Bad Tölz - Märchenhafter Isarwinkel: Winter mit allen Facetten im Tölzer Land

Märchenhafter Isarwinkel: Winter mit allen Facetten im Tölzer Land

Von: Cornelia Höhling, ddp
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Bad Tölz. Karl-Heinz Bille steht auf der Brücke und lässt die Puppen tanzen. Genau genommen ist es im Moment nur eine, die er an der „langen Leine” hält.

Sie treibt ihren Schabernack mal hier, bald da und setzt sich schließlich einem Herrn auf den Schoß. Bille selbst steht die Freude an diesem Spiel ins Gesicht geschrieben. Es ist einfach faszinierend, welche Kunststückchen der Marionettenführer über die fast drei Meter langen Fäden mit dem Kasperl vollbringen kann. Wir erleben ihn backstage auf der Spielerbrücke des traditionsreichen Tölzer Marionettentheaters.

Der normale Besucher sitzt natürlich im Zuschauerraum. Und es sind nicht nur Einheimische und keineswegs nur Kinder. Viele kommen von ganz weit her, um eine der über 150 Vorstellungen pro Jahr zum Teil nur für Erwachsene zu erleben. Als der Apotheker Georg Pacher 1908 für Freunde und Familie ein kleines Heim-Theater einrichtete, ahnte er sicher nicht, dass das der Grundstein für eine nunmehr über 100-jährige Tradition sein würde. Doch längst ist Weihnachtsstimmung in Bad Tölz ohne Märchen kaum noch denkbar.

Dabei haftet dem oberbayerischen Kur- und Urlaubsort selbst etwas Märchenhaftes an. Schon 1182 wurde die wichtigste Stadt des Isarwinkels, die bald durch die Flößerei und den Salzhandel zu Wohlstand gelangte, gegründet. Am rechten Flussufer erstreckt sich die malerische Altstadt, am linken das Bade- und Kurviertel für Jodquellen-Trink- und Badekuren sowie Moortherapien und das Bade- und Freizeit-Center Alpamare. Am Waldrand erinnert das stattliche Landhaus der Familie Thomas Mann an eine lange Schaffensperiode des großen Schriftstellers.

Seit dem 17. Jahrhundert zieht sich die Marktstraße, in der es in der Adventszeit nach Zimt und heißen Maroni duftet, den Hang hinauf. Mit den bunten Fresken an ihren Häuserfassaden - der Lüftlmalerei nebst ihren Sinnsprüchen - zählt sie zu den schönsten Straßenzügen Bayerns. Besonders die Hausnummer 48 zieht Gäste in ihren Bann. Dahinter verbirgt sich das Heimatmuseum der Stadt - Geschichte und Kunsthandwerk auf fünf Etagen. In den vorweihnachtlichen Lichterglanz des Christkindlmarktes gehüllt, erscheint auch das nostalgische Dampfkarussell am Marienbrunnen wie aus dem Märchen.

Mit unverwechselbarer Bergkulisse und einer bezaubernden Schneelandschaft präsentiert sich schließlich die gesamte Umgebung als wahres Wintermärchen. Ob alpine Höhenflüge oder Schnee-Erlebnisse der romantischen Art - jeder findet seinen Pistenspaß. 112 Kilometer schneesichere Loipen präpariert das Tölzer Land jeden Winter. Für alle, die inspiriert vom Wintermärchen „Die klingende Weihnachtskugel”, in dem Kasperl einen Ausflug zum Mond unternimmt, als Alpinskifahrer hoch hinaus wollen, gibt es 30 Kilometer Pisten am 1553 Meter hohen Brauneck. Es ist bequem mit der Kabinenbahn zu „erklimmen” und ermöglicht eine Fernsicht bis zur Zugspitze und zum Großglockner.

Schöne Winterwanderwege führen rund um Bad Tölz etwa auf den Blomberg (1248 Meter). Dort laden eine fünf Kilometer lange Skiabfahrt und die längste Naturrodelbahn Deutschlands zu rasanten Talfahrten ein. Die am Hang wedelnden Skifahrer scheinen wie die Marionetten Karl-Heinz Billes über ein unsichtbares Führungsholz und lange Fäden fremdem Willen zu folgen. In dem nur 50 Kilometer von München entfernten Skigebiet können sich Ski- und Snowboardfans sogar bei Flutlicht und Musik auf der Piste tummeln. Moderne Schneeanlagen sorgen stets für optimale Schneebedingungen. Riesengaudi verspricht der „Blomberg-Blitz”. Nach der Auffahrt mit dem Sessellift und dem Aufwärmen im Blomberghaus bringt einen die Alpen-Achterbahn geschützt von windfesten Acryglashauben bei jedem Wetter mit bis zu 40 Kilometern pro Stunde wieder hinab.

Auch vom Benediktenwandgipfel bietet sich in 1801 Metern Höhe eine märchenhafte Rundumsicht über den Starnberger See, den Walchensee und ins Naturschutzgebiet Karwendel. Das abseits der großen Pisten westlich des Walchensees gelegene Skigebiet Herzogstand (1731 Meter) lockt mit seinen Liften sogar bis Anfang April zum Wintersport. An klaren Tagen gibt der Berg ein herrliches Gipfelpanorama über Wettersteinmassiv und Karwendelgebirge bis hin zu den Gletscherriesen der Tiroler Alpen frei. Wer sich immer noch nicht wie im Märchen fühlt, auf den warten die Husky-Schlitten in Wolfratshausen oder die nächste Vorstellung im Tölzer Marionettentheater mit seinem alle vier bis acht Minuten wechselnden Bühnenbild.
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