Highlight in Bangkok: Das Teakhaus von Jim Thompson

Von: Bernd Kubisch, dpa
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Die Haus- und Museumsanlage des US-Bürgers Jim Thompson im Herzen Bangkoks war und ist eine Touristenattraktion. Foto: dpa

Bangkok. Ist er untergetaucht? Hat ihn ein Raubtier getötet? Ist Jim Thompson wirklich einer der berühmtesten Amerikaner in Asien? Fragen über Fragen, die Besucher zwischen Teakholzhäusern, Buddhafiguren und kleinen Dschungelgärten stellen.

Das Jim-Thompson-Haus im Herzen Bangkoks ist eine Oase von Ruhe, Kunst und Tradition zwischen Wolkenkratzern und Straßenlärm nahe der Station National Stadium. „Ja, er ist berühmt, für viele ein Held”, erläutert Panfun Thanommam. Die anderen beiden Fragen können weder die junge Führerin noch Historiker, Forscher oder die Polizei beantworten.

Der Designer, Architekt, Industrielle und Militärexperte verschwand am 27. März 1967 während eines Besuches mit Freunden in den Cameron Highlands in Malaysia. Bis heute gibt es keine Spur, nicht mal im Urwald einen Stofffetzen des damals 61-Jährigen, der aus Greenville im US-Bundesstaat Delaware stammt. Alle Suchaktionen blieben erfolglos. Die Schlagzeilen gingen um die Welt. Zurück blieb das wertvolle Domizil des Thailand-Fans: sechs historische Teakhäuser, seine Kunstsammlung, Gemälde, Möbel, Antiquitäten, ein üppiger Garten.

Im Restaurant der Anlage mundet frischer Mangosaft. Das Auge erfreut sich an der Blütenpracht, einem Teich mit Fischen und Skulpturen. In großen Schalen schwimmen Lotusblüten. Der hölzerne Gebäudekomplex trägt rote Außenfarbe, die von einem traditionellen Konservierungsmittel stammt. In Ayutthaya, der alten Hauptstadt Thailands, wurden die Dachschindeln gebrannt. Von hier stammt auch ein Teil der heute wohl 250 Jahre alten Hausteile, die Thompson auseinandernehmen, nach Bangkok transportieren und hier wieder zusammenfügen ließ.

Vor dem Betreten der Häuser mit viel asiatischer Kunst werden die Schuhe ausgezogen. Eine Touristin aus Paris fragt eher flüsternd nach dem Schicksal von Thompson und dem Alter der Kronleuchter, die aus Palästen Bangkoks des 18. und 19. Jahrhunderts stammen. Ein Paar aus Montreal ist entzückt von den chinesischen Vasen. Eine Studentin aus Chiang Mai erzählt, sie sei ein großer Fan von Jim Thompson. „Er hat viel für unser Volk getan”, sagt die 21-Jährige.

Thompson arbeitete vor dem Zweiten Weltkrieg als Architekt, meldete sich freiwillig zum US-Militärdienst, kämpfte in Europa, war Berater in Thailand und unterstützte die völlige Unabhängigkeit des Königreichs. Später kümmerte er sich um Qualität und Exportreife handgefertigter Seide. Er ließ Frauen auch bei ihren Kindern und Familien produzieren und machte thailändische Seide weltweit bekannt, heißt es in der Chronik der Thompson-Stiftung.

Wer in das Thompson-Haus geht, ist meist nicht das erste Mal in Bangkok, kennt schon den Großen Palast und die berühmten Tempel unweit des Chao-Phraya-Flusses, die täglich tausende Gäste in ihren Bann ziehen. „Bei uns sind es täglich so zwischen 300 und 600”, sagt Natteera Yumongkol vom Management der „James H W Thompson Foundation”. Die 35-Jährige erzählt, dass die meisten Touristen wegen der Geschichte, Architektur und den mystischen Reizen des Ortes kommen. Und aus Neugier: Weil sie Thompsons Schicksal immer noch fasziniert. Der konnte sein wunderschönes Domizil nur ganze acht Jahre genießen.

Informationen: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstraße 58, 60311 Frankfurt, (Telefon: 069/13813 90, E-Mail: info@thailandtourismus.de)
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