Basel - Kulturstadt Basel: Kunst und Lebensart im Dreiländereck

WirHier Freisteller

Kulturstadt Basel: Kunst und Lebensart im Dreiländereck

Von: Elke Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:
basel
Das vom Schweizer Architekten Mario Botta erbaute Museum Tinguely mit dem Tinguely-Brunnen im Vordergrund (Foto undatiert). Wegen seiner besonderen Lage am Rhein kamen in Basel ueberdurchschnittlich viele Menschen zu Wohlstand und entwickelten auch deshalb einigen Kunstsinn. Die Sammlung von Kunstgegenstaenden aller Art hat in Basel und Umgebung Tradition. Typisch ist auch, dass diese privaten Sammler ihre Gemaelde und Skulpturen nicht versteckt gehortet, sondern der Oeffentlichkeit zugaenglich gemacht haben. Das Resultat: 39 Museen, von denen viele ihre Existenz dem Engagement von Privatleuten verdanken. Foto: ddp

Basel. Alles ist in Bewegung. Drehen, schwenken, kreiseln und dabei Wasser speien - die metallenen Skulpturen im Tinguely-Brunnen geben sich größte Mühe, es dem Betrachter schwindelig werden zu lassen.

Der Meister selbst hat im Jahr 1977 diese verspielten Metallkonstruktionen in das große Wasserbecken neben dem Theater gestellt. Und so im Stadtzentrum ein neues Wahrzeichen für Basel geschaffen.

Tinguely wurde zwar nicht in der schweizerischen Stadt geboren, ist dort aber aufgewachsen. Nach seinem Tod im Jahr 1991 hat die nicht weniger berühmte Künstlerin und zweite Ehefrau von Tinguely, Niki de Saint Phalle, die Werke ihres Mannes für ein Museum gestiftet.

Dieses wurde der Stadt wiederum vom Pharmariesen Roche anlässlich dessen 100-jährigen Bestehens geschenkt. Entworfen wurde das Gebäude am rechten Rheinufer vom bekannten Schweizer Architekten Mario Botta.

Diese Konstellation ist typisch für Basel. Wegen seiner besonderen Lage am Rhein kamen hier überdurchschnittlich viele Menschen zu Wohlstand und entwickelten auch deshalb einigen Kunstsinn. Die Sammlung von Kunstgegenständen aller Art hat in Basel und Umgebung Tradition. Typisch ist auch, dass diese privaten Sammler ihre Gemälde und Skulpturen nicht versteckt gehortet, sondern der Öffentlichkeit zugänglich gemacht haben. Das Resultat: 39 Museen, von denen viele ihre Existenz dem Engagement von Privatleuten verdanken.

Wie zum Beispiel die Fondation Beyeler. Hildy und Ernst Beyeler überführten ihre gesammelten Kunstwerke in eine Stiftung, aus der schließlich im Jahr 1997 ein Museum hervorging. Werke aus dem 19. und 20. Jahrhundert von Monet, Cézanne, van Gogh, Picasso, Warhol und vielen anderen sind dort zu sehen. Und als Ergänzung und Gegenüberstellung dazu Objekte der Stammeskunst aus Afrika, Ozeanien und Alaska. Auch hier hat mit dem Italiener Renzo Piano ein bekannter Architekt einen wegweisenden Museumsbau entworfen, der selbst schon einen Besuch wert ist.

Der Weg zur Fondation Beyeler im Stadtteil Riehen führt Richtung Deutschland. Wer immer weiter geradeaus fährt, landet nach wenigen Minuten automatisch im badischen Lörrach. Und im Westen grenzt Basel direkt an Frankreich. Die Lage im Dreiländereck hat der Stadt am Rheinknie eine gewisse Weltoffenheit beschert.

Dazu kommt noch eine recht entspannte Lebenshaltung, die sicher auch dem milden Klima geschuldet ist. Wer an wärmeren Tagen abends in der Altstadt am linken Rheinufer, dem Groß Basel, unterwegs ist, fühlt sich fast in das lebendige Treiben einer Stadt in Italien oder Spanien versetzt. Die vielen Restaurants, Bars und Cafés haben draußen Stühle und Tische oder auch mobile Tresen aufgebaut - trotz der Vielfalt muss man am Wochenende auf der Suche nach einem freien Platz manchmal etwas Geduld mitbringen.

Auch auf der anderen Seite, an der Rheinpromenade im Klein Basel genannten Teil der Altstadt, sieht es dann nicht anders aus. Wer dort im Sommer tagsüber am Ufer triefnasse Gestalten über die Steine springen oder andere im Wasser des Rheins vorbeitreiben sieht, muss nicht an seiner Wahrnehmung zweifeln: Baden im Rhein ist bei den Baslern sehr beliebt. Entweder in einer der Badeanstalten oder eben auf eigene Faust.

Dann geht man stromaufwärts und lässt sich mit der Strömung an der Altstadt vorbeitreiben. Zurück geht es anschließend allerdings zu Fuß. Es sei denn, man hat seine Sachen gleich am angepeilten Ausstiegsort deponiert.

Für die Überquerung des Rheins gibt es in Basel zwei Möglichkeiten: entweder die alltägliche Art über eine Brücke oder die etwas ungewöhnlichere Variante mit der Fähre. Vier davon gibt es und es werden schon seit Mitte des 19. Jahrhunderts an den gleichen Stellen mit der gleichen Technik die Passagiere übergesetzt. Viele davon passen nicht gleichzeitig in die kleinen Boote hinein, die an Drahtseilen entlang nur mit Hilfe der Strömung den Rhein passieren. Wer mitfahren möchte, läutet die Glocke am Anleger und gibt so dem „Fährimaa” - dem Fährmann - ein Zeichen.

Das Altstadt-Panorama wird vom Basler Münster dominiert, das im 11. Jahrhundert erbaut, dann später von einem Erdbeben zerstört wurde und danach im 14. Jahrhundert seine heutige Gestalt erhielt. Der Münsterplatz ist einer der schönsten in Basel. Wenn er nicht gerade für eine Open-Air-Veranstaltung genutzt wird, ist er ein Ort der Ruhe. Genau richtig, um seine vom Stadtbummel müden Füße bei einem Kaffee auszuruhen. Ganz in der Nähe ist dann Weitsicht gefragt: Auf der direkt über dem Fluss gelegenen Pfalz gibt es die schönste Aussicht über die Stadt. Bei gutem Wetter sind im Westen sogar die Vogesen zu sehen.

Doch nicht nur die großen Sehenswürdigkeiten, zu denen auch das rote, bunt bemalte Rathaus am zentralen Marktplatz gehört, machen Basel aus. Es ist der gelungene Mix aus alt und neu, der die Stadt so interessant macht. Streifte man eben noch durch die Gassen der Altstadt, steht man kurz darauf am Aeschenplatz vor dem metallenen Hammering Man, einer Skulptur des amerikanischen Künstlers Jonathan Borofsky.

Setzt man nach einem Besuch des modernen Tinguely-Museums mit der St. Alban-Fähre nach Groß Basel über, befindet man sich im Basler Klein-Venedig. Das Dalbeloch genannte Quartier St. Alban ist dort von künstlichen Kanälen durchzogen, die vor Jahrhunderten angelegt worden sind, um Papiermühlen zu betreiben. Es ist also ratsam, nicht nur die Highlights abzuarbeiten, sondern sich einen Tag lang einfach mal durch die Stadt treiben zu lassen. Vielleicht in Form eines Café-Hoppings.

Anreise: Mit der Bahn per ICE über Freiburg i. Breisgau, bahn.de. Per Flugzeug zum Euroairport Basel-Mulhouse-Freiburg mit Easyjet täglich ab Hamburg und Berlin, easyjet.com; mit Lufthansa ab verschiedenen deutschen Städten, lufthansa.de. Vom Flughafen regelmäßige Bus-Verbindung zum SBB Bahnhof in Basel

Übernachten: - Grandhotel Les Trois Rois - direkt am Rhein gelegenes Luxushotel mit langer Geschichte, hier haben schon Napoleon und Goethe übernachtet, Doppelzimmer am Wochenende ab 300 CHF inkl. Frühstück, Minibar und Mobility-Ticket, Blumenrain 8, Tel. 0041(0)61/2605050, lestroisrois.com; - Basel Back Pack - im Jahr 2001 eröffnetes günstiges Hostel im zentrumsnahen Gundeldingerquartier, in dem Tinguely aufwuchs, Übernachtung im DZ 49 CHF/Person, im Viererzimmer 39 CHF/Person, jew. inkl. Mobility-Card, Dornacherstrasse 192, Tel. 0041(0)61/3330037, baselbackpack.com Restauranttipp: - Zum Isaak - einziges Restaurant auf dem Münsterplatz, im Sommer mit Außenplätzen, kreative Küche mit leicht mediterranem Einschlag, Hauptgericht ab 23 CHF, Münsterplatz 16, zum-isaak.ch Nightlife: - BarRouge - Cocktails und Party im höchsten Gebäude der Schweiz, dem Messeturm, Messeplatz 10, barrouge.ch

Einkaufen: - Läckerli-Hus - Basels süße Spezialität, Gerbergasse 57; - Johann Wanner Weihnachtshaus - hier kaufen auch Präsidenten und Königinnen ihren Weihnachtsschmuck, Am Spalenberg 14; - Flohmarkt am Petersplatz - samstags wird hier neben der Universität um Altes und Gebrauchtes gefeilscht Ausstellung: - Vincent Van Gogh - Zwischen Erde und Himmel: Die Landschaften, Kunstmuseum Basel, 26. April bis 27. September 2009, kunstmuseumbasel.ch Veranstaltungen: - Jazzfestival Basel, 19. April bis 3. Mai 2009, jazzfestivalbasel.ch; - Basel Tattoo, Musikfestival, 18. bis 25. Juli 2009, baseltattoo.ch; - Kulturfloss im Fluss, 28. Juli bis 15. August 2009, imfluss.ch; Währung: 1 CHF entspricht ca. 0,60 EUR. Oft kann in Euro bezahlt werden. Informationen: Basel Tourismus, Tel. 0041(0)61/2686868, basel.com; Museen in Basel, http://www.museenbasel.ch

Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert