Gebuchte Reise: Zuschläge nur in bestimmten Fällen bezahlen

Von: dapd
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Die gebuchte Reise ist bezahlt, trotzdem kann es passieren, dass sie im Nachhinein teurer werden soll: Vom Reiseveranstalter oder von der Fluggesellschaft werden nachträglich zusätzliche Kosten in Rechnung gestellt.

Hinnehmen müssen Reisende diese in vielen Fällen nicht, da eine Berechnung im Nachhinein nur unter bestimmten Voraussetzungen möglich ist, wie Beate Wagner, Rechtsexpertin bei der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen, erklärt. „Solche Preisänderungsklauseln müssen die Anbieter sich in ihren Allgemeinen Geschäftsbedingungen vorbehalten”, sagt die Verbraucherschützerin.

Diese müssen bei Vertragsschluss dem Kunden zur Verfügung stehen und nicht erst auf der Buchungsbestätigung vermerkt sein. Das ist nach Erfahrung von Wagner vor allem bei telefonischen Buchungen nicht immer gewährleistet - mit der Folge, dass die Allgemeinen Geschäftsbedingungen (AGB) kein Vertragsbestandteil geworden sind und zusätzliche Kosten nicht erhoben werden dürfen.

Wer bis zu vier Monate vor Urlaubsantritt bucht, könne eine Erhöhungsklausel ohnehin ignorieren: Eine nachträgliche Preiserhöhung sei in diesem Fall nicht zulässig. Bei längerfristig gebuchten Reisen muss der Reiseveranstalter dem Kunden die Preisänderung spätestens drei Wochen vor Abreise mitteilen.

Doch selbst wenn alle Informationen zur Verfügung standen, muss eine Preisänderungsklausel keine Gültigkeit haben. Denn es ist genau anzugeben, wie und wann der neue Preis berechnet wird. Beinhalten die AGBs nur Verteilungsmaßstäbe oder allgemeine Erklärungen, ist sie ungültig. Aus diesem Grund wurden derartige Klauseln verschiedener Veranstalter bereits von Gerichten gekippt.

Zu einem Problem können die nachträglich eingeforderten Zuschläge für den Reisenden trotzdem werden: „Verlangt ein Anbieter erst die Zahlung, bevor er die Reiseunterlagen übergibt, bleibt einem im Allgemeinen nichts anderes übrig, als in den sauren Apfel zu beißen und unter Vorbehalt zu zahlen”, sagt die Rechtsexpertin. Dann müsse man hinterher - eventuell mit einer Klage - versuchen, das Geld zurückzubekommen.

Zu beachten sei grundsätzlich, dass nicht für alle Leistungen Preiszuschläge erlaubt sind. Es dürfen in der Regel nur gestiegene Kosten für Kerosin, höhere Abgaben wie Hafen- oder Flughafengebühren oder geänderte Wechselkurse auf den Kunden umgelegt werden. Das gelte auch, wenn zusätzliche Kosten bereits bei der Buchung dem Reisepreis zugeschlagen werden. In diesem Fall sei es möglich, dass die Reise teurer wird, als im Katalog angegeben.

Bei Flügen und Flugreisen fallen Kerosinzuschläge fast immer an. Das sei so nicht nachvollziehbar, sagt Wagner: „Ursprünglich waren die Kerosinkosten im Reisepreis bereits enthalten, heute werden sie extra ausgewiesen.” Das dient ihrer Einschätzung nach nur dazu, den angebotenen Flugpreis künstlich niedrig zu halten. Es lohnt sich also, bei Angeboten genau hinzuschauen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert