Zürich - In Reisecommunities geben sich Urlauber gegenseitig Tipps

In Reisecommunities geben sich Urlauber gegenseitig Tipps

Von: Elke S. Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

Zürich. Geht es um die Urlaubsplanung, sind viele Fragen zu beantworten: Wo soll es hingehen, wo will man wohnen, was unternehmen. Neben dem Blick in die klassischen Reiseführer kann heute auch das Internet weiterhelfen.

In Reisecommunities tauschen Urlauber ihre Erfahrungen untereinander aus, geben Tipps oder berichtigen auch mal eine im Veranstalterkatalog zu schillernd geratene Hotelbeschreibung.

Da nicht jeder seinen Urlaub auf die gleiche Art verbringt, haben die unterschiedlichen Communities in der Regel einen Schwerpunkt. Einige richten sich mit Hotelbewertungen vor allem an Pauschalreisende, andere an Weltenbummler und Trekking-Urlauber - oder sie haben sich auf die Vermittlung von Reisepartnern spezialisiert.

Die Zuverlässigkeit der Informationen in den einzelnen Portalen kann schwanken. „In manchen sind diese ähnlich korrekt und aktuell, manchmal sogar besser als in einem klassischen Reiseführer”, sagt Robinson Aschoff, der sich an der Universität Zürich innerhalb eines Forschungsprojekts mit Reisecommunities beschäftigt. Es gibt aber auch solche, in denen die Auskünfte veraltet oder nicht besonders aussagekräftig sind.

Ein erster Anhaltspunkt zur Beurteilung der Qualität des Inhalts sei die Aktivität der Mitglieder, sagt der Experte. Sind in einer Community viele Mitglieder regelmäßig aktiv, deute das auf einen funktionierenden Austausch mit gut verwertbaren Informationen hin. „Generell kann man sagen, dass zum Beispiel auf Fragen in einem Forum spätestens nach drei Tagen von einem anderen Mitglied eine Antwort gekommen sein sollte.”

Für die sinnvolle Nutzung solch einer Informationsbörse im Internet sei es ohnehin ratsam, sich erstmal mit den Inhalten und dem Aufbau vertraut zu machen. Das gehe relativ problemlos, denn für das Lesen der Beiträge muss man sich in der Regel nicht registrieren lassen. Es gilt als erstes herauszufinden, ob es überhaupt die richtige Reisecommunity für die eigenen Bedürfnisse ist.

Und anschließend darum, wo man die gewünschten Informationen erhalten kann und eventuelle Fragen stellen sollte. „Platziert man eine Frage an der falschen Stelle, wartet man unter Umständen vergeblich auf eine Antwort”, warnt Aschoff. Hat man alles richtig gemacht, können die gewünschten Informationen schon nach ein paar Stunden oder gar Minuten eintreffen.

Doch auch bei guten Tipps und Auskünften sollte man immer die eigenen Bedürnisse im Auge behalten. Denn es handelt sich immer um persönliche Einschätzungen. Ist für jemanden, der gerne feiert das zentral gelegene Hotel ideal, werden andere damit nicht glücklich werden. Und für einen passionierten Trekker kann die von ihm beschriebene Tour ganz leicht sein, während sich ein Gelegenheits-Wanderer damit recht schwer tun wird.

Aschoff rät daher, die erhaltenen Informationen möglichst objektiv zu beurteilen. Und soweit möglich Informationen über den Autor einzuholen: „In vielen Portalen können Profile angelegt werden, die Aufschluss über die jeweiligen Reiseerfahrungen und Präferenzen geben.” Auch die Anzahl der verfassten Beiträge und die Vernetzung innerhalb der Community können bei der Einschätzung helfen.

Ein großer Vorteil der Reisegemeinschaft im Internet gegenüber einem gedruckten Reiseführer sei außerdem der soziale Aspekt, meint Aschoff. „Man kann Kontakte knüpfen und Netzwerke aufbauen.” Das kann bei Reisevorbereitungen sehr hilfreich sein oder einfach nur Spaß machen. Auch Reisepartner lassen sich so finden. Man sollte dabei jedoch die gleichen Mechanismen wie im sonstigen Leben anwenden, mahnt Aschoff. „Nicht alle, auf die man in so einer Community trifft, sind wirklich vertrauenswürdig.” Ein wenig Vorsicht kann also nicht schaden.
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