: Kutschbetrieb Otto Kotz, Tel.: 08362-8094)

Wanderrouten: 300 km präparierte Loipen für Langläufer aller Schwierigkeitsgrade, 50 km geräumte Winterwanderwege im Ortsgebiet Füssen, 200 km Wanderwege, http://www.allgaeu-aktiv.com, http://www.buchenberg-alm.de

Der Füssener Skibus steuert bis Ende März täglich ein anderes Skigebiet an. Die Allgäuer Skiorte Pfronten, Nesselwang und Oberjoch stehen ebenso im Fahrplan wie der Reuttener Hahnekamm und das Tannheimer Tal in Tirol.

Königsschlösser Neuschwanstein und Hohenschwangau: http://www.ticket-center-hohenschwangau.de

Kristalltherme Schwangau: http://www.kristalltherme-schwangau.de/

Fahrt mit der Bergbahn auf den Tegelberg (1720 m): Aussichtsgipfel mit 360-Grad-Panorama, http://www.tegelbergbahn.de

Füssen: Altstadtbummel, Shopping, Museen etc., http://www.fuessen.de

Füssen Tourismus und Marketing, Kaiser-Maximilian-Platz 1, 87629 Füssen, Tel.: 08362-9385-0, Fax: -20, E-Mail: tourismus@fuessen.de http://www.tourismus-fuessen.de

KönigsCard: Mit der All-Inclusive-Gästekarte, die man geschenkt bekommt, wenn man seine Unterkunft bei einem der über 70 KönigsCard-Partnerbetriebe bucht, gibt es mehr als 150 Gratisleistungen aus Natur, Kultur, Sport und Freizeit im Ostallgäu, Tirol und dem Ammergebirge, darunter Bergbahnen und Lifte, Bäder, Museen, die Schifffahrtslinie auf den Forggensee und Veranstaltungs- und diverse Freizeitangebote. http://www.Koenigscard.com

(Die Recherche wurde von Füssen Tourismus unterstützt.)
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