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Reisen trotz Krise: Die ITB als Ideengeber

Von: Dirk Averesch, dpa
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ITB
Gedrängel in den Hallen: Die Stände der Aussteller verteilen sich bei der ITB über 160.000 Quadratmeter. Foto: dpa

Berlin. Die Krise hinterlässt ihre Spuren bei der Urlaubsplanung. 2009 halbierte die Zahl der deutschen Touristen, die eine Last-Minute-Reise buchten. Das ergab eine Studie des Marktforschungsinstituts Ulysses in München. Völliger Verzicht kommt für die reisefreudigen Deutschen aber auch in schwierigen Zeiten nicht infrage.

Stattdessen legen die Bundesbürger nun wieder mehr Wert auf Solidität und Sicherheit, heißt es in der Studie. Die Bedeutung der langfristig organisierten Haupturlaubsreise sei gestiegen. Gelegenheit zur gewissenhaften Planung bekommen die Verbraucher auf der Reisemesse ITB in Berlin (10. bis 14. März).

Trotz der Krise muss kein ITB-Besucher fürchten, durch halbleere Messehallen streifen zu müssen. „Die wichtigste und gute Nachricht ist, dass wir keinen Rückgang erwarten”, sagt ITB-Sprecherin Astrid Ehring. Die Besucher könnten wie im Vorjahr mit 11.000 Ausstellern aus 180 Ländern rechnen - auch wenn die Stände diesmal ungewöhnlich spät gebucht worden seien.

Für die Privatbesucher stehen bei der ITB Inspiration und Beratung im Vordergrund. „Man kann in den Messehallen eine Reise rund um die Welt machen”, erklärt Thorsten Schäfer, Sprecher des Deutschen Reiseverbandes (DRV). Für viele Privatbesucher, denen das Gelände mit seinen 160.000 Quadratmetern Ausstellungsfläche in 26 Hallen am 13. und 14. März offen steht, sei die ITB ein wichtiger Impulsgeber.

Neu ist ein eigener Bereich für Zentralasien in Halle 7.2b. Dort stellen sich Länder wie Usbekistan oder Tadschikistan vor. „Die haben für Reiseverwöhnte noch viel Entdeckungspotenzial”, sagt Ehring. Die Asien-Halle 26 habe die Messegesellschaft aber trotz dieser Auslagerung mühelos füllen können. Indonesien und Thailand hätten ihre Ausstellungsflächen „extrem vergrößert”. Auch in der Afrika-Halle 21/22 drängten sich die Aussteller. Und Indien in Halle 5.2b hätte gerne mehr Fläche gebucht, als die Messe anbieten konnte.

Erstmals in einem eigenen Segment zusammengefasst wurde der Bereich „Gay & Lesbian Travel”: In einem Pavillon in Halle 2.1 stellen die International Gay & Lesbian Travel Association (IGLTA), ihre Mitglieder und andere Anbieter Reiseangebote für Schwule und Lesben vor - einen Bereich, der als Wachstumsmarkt gilt.

Auch das Segment „Mobile Travel Services” in Halle 7.1c gibt es erstmals. Dort geht es um Technologien für Online-Buchungen, E-Tickets, Navigation und mobile Reiseführer. Mit etwas Glück bekommen gestresste Messebesucher auf der Wellness-Bühne in Halle 16 eine Massage.

ITB-Premiere feiert die ostchinesische Millionenstadt Wuxi, die am Tai Hu, dem drittgrößten Binnensee Chinas, liegt. Ein „Wiederkehrer”, der seit 1991 nicht mehr auf der ITB war, ist die nordostafrikanische Republik Dschibuti an der Meeresstraße zwischen dem Rotem Meer und dem Golf von Aden. Zum ersten Mal findet auch eine ITB-Abschlussfeier statt. Bei den „Delphischen Spielen” werden verschiedene Länder in einem bunten kulturellen Wettstreit gegeneinander antreten.

Bewährtes wie das „Career Center” für Jobsuchende in Halle 5.1 bleibt. Dem gut gehenden Kreuzfahrt-Segment entsprechend sei das Projekt „Meerarbeit” besonders erfolgreich. Dort wird Fachpersonal für die schwimmenden Hotels vermittelt. Viele Personalverantwortliche der Reedereien seien in Berlin und hätten konkrete Jobs im Angebot.

In Halle 4.1 (Stand 118a) startet am 13. März um 16 Uhr ein offenes Casting für 250 Sport- und Kinderanimateure. Kontakt zu den größten Tourismusunternehmen werden Arbeitssuchende auf der ITB aber eher nicht bekommen: „Die großen Veranstalter sind schon seit Jahren nicht mehr mit großen Ständen auf der ITB”, sagt Ehring. Die Einkäufer von TUI, Thomas Cook oder auch der Lufthansa empfangen meist nur Geschäftspartner in abgetrennten Lounges.

3000 Quadratmeter Standfläche in der Halle 3.2 hat die Türkei als diesjähriges Partnerland der Messe gebucht. Dort erwarten Besucher unter anderem ein Restaurant und Basar-Läden. Eine Tanz-Show und ein Nachbau des Portals der Divrigi Ulucami Moschee, des ältesten Baudenkmals des Islam in Anatolien, sollen den Kulturreichtum es Landes zeigen. Auch die Präsentation Istanbuls als eine der drei Europäischen Kulturhauptstädte 2010 nimmt deshalb breiten Raum ein. Turkish Airlines lädt an Stand 201 zum Takeoff in einem Boeing 777-Flugsimulator ein.

Für die Türkei könnte das Reisejahr 2010 zu einem Erfolg werden: Das Land stehe davor, Italien von Platz zwei der beliebtesten Auslandsreiseziele der Deutschen verdrängen, ergab die neue Tourismusanalyse der BAT Stiftung für Zukunftsfragen. Demnach wollen 4,8 Prozent der Deutschen, die Urlaubsreisen von mindestens fünf Tagen Dauer planen, diesmal die Türkei besuchen. Nach Italien zieht es „nur” noch 4,0 Prozent. Bei den Last-Minute-Reisen hat die Türkei Italien laut Ulysses-Studie bereits 2009 vom zweiten Platz verdrängt.

„An den großen Besucherströmen wird sich nichts ändern”, sagt DRV-Sprecher Schäfer. „Der Winter bleibt die Domäne der Fernreise, im Sommer ist das Mittelmeer gefragt.” Das Reiseziel Nummer eins der Deutschen ist nach wie vor Spanien. Allerdings werden die Urlauber mehr denn je versuchen, die Kosten im Griff zu halten, glaubt Schäfer: „Gereist wird weiterhin - fragt sich nur zu welchem Preis.”


Reisemesse ITB in Berlin

TERMIN: Die ITB 2009 dauert vom 10. bis 14. März. Privatbesucher dürfen am 13. und 14. März von 10 bis 18 Uhr aufs Messegelände.

ANREISE: Die S-Bahn-Linien 5, 7, 9, 41, 42, 46 und 75 führen zu den Haltestellen Westkreuz, Messe Süd und Messe Nord/ICC, die direkt am Messegelände liegen. Wer mit der U-Bahn-Linie 2 anreist, muss im Bahnhof Kaiserdamm aussteigen.

EINTRITTSPREISE: Tagestickets kosten für Privatbesucher 14 Euro, im Online-Vorverkauf 12 Euro. Schüler und Studenten zahlen 8 Euro.

INTERNET: http://www.itb-berlin.de

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