Salzburg - Genussvolle Streifzüge im Lungauer Bauernherbst

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Genussvolle Streifzüge im Lungauer Bauernherbst

Von: dapd
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Burg Mauterndorf im Lungau
Die Burg Mauterndorf im Lungau: Wäre der Lungau ein Ort, zählte er mit seinen etwa 22.000 Einwohnern zwar zu den Kleinstädten, könnte jedoch durch sein reiches Angebot mit einer Großstadt konkurrieren. Foto: dapd

Salzburg. Schüsse hallen über den Moorsee. Wieder und wieder. Doch erhebt sich weder eine Schar Enten aus dem Schilf, noch springt ein Jagdhund in das bräunliche Wasser, um die vermeintliche Beute zu holen. Im Lungau, dem südöstlichen Zipfel des Salzburger Landes, gibt es das traditionsreiche Wasserscheibenschießen am Prebersee seit nachweislich 1834.

Außerhalb der Badesaison wird es an sieben Wochenenden verteilt auf das Jahr ausgetragen. Als Auftakt des Bauernherbstes bleibt eines der letzten der Öffentlichkeit vorbehalten, erklärt Oberschützenmeister Heimo Waidl. Seinen Hut zieren Anstecknadeln unterschiedlichster Couleur. Geschossen wird auf die Wasseroberfläche, genau genommen auf das Spiegelbild der 125 Meter entfernten Zielscheibe. Durch die besondere Konsistenz des Moorwassers prallt das Kleinkaliberprojektil wie ein hüpfender Stein von der Oberfläche ab und tritt in den darüber hängenden Zahlenkreis. Dabei handele es sich zu 80 Prozent um Glück, ergänzt der mit Hexenkonterfeis Hochdekorierte. Diese besondere Anstecknadel erhält der Schütze für einen Treffer in die 10.

Hexen gibt es nur noch am Hut

An die Hutkrempe verbannt, haben die Hexen bis heute überlebt, denn zur Zeit der Salzburger Fürsterzbischöfe sind außergewöhnliche Frauen auch im Lungau verfolgt worden, besonders Rothaarige, weiß Elisabeth Heiß zu erzählen. Als Kaufmannsfrau „Jolante” führt sie den Interessierten durch die Burg Mauterndorf, eine ehemalige, direkt auf der Handelsstraße nach Italien errichtete Mautstation. Anfänge von Zollerhebungen lassen sich bis auf das Jahr 1002 zurückverfolgen, auch wenn Meilensteine aus Zeiten der Römer von einer noch früheren Bedeutung der alten Route zeugen. Die unterschiedlichen Räumlichkeiten der Burg beherbergen Ausstellungen zum Leben in der einst kärglichen Landschaft des Lungau. Als „Bohnenfresser” sollen die Bewohner früher von den fortschrittlicheren, Kartoffeln essenden Salzburgern gehänselt worden sein. Doch die Zeiten haben sich geändert. Die „Via Culinaria” verbindet als Genussroute 184 Stationen der unterschiedlichsten Köstlichkeiten in den einzelnen Regionen des Salzburger Landes.

Gelee im Taschenformat

Der Lungau wartet mit verschiedenen, aus biologischem Anbau gewonnenen Marmeladen-, Schokoladen- und Käsesorten auf. Zum Dessert-Spezialisten hat sich Walter Trausner gemausert. Sei es in den USA oder in Australien, über kurz oder lang blieb der gelernte Koch immer wieder bei Süßspeisen hängen. Seit zehn Jahren hat er sich ihnen ganz verschrieben und kreiert in seiner einzigartigen „Genusswerkstatt” in Mauterndorf neben Konfitüren und Plätzchen auch Geleewürfel im Taschenformat. Was dem einen eine Kaugummipackung, ist dem anderen „PocketGelley”. Das Sortiment umfasst 20 auserlesene Geschmacksrichtungen. Trotz allgemein hohem Fruchtanteil blieben Himbeere oder Zitrone die Verkaufsschlager, schmunzelt der vierfache Vater.

Auch Bernd Hochleitner in Tamsweg wandelt mit seinen hausgemachten Pralinen auf dem „Genussweg für Naschkatzen”. Seine Bäckerei befindet sich seit 1859 im Familienbesitz und kreiert seit etwa 50 Jahren Schokoladenmischungen. Nur die Kuvertüre bezieht der gold- und silberprämierte Konfiseur aus Belgien und setzt für Füllungen und Veredlungen der Schokoladentafeln ausschließlich auf naturbelassene, bio-zertifizierte Milch- und Fruchtprodukte aus der Region.

Wäre der Lungau ein Ort, zählte er mit seinen etwa 22.000 Einwohnern zwar zu den Kleinstädten, könnte jedoch durch sein reiches Angebot mit einer Großstadt konkurrieren. Ob Gourmets, „Kräuterhexen”, Wanderer oder Radsportler - allen wird hier beinahe in jedem Winkel recht getan. Im Naturpark „Riedingtal” ergänzen sich Naturschutz und wirtschaftliche Nutzung. „Alle Kräuter, die sich in der Suppe befinden, befinden sich auch in meinen Salben”, erzählt Heidi Kremser von der Jausenstation Zauneralm und fügt hinzu: „Die Salben sind also essbar!” Die Zutaten der Cremes wachsen direkt „vor der Tür”.

Aber auch Kundigen, deren Blicke am Wegesrand verharren und wissentlich Wundklee gegen Hautreizungen und Hautausschläge oder Lärchpech gegen Hustenbeschwerden sammeln, wird der atemberaubende Blick zu den Ausläufern der Hohen Tauern nicht entgehen. Mehrere Themenwege, die sowohl zu Fuß als auch mit einem Sportrad oder - in der kräfteschonenden Art - per E-Bike erkundbar sind, verbinden die verschiedenen, zerklüfteten Höhenrücken miteinander. Die schroffen Täler wurden früher von ungarischen Jagdgrafen durchstreift, und auch heute noch fallen zur Jagdzeit vereinzelt Schüsse.

Anreise:
Der Lungau ist mit Flugzeug via Salzburg Airport u. a. von Berlin, Frankfurt/Main, Hamburg und Düsseldorf erreichbar, mit dem Auto über die Tauernautobahn A 10 oder mautfrei auf der B 99 über Obertauern; in der Wintersaison 2010/11 mit dem DB-Autozug von Berlin, Hamburg und Düsseldorf.

Veranstaltungen:
Der Bauernherbst im Salzburger Land findet mit rund 2000 Veranstaltungen zwischen 28. August und 26. Oktober 2010 an 78 Orten statt.

Kulinarisches:
Die Via Culinaria bietet sieben Genusswege mit unterschiedlichen Genusspunkten - Bierverkoster Schnapsfreunde, Feinspitze, Fischfans, Fleisch-Tiger, Hüttenhocker, Käsefreaks und Naschkatzen, Internet: http://www.via-culinaria.com

Darunter befinden sich „Trausners Genusswerkstatt”, http://www.genusswerkstatt.com „Confiserie Hochleitner”, http://www.hochleitner.at und „Kremsers Heilkräutercremes”, http://www.zauneralm.at.tf

Sport: Das Riedingtal ist ein landschaftliches Juwel für Wanderer und Biker, Internet: http://www.naturpark-riedingtal.at

Die Atmosphäre des Prebersees zieht Besucher in den Bann seines Geheimnisses, http://www.preberschuetzen.at

Weitere Informationen: SalzburgerLand Tourismus GmbH, Rotkreuzgasse 100, 5582 St. Michael im Lungau/Österreich, Tel.: +43(0)6477/8988 (Der Autor war auf Einladung von Salzburg Tourismus unterwegs.)

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