Athen - Ostern in Griechenland und auf Zypern: Ausdauer ist gefragt

Ostern in Griechenland und auf Zypern: Ausdauer ist gefragt

Von: Takis Tsafos, dpa
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Zypern
Treffpunkt Lazaruskirche in Larnaka auf Zypern: Am Samstag vor dem Beginn der Karwoche zieht eine Prozession von hier aus durch die Altstadt. Foto: dpa

Athen. Wer noch keine Ostern in Griechenland gefeiert hat, kann nicht behaupten, er kenne unser Land, sagen viele Griechen. Denn Ostern ist immer etwas Besonderes. In diesem Jahr feiern es sogar alle Christen gleichzeitig. Das ist selten: Die orthodoxen Kirchen halten im Zusammenhang mit Ostern am julianischen Kalender fest.

Ostern wird nach dem ersten Frühlingsvollmond gefeiert. Da im julianischen Kalender der Frühling 13 Tage später als im gregorianischen beginnt, fällt für die orthodoxen Kirchen der Ostersonntag fast immer auf einen späteren Zeitpunkt - dieses Jahr nicht.

Besucher, die Ostern in Griechenland oder auf Zypern mitfeiern wollen, müssen aber Ausdauer mitbringen: Während der gesamten Osterwoche werden in allen Kirchen Messen zelebriert, die mehrere Stunden dauern. Dabei werden die letzten Tage des Lebens Jesu vom Palmsonntag bis zur Kreuzigung und der Auferstehung bildlich nachgestellt. Die längste Messe ist am Gründonnerstag: Sie dauert fast vier Stunden.

Dabei werden alle Lichter gelöscht, ein großes Kreuz wird in absoluter Stille durch die Kirche getragen. Am Karfreitag folgt eine Prozession durch die Straßen der Gemeinden. Der „Epitaph” - ein bildliches Grab Jesu - wird durch die Straßen der Gemeinden getragen.

Wohl am schönsten ist diese Prozession auf der Kykladeninsel Syros. Dort ist seit dem Mittelalter etwa die Hälfte der Bevölkerung katholisch. Die Prozessionen der orthodoxen und katholischen Gemeinden in der Inselhaupstadt Ermoupolis treffen sich am Hafen, und alle Christen gedenken gemeinsam des Todes Jesu.

Die Feiertage werden mit der Familie verbracht, so wie in Deutschland zu Weihnachten. Zu keiner anderen Jahreszeit herrscht so ein reger Verkehr auf den Straßen des Landes. Tausende Menschen strömen in ihre Herkunftsorte, um zusammen mit der Familie zu feiern.

Dabei wird gefastet, von Tag zu Tag strenger. Strenggläubige fasten schon 40 Tage vor Ostern. Die Mehrheit beschränkt sich auf die Karwoche, die in Griechenland „Große Woche” genannt wird. Am Montag, Dienstag und Mittwoch vor Ostern wird kein Fleisch gegessen. Von Gründonnerstag an wird auch kein Öl mehr zu sich genommen. Am Karfreitag wird auf alles verzichtet, was mit Genuss und Vergnügen zu tun hat - inklusive Sex.

Am Samstag um Mitternacht dann die Erlösung, die Priester verkünden: „Christus ist auferstanden.” „Er ist wahrhaftig auferstanden”, erwidern die Gläubigen. Dazu wird ein großes Feuerwerk gezündet. Unwissende könnten den Eindruck gewinnen, die Griechen begrüßen ein neues Jahr. Auf einigen Inseln wie auf Kalymnos zünden junge Leute Dynamit. Die Detonationen hallen durch weite Teile der Ägäis.

Gegessen wird Lammfleisch am Spieß, dazu wird viel Rotwein getrunken. Weiter geht es mit Gerichten, die nicht jedermanns Geschmack sind, darunter das „Kokoretsi”, das aus Innereien und dem Darm von Lämmern besteht. Oder die „Mageiritsa”, eine Innereien-Eier-Suppe, die für westeuropäische Nasen häufig eigenartig riecht. Jeder Fremde, der vorbeikommt, wird eingeladen. An diesem Tag des Jahres darf niemand allein sein, so will es die Tradition. Gefärbte Eier, meistens rot, gibt es auch hier.

Informationen: Griechische Fremdenverkehrszentrale, Neue Mainzer Straße 22, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/257 82 70, www.gnto.gr).
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