Im Ausland besondere Verkehrsregeln berücksichtigen

Von: ddp
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Wien. Andere Länder, andere Vorschriften: Autofahrer sollten sich vor Fahrten ins Ausland erkundigen, welche Besonderheiten die Straßenverkehrsvorschriften in den jeweiligen Transit- und Zielländern aufweisen.

„In etlichen Ländern gelten Verkehrsbestimmungen, mit denen Urlauber wohl nicht rechnen”, schildert Thomas Dürnsteiner, Touristikfachmann des österreichischen Automobilclubs ÖAMTC in Wien, seine Erfahrungen. So sieht beispielsweise ein Gesetz in San Marino vor, dass Fahrer am Steuer nicht rauchen dürfen. Auch in anderen Ländern findet man immer wieder überraschende Vorschriften.

In Bosnien und Herzegowina müssen Führerscheinneulinge aufpassen. Für Personen unter 23 Jahren, die ihren Führerschein kürzer als ein Jahr besitzen, gilt zwischen 23 Uhr und 5 Uhr früh ein Fahrverbot, weiß der ÖAMTC-Fachmann. Vielen Griechenland-Reisenden ist es schon zum Verhängnis geworden, dass in Griechenland ein in den Kreisverkehr einfahrendes Fahrzeug Vorrang hat. Außerdem ist hier Telefonieren am Steuer nur unter Verwendung einer kabellosen Freisprecheinrichtung (Bluetooth) erlaubt.

Rumänien sieht eigene Bestimmungen für den Fall einer Verkehrskontrolle vor: Der Fahrer ist verpflichtet, im Fahrzeug zu bleiben und mit den Händen am Lenkrad den Anweisungen der Polizei Folge zu leisten. Auch mitfahrende Personen dürfen die Autotüren nicht öffnen. In der Slowakei sowie in Luxemburg dürfen Navigationsgeräte nicht in der Mitte der Windschutzscheibe platziert werden. „Diese müssen am linken unteren Bereich der Windschutzscheiben-Innenseite angebracht werden”, erläutert Thomas Dürnsteiner.

In Tschechien ist bei allen Verkehrskontrollen durch die Polizei ein Alkoholtest vorgeschrieben. In Spanien wiederum wird diktiert, dass während des Tankvorgangs sämtliche elektrische und elektromagnetische Geräte, also beispielsweise Mobiltelefone, Radio oder Fahrzeugbeleuchtung, abgeschaltet sein müssen.

Aber auch in Frankreich oder Finnland, Spanien oder Belgien lauern unbekannte Verkehrsregeln - und bei Übertretungen saftige Strafen, zumeist deutlich höher als hierzulande. Der stetige kontrollierende Blick auf den Tacho empfiehlt sich beispielsweise in Belgien. Wer auf den Autobahnen zwischen Antwerpen, Brüssel oder Liège mit Tempo 160 ertappt wird, muss mindestens 200 Euro zücken. Und die Belgier haben, wie inzwischen auch ihre französischen Nachbarn, die Autobahnen mit festinstallierten Kontrollen gespickt. Allerdings gibt es jeweils kurz vor Laser und Linse einen Warnhinweis. Ungewohnt auch dies: In Belgien verliert der vorfahrtsberechtigte Fahrer, der trotz Vorfahrt anhält, sein Vorrecht.

Ungewohnt für deutsche Autofahrer ist sicherlich das differenzierte Tempolimit auf Frankreichs Straßen und Autobahnen. So ist bei Nässe vorgeschrieben: Fuß vom Gas und Licht an. Das Landstraßenlimit von 90 Stundenkilometern sinkt beispielsweise auf 80 km/h.

Mitunter sehr schwer macht es Italien ausländischen Autofahrern. Wenden, Rückwärtssetzen oder Spurwechsel im Mautstellenbereich - derartige Fahrmanöver werden sowohl auf Autobahneinfahrten - vor Beginn der eigentlichen Autobahnstrecke - als auch auf der Autobahn selbst, auf Hilfsspuren, an Notrufsäulen und im Bereich der Autobahnausfahrten vor den Mautstellen besonders streng geahndet. In der Regel werden ein Bußgeld von mehreren Hundert Euro und ein Fahrverbot von mindestens zwei Monaten verhängt.

„Ist es zu spät, die Fahrspur zu wechseln, keineswegs zurücksetzen - sonst machen Sie sich strafbar”, warnt Maximilian Maurer vom ADAC: „Betätigen Sie die Taste Help, Richiesta di Intervento oder Assistenza. Das Kontrollpersonal bewirkt dann die Ausgabe eines Quittungsstreifens, den Sie in jedem Fall abwarten und herausziehen sollten. Anschließend können Sie weiterfahren.” Anhand des Quittungsstreifens sei sodann die Bezahlung des ausstehenden Betrages bei einem Bediensteten an der nächsten, zur selben Autobahnbetreibergesellschaft gehörenden Zahlstelle, der nächsten als „Punto Blu” bezeichneten Zahlstation oder sogar vom Ausland aus möglich.

Immer wieder zu Ärger zwischen Touristen und der Obrigkeit führt eine andere italienische Spezialität: der Artikel 164 des Codice della Strada. Nach dieser Vorschrift muss jede nach hinten hinausragende Ladung mit einer Warntafel versehen werden - selbst ein eingeklappter Heckträger. Wichtig zu wissen für Surfer oder Wohnmobilisten und für die Polizei ein beliebter Anlass, den Protokollblock zu zücken.
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