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Mit Erfolg auf Sand gesetzt: Imagewandel im Nordwesten der „DomRep”

Von: Bernd Kubisch, dpa
Letzte Aktualisierung:
„DomRep”
Hier machen die Surfer Urlaub: Auch der Strand von Cabarete in der Dominikanischen Republik ist mit frischem Sand aufgespült worden. Foto: dpa

Puerto Plata. Mehr Sand am Strand, mehr Grün, neue und modernisierte Hotels, weniger Abfall am Straßenrand und ein gestiegenes Umweltbewusstsein: Der Nordwesten der Dominikanischen Republik um Puerto Plata und Sosua hat wieder an Attraktivität gewonnen.

Vor gut zehn Jahren war die Region durch Billigpreise in die Schlagzeilen geraten. Dann fehlte das Geld für Investitionen, und etliche Hotels und Strandabschnitte schmuddelten vor sich hin. Doch die Region hat inzwischen die Trendwende geschafft.

Anders als in den kostspieligeren Ferienzentren Punta Cana und Cap Cana im Osten des Landes, die attraktivere Strände haben und die am Reißbrett geplant wurden, pulsiert im Norden noch das ursprüngliche dominikanische Leben. Fischer hauen krachend ihre Dominosteine auf wackelige Bartische, in den meisten Discos tanzen mehr Einheimische als Urlauber. Kleinbusse und Sammeltaxis stoppen auch außerhalb der Dörfer auf Handzeichen.

Die Region bietet für jeden Geschmack und Geldbeutel etwas: Neben „Alles-inklusive”-Anlagen - edel oder auch preiswert - gibt es Gästehäuser, in denen die Zimmer ab 16 Euro pro Nacht kosten. Für die Suite im luxuriösen Boutique-Hotel mit Badewanne auf der Privatveranda werden dagegen l000 Euro fällig.

Vor zehn Jahren war ein Spaziergang am Meer bei Puerto Plata aber noch eine Enttäuschung: wenig Sand am Strand, Schmutzwasser im Meer, Büchsen und Plastikabfall am Straßenrand. Heute ist der „Long Beach” sauber und breiter. Einige 100.000 Kubikmeter Sand wurden von Sandbänken weiter östlich durch große Rohre hierher gepumpt. Wer will, kann etliche Kilometer vom Stadt-Strand bis zum Ferienzentrum Playa Dorada spazieren. In die älteste Ferienanlage des Landes mit 14 Hotels und mehr als 4000 Zimmern, Golfplatz, Discos und Läden wurde ebenfalls viel investiert. Auch dieser Strand bekam eine kräftige „Sandspritze”, ebenso der am Surferdorf Cabarete. Sosua soll folgen.

Besonders am Sonntagnachmittag geht es am „Long Beach” lebhaft zu. Teenager machen zu Merengue-Musik ein Tänzchen, Großfamilien picknicken unter knorrigen Seetraubenbäumen. Pavillons laden mit eiskaltem Bier, Rum und Grillfisch zur Einkehr. Vor der restaurierten Festung San Felipe am westlichen Ende der Promenade flirten junge Leute. Durch Schießscharten fällt der Blick auf den Hafen der Stadt und das weite Karibikmeer. „Unser Malecon ist nun wirklich schön. Ganz Puerto Plata hat sich gewandelt”, sagt José Camacho, der Eigentümer eines Restaurants, der zufrieden am Rotwein nippt.

In einem preiswerten Hotel in Playa Dorada schließt um Mitternacht eine der Bars. Einige angetrunkene Engländer sorgen für Ärger. Die drei Barkeeper bleiben aber freundlich. Später sagt einer: „Wir dürfen keine Gäste verprellen.” Nur fünf Minuten zu Fuß entfernt entspannt sich zeitgleich ein Paar beim Champagner am Pool. Das abgesenkte Ende des Beckens vermittelt den Eindruck, das Wasser und der helle Schein des Mondes gingen nahtlos ins Meer über. „Viele hatten uns vor drei Jahren für verrückt erklärt, weil wir hier so ein nobles Hotel errichteten”, sagt Generalmanager Roberto Casoni. Aber die Region und der Tourismus hätten eine gute Zukunft, schätzt Casoni, der in der regionalen Hotelvereinigung mitarbeitet.

Sosuas „In-Treff” heißt derzeit „El Flew”. Das Nachtleben der Stadt ist allerdings ruhiger als früher: Anwohner beschwerten sich, einige „Señorita”-Bars mussten schließen. Schon lange vor Mitternacht werden im nahen Cabarete die Bürgersteige hochgeklappt: „Surfer gehen früh ins Bett, um morgens fit zu sein”, sagt Claudia Schwarz. Die Düsseldorferin lebt seit 20 Jahren hier und leitet heute ein kleines Hotel. Spektakulär ist in Cabarete ein Abendspaziergang über den weiten, feinsandigen Strand: Mond und Sterne strahlen dort mit den Kerzen, Lampen und Lampions der „Restaurantmeile” um die Wette.

Noch hat der internationale Flughafen von Puerto Plata nach Punta Cana die meisten Urlauberankünfte der „DomRep”. Das könnte sich aber ändern, wenn der neue Airport der Halbinsel Samana im Nordosten des Landes besser ins Geschäft kommt - auch dort wird kräftig investiert.

ANREISE UND FORMALITÄTEN:
Nach Puerto Plata fliegen unter anderem die Condor (ab Frankfurt/Main) sowie LTU/Air Berlin (ab Düsseldorf und München). Eine Alternative ist die Anreise über Santo Domingo, von dort aus sind es im Auto gut drei Stunden bis in den Nordwesten. Deutsche benötigen einen noch mindestens sechs Monate gültigen Pass.

KLIMA UND REISEZEIT:
Ganzjährig Tropenklima. Die Temperaturen liegen im Schnitt bei 27 Grad. Im Sommer ist es heißer und feuchter als im Winter. Etwa von August bis Oktober muss in der Region immer mit einem Hurrikan oder seinen Ausläufern gerechnet werden.

WÄHRUNG:
Ein Euro sind etwa 47 Dominikanische Peso (Stand: Februar 2009). Mit Kreditkarten gibt es Bargeld an vielen Geldautomaten.

Fremdenverkehrsamt der Dominikanischen Republik, Hochstraße 54, 60313 Frankfurt (Tel.: 069/91 39 78 78, E-Mail: domtur@aol.com)
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