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Reiselust der Nordrhein-Westfalen steigt wieder

Von: Stefan Säemann, ddp
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Düsseldorf. Reisebüro-Besitzer und Reiseveranstalter in Nordrhein-Westfalen können aufatmen. Viele Menschen lassen sich offenbar ihre Reiselaune nicht länger von der Wirtschaftskrise vermiesen. Die Zahl der Buchungen zieht nach dem Einbruch im vergangenen Jahr wieder an.

Doch der Optimismus ist verhalten, wie eine ddp-Umfrage ergab. Stefan Suska vom Duisburger Reiseveranstalter Alltours jedoch freut sich uneingeschränkt: „Die Zeit der Zurückhaltung ist vorbei.” Gegenüber dem Vorjahr hätten die Buchungen seit Jahresbeginn „im zweistelligen Prozentbereich” zugelegt. Reiseziele Nummer eins im Sommer seien wie gewohnt die Mittelmeerländer. Über Plan lägen unter anderem die Malediven.

Nachdem im Vorjahr in den umsatzstarken Frühbuchermonaten im Winter das Geschäft spürbar eingebrochen sei, stellt Suska nun fest: „Die Leute wollen wieder verreisen.”

Cornelia Sommersfeld, Mitarbeiterin eines Reisebüros in Münster, sagte, viele Menschen ließen sich in ihren Urlaubsplanungen nicht mehr von wirtschaftlichen Unwägbarkeiten ausbremsen. Zudem würden viele Reiseversicherungen neuerdings Arbeitslosigkeit als Rücktrittsgrund anerkennen. „Die Menschen trauen sich wieder, längerfristig zu planen.”

Sie selbst sei angesichts des Januargeschäfts positiv überrascht gewesen, sagt Sommersfeld. Allerdings schränkt sie ein: „Die Zahlen bleiben noch hinter den Vor-Vorjahren zurück.” Eine große Nachfrage gebe es derzeit nach Zielen in Ägypten, der Türkei und in Tunesien - wegen der vielen All-Inclusive-Angebote. Gerade Familien schätzten diese, weil die Kosten kalkulierbarer seien.

Das Reisebüro Travelline in Herten verzeichnet schon seit November ein Buchungsplus von fünf Prozent. „Das neue Jahr wird gut”, sagt Dietmar Broll von Travelline und schiebt nach einer kurzen Pause hinterher: „Vielleicht”. Auch bei ihm boomen Reisen nach Ägypten. Stark im Kommen seien außerdem „Kreuzfahrten für jedermann”. Nach Angaben des Deutschen Reiseverbands laufen dieses Jahr zehn neue Kreuzfahrtschiffe vom Stapel.

Auch die Reisegalerie in Siegen startete gut ins neue Jahr. „Der Januar lief sehr gut”, berichtet Inhaber Martin Tascioglu. Insbesondere falle auf, dass wieder vermehrt Familien Reisen buchten. Im Krisenjahr 2009 hätten diese sich besonders zurückgehalten. Aber auch Tascioglu warnt vor „voreiliger Freude”. Das Jahr habe erst begonnen.

Rückblickend macht Tascioglu für das maue Geschäft im Jahr 2009 die Abwrackprämie verantwortlich: „Entweder die Leute fahren in den Urlaub oder sie kaufen ein Auto - in diesem Jahr ist wohl wieder Urlaub angesagt.”

Aber nicht alle Reiseverkäufer können von der wiedergekehrten Reiselaune profitieren. Emil Schniewind vom gleichnamigen Reisebüro in Köln zeigt sich pessimistisch: „Die Krise wird dieses Jahr noch härter durchschlagen als 2009.” Seine Mitarbeiter stellten bei den Kunden nach wie vor eine „allgemeine Zurückhaltung” fest. Im Januar habe er ein Minus von 15 Prozent verkraften müssen.

Die Sprecherin des Deutschen Reiseverbands, Sibylle Zeuch, ist dagegen sicher: „Die Deutschen bleiben Reiseweltmeister.” Eine unlängst veröffentlichte Studie der Stiftung für Zukunftsfragen scheint dies zu bestätigen: 42 Prozent der Bundesbürger planen demnach fest, 2010 eine Reise zu unternehmen. Und jeder Neunte will sogar zwei oder mehr Reisen machen. Zwölf Prozent sind noch unsicher.
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