Bonn - Rasanter Spaß mit Nebenwirkungen für die Natur: Jetski-Fahren

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Rasanter Spaß mit Nebenwirkungen für die Natur: Jetski-Fahren

Von: Elke Gersmann, ddp
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Jetski
Wassermotorräder, besser bekannt als Jetski, sind für die einen ein Spaß, für andere ein Ärgernis. Das liegt vor allem am hohen Lärmpegel. Auch die Natur leidet unter den PS-starken Wasserfahrzeugen. Besonders Tiere können durch die rasanten Fahrten auf dem Meer, einem See oder einem Fluss beeinträchtigt werden. Foto: ddp

Bonn. Wassermotorräder, besser bekannt als Jetski, sind für die einen ein Spaß, für andere ein Ärgernis. Das liegt vor allem am hohen Lärmpegel. Doch was oft nicht bedacht wird: Auch die Natur leidet unter den PS-starken Wasserfahrzeugen. Besonders Tiere können durch die rasanten Fahrten auf dem Meer, einem See oder einem Fluss beeinträchtigt werden.

„In erster Linie werden sie durch den Lärm in ihrem Verhalten und ihrer Lebensweise gestört”, sagt Michael Pütsch vom Bundesamt für Naturschutz (BfN). Sie flüchten oder meiden das betreffende Gebiet vollständig, wodurch ihnen beispielsweise Brut-, Nahrungs- oder Rastplätze verloren gehen können.

Auch die artspezifische Kommunikation könnte leiden: „Die Laute zur Anlockung eines Partners, zur Revierabgrenzung, zur Warnung vor Feinden oder für die Verständigung zwischen Alttieren und ihren Jungen können durch den Lärm überdeckt werden”, erläutert Pütsch.

Dafür müsse nicht einmal direkt durch das sensible Gebiet gefahren werden. Selbst für menschliche Ohren wirken die Jetski-Geräusche in 500 Metern Entfernung noch störend.

Das gilt laut Pütsch nicht nur über Wasser. Insbesondere Meeressäuger wie Delfine können durch den von Jetskis verursachten Unterwasserschall stark bei der Kommunikation und Orientierung beeinträchtigt werden. Nicht nur am direkten Ort des Geschehens, sondern über Kilometer hinweg.

Ein weiterer Störfaktor sind optische Reize wie Reflektionen und Bewegungen. „Besonders die hohen Geschwindigkeiten und die schnellen Richtungsänderungen sind für Tiere problematisch, da diese für sie überraschend kommen und nicht kalkulierbar sind”, sagt der Experte vom BfN.

Vögel werden aufgescheucht und wissen dann beispielsweise nicht, wohin sie flüchten sollen. „Störungen können bei Wasservögeln oder Meeresbewohnern grundsätzlich zu Stress, verändertem Aktivitätsmuster und durch das Fluchtverhalten zu Energieverlusten führen”, sagt Pütsch zusammenfassend.

Einen besonders sensiblen Lebensraum stellt die Ufervegetation dar. Sie kann durch den vom Jetski ausgelösten Wellenschlag geschädigt werden. Röhrichte, die in Deutschland zu den gesetzlich geschützten Biotopen gehören, reagieren darauf besonders empfindlich. Wo es diese artenreichen Schilfgürtel gibt, sollte man auf Fahrten mit einem Jetski ganz verzichten, appelliert Pütsch.

Fahrten mit Jetskis werden in vielen Urlaubsorten im In- und Ausland angeboten. Wer sich solch ein Wassermotorrad ausleiht, will Spaß. Das Argument, dass es sich schließlich meist nur um eine einzige Fahrt handelt, lässt der Experte nicht gelten. „Würde es sich wirklich nur um diese eine Fahrt handeln, wären wohl keine negativen Auswirkungen zu befürchten. Doch in der Realität sieht es in der Regel anders aus.” Die Nachfrage bestimme das Angebot.

Man sollte sich die Frage stellen, ob man eine Sportart überall dort ausüben muss, wo es möglich ist, gibt Pütsch zu bedenken. Durch Jetskis, die in Ufernähe hin- und herbrausen, könne ein Gebiet regelrecht verlärmt werden. „Das stört dann auch die Menschen, die sich entspannen wollen und Erholung suchen.
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