Langzeitreisende sollten Gesundheitsvorsorge beachten

Von: Elke Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Ein längerer Auslandsaufenthalt bedarf einiger Vorbereitungen. Vor allem der Gesundheitsvorsorge sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin.

Manche brauchen einfach mal eine Auszeit, andere haben viel Zeit zur Verfügung und wieder andere überbrücken den Zeitraum bis zum nächsten Job. Für einen längeren Aufenthalt im Ausland kann es verschiedene Gründe geben. Vor allem junge Leute nach Schulabschluss und Studium oder Ältere im wohlverdienten Ruhestand verbringen mehrere Monate in fernen Ländern. Doch immer häufiger legen auch Berufstätige beispielsweise ein Sabbat-Jahr ein und gehen auf eine längere Reise.

So ein längerer Auslandsaufenthalt muss vorbereitet werden. Vor allem der Gesundheitsvorsorge sollte besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden, sagt Tomas Jelinek vom Centrum für Reisemedizin. So ist zum Beispiel eine Reisekrankenversicherung auch bei Langzeiturlauben obligatorisch. Allerdings, betont Jelinek, greifen die üblichen Versicherungen dann nicht: „Diese gelten nur zeitlich begrenzt und decken längere Auslandsaufenthalte nicht ab.” Man muss also eine spezielle Versicherung abschließen, die häufig recht teuer ist. Wichtig ist dabei, dass alle Risiken und der Rücktransport abgedeckt sind.

Insgesamt gebe mehr zu berücksichtigen als bei einer normalen Urlaubsreise. „Zunächst sollte man bedenken, dass sich ganz allgemein die Wahrscheinlichkeit zu erkranken erhöht.” Jelinek nennt als Beispiel die Malaria. Bei kürzeren Reisen hätten Urlauber in der Regel kein Problem mit der Prophylaxe-Behandlung. Bei Langzeit-Reisenden sehe das jedoch anders aus: „Wer längere Zeit unterwegs ist, hat zwar ein höheres Risiko für eine Erkrankung, oft aber keine Lust, die gesamte Zeit Tabletten zu schlucken.” Ein Ausweg aus diesem Dilemma sei die Mitnahme eines Schnelltests sowie eines Notfallmittels. Allerdings sollte die Anwendung des Tests zu Hause geübt und bei Malaria-Verdacht trotzdem der nächste Arzt aufgesucht werden.

In diesem Zusammenhang zeige sich ein weiteres Problem: „Das Verhalten von Langzeitreisenden wird mit fortschreitender Dauer immer nachlässiger.” Manche Vorsichtsmaßnahme werde als lästig empfunden, und man meine, sich auszukennen. Doch das trägt dazu bei, dass sich die verschiedenen Risiken addieren. Bei Lebensmitteln werden viele unvorsichtiger und riskieren eine Magen- und Darmerkrankung. Auch die Unfallgefahr erhöhe sich in der Regel, sagt Jelinek. Nach einer gewissen Zeit traue man sich beispielsweise eher, auch bei ungewohnten und unsicheren Verkehrsverhältnissen mit einem Moped oder Auto durch die Gegend zu fahren. Und verhält sich nicht selten insgesamt etwas risikofreudiger.

Wer an chronischen Erkrankungen leidet und auf die regelmäßige Behandlung mit Medikamenten angewiesen ist, hat möglicherweise Schwierigkeiten, diese in ausreichender Menge mitzuführen. Deshalb ist es wichtig, sich vorher gut darüber zu informieren, wie und wo die nötigen Medikamente zu erhalten sind. Manchmal, so Jelinek, bleibe einem aber gar nichts anderes übrig, als den gesamten Vorrat einzupacken: „In manchen Ländern ist die Fälschungsrate so hoch, dass wir dringend davon abraten, sich dort Medikamente zu besorgen.”

Nicht zu unterschätzen sei außerdem der Kulturschock, mahnt Jelinek. Wenn alles anders ist als gewohnt, kann dieser während der Reise eine Überforderung hervorrufen und auf die Psyche schlagen. Daher sollte man sich vor allem bei Reisezielen in einem völlig anderen Kulturkreis sehr gut informieren, lautet der Rat des Experten. Und auch darauf macht er aufmerksam: „Viele ereilt auch bei der Rückkehr ein Kulturschock. Nach langer Abwesenheit kommt so mancher erstmal in der Heimat nicht mehr klar.” Darauf sollte man vorbereitet sein.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert