Golfen, Genießen und Gas geben in der Emilia-Romagna

Von: Bernhard Krieger, dpa
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Golfen Gas geben Emilia Romagna
Große Auswahl: 24 Golfplätze stehen Sportlern in der Emilia Romagna zur Verfügung. Hier der Golf Club in Bologna. Foto: dpa

Bologna. Eigentlich müsste die Region rund um Bologna, Modena und Parma von nordeuropäischen Golfern und ihren Familien überrannt werden. 24 Golfplätze, hoch dekorierte Weine, eine hervorragende Küche, Adria-Strände und dazu noch ein Topziel für Rennsportfreunde.

„Die Emilia-Romagna steht für mich deshalb für die drei G”, sagt ein Münchner Italienfan. „Golfen, Genießen und Gas geben”.

Mit seinen vier Freunden war er frühmorgens auf dem von der deutschen Golflegende Bernhard Langer gestalteten Meisterkurs in Modena golfen, mittags auf der Piazza Tortellini essen, und jetzt stehen die Freunde vor dem Ferrari-Museum in Maranello.

„Da gerät Ihnen das Benzin in den Adern in Wallungen”, scherzt ein Signore aus Rom, der sich köstlich über die karierten Bermuda-Shorts der deutschen Golfer-Clique amüsiert.

Modisch trennen den Signore und die Teutonen Welten, die Liebe zu den „roten Rennern” aber vereint sie. Maserati und Lamborghini haben ihren Sitz gleich um die Ecke. Ferrari aber ist und bleibt die Pilgerstätte Nummer eins der Rennsportfans.

In seinem Museo präsentiert die 1929 von Enzo Ferrari gegründete Scuderia ihre glanzvolle Geschichte. Selbstverständlich sind dort auch die Formel-1-Rennwagen zu bewundern, mit denen Michael Schumacher seine letzten großen Erfolge gefeiert hat.

Wer Glück hat, erlebt ganz in der Nähe des Museums auf der Ferrari-Hausstrecke in Fiorano sogar hautnah eine der Testfahrten vom jetzigen Ferrari-Star Felipe Alonso mit. Der Lärm der hochdrehenden Rennboliden ist ohrenbetäubend, für die Motorsportfans aber ist er wie Musik. „Wie eine Arie von Giuseppe Verdi” klinge die „rote Göttin”, dichtete einmal die „Gazzetta dello Sport”.

Italiens berühmter Komponist ist ganz in der Nähe, in Le Roncole bei Parma, geboren. Rennsportbegeisterte lassen Verdis Geburtsort im Norden der Emilia-Romagna aber links liegen und steuern gleich Lamborghini in SantAgata Bolognese an. Denn dort dürfen Besucher auf der hauseigenen Rennstrecke selbst mal einen der Rennwagen fahren.

Von dort geht es weiter nach Bologna zu den Clubs von Molino del Pero, Casalunga und auf den ältesten Platz der Region, den Golf Club Bologna, in dem auch Ferrari-Präsident Luca di Montezemolo Mitglied ist.

Ignazio de Vito Piscicelli, der sein Geld mit dem berühmten Italo-Brandy Vecchia Romagna machte, baute den Platz als Mitbegründer des Clubs 1959. Mit seinen alten Bäumen und dem Blick auf Weinberge und von Zypressen gesäumte Hügel gehört er zu den schönsten der Region. Die Unternehmer und Stars der Region gehen hier ein und aus. Manchmal trifft man dort auch Ski-Legende Alberto Tomba.

„Tomba la Bomba” ist hier Ehrenmitglied. „Mittlerweile”, fügt der Enkel des Club-Gründers, Maurizio de Vito Piscicelli an. „Als junger Bursche ist Tomba mal vom Club-Präsidenten vom Platz geschmissen worden, weil er im Sommer mit nacktem Oberkörper gespielt hat”, verrät der Gründer von Emilia-Romagna Golf, dem Zusammenschluss aller 24 Golfplätze der Region. Die Anlage in Bologna ist einer seiner Lieblingsplätze.

Auf dem Weg nach Süden steht natürlich noch ein Stopp am Autodromo in Imola an, wo Ferrari große Formel-1-Siege gefeiert hat. Wer statt Motoröl lieber Olivenöl riechen will, macht noch einen Abstecher nach Brisighella. Die Weinfreunde steuern auch noch Dozza an. Im Gewölbekeller der trutzigen Festung befindet sich die Enoteca der Region mit fast allen Top-Weinen der Emilia-Romagna.

Mit einigen Kisten Wein und Olivenöl im Kofferraum geht es weiter ans Meer. Gleich bei Rimini spielen Golfer noch eine Runde im Verucchio Golf Club mit Blick auf die Burg von San Marino. Dem Trubel von Rimini entfliehen Urlauber an den Stränden von Milano Marittima, dem Strandbad der Mailänder Promis.

Alles finden Besucher an der Emiglia-Romagna. Nur eins nicht: Die Antwort auf die Frage, warum die Emilia-Romagna eigentlich immer noch ein Geheimtipp ist.

Emilia-Romagna

Klima & Reisezeit: Die Emilia-Romagna ist ein Ganzjahresziel. Aktiv-Urlauber sollten die heißesten Wochen im Juli und August meiden, wenn an der Adria-Küste Hochsaison herrscht.

Anreise: Mehrere Fluggesellschaften bieten von Deutschland Direktflüge zum Flughafen Bologna an. Auch mit dem Zug ist Bologna gut zu erreichen - zum Beispiel in rund sieben Stunden ab München. Mit dem Auto geht es entweder durch Österreich über den Brenner und via Verona oder durch die Schweiz über den Gotthardtunnel, Chiasso und Mailand.

Golfen: Zentrale Anlaufstelle mit günstigen Paketen für alle 24 Plätze der Region ist Emilia-Romagna Golf (Tel.: 0039/0544/916280, http://www.emiliaromagnagolf.com).

Motorsport: Neben Maserati, Lamborghini und Malaguti hat auch Ferrari seinen Sitz in der Region. Ein Besuch im Ferrari-Museum in Maranello ist für Autofans Pflicht (http://www.ferrari.com).

Sprache: Ein bisschen Italienischkenntnisse sind sehr hilfreich. Mit Englisch kommt man jedoch auch gut zurecht.

Informationen: Fremdenverkehrsamt Emilia-Romagna. Piazzale Federico Fellini, 3 - 47921 Rimini, Italien (http://www.urlaubemiliaromagna.de).

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