Hamburg - Fast ein Dutzend Premieren auf hoher See

Fast ein Dutzend Premieren auf hoher See

Von: Christian Röwekamp, dpa
Letzte Aktualisierung:
Fast ein Dutzend Premieren auf hoher See:  Neue Kreuzfahrtschiffe
Einmal getauft ist die „Aidablu” schon: Das Mädchen Nikola spielte Patin für das Modell im „Miniaturwunderland” in Hamburg. Am Original soll die Champagnerflasche am 9. Februar zerschellen. Foto: dpa

Hamburg. Von der Siegessäule durch das Brandenburger Tor bis zur Humboldt-Uni in Berlin sind es rund 2,9 Kilometer. Ungefähr so lang wäre auch die Reihe der Kreuzfahrtschiffe, die 2010 getauft werden sollen, wenn sie hintereinander in einem Hafenbecken lägen.

Die elf Neubauten, die erstmals auf große Fahrt gehen, bieten zusammen exakt 24 836 Passagieren Platz - das entspricht etwa der Einwohnerzahl von Bad Honnef am Rhein oder Lindau am Bodensee. Zwar geben die Reedereien dafür immer wieder ältere Schiffe ab. Unterm Strich aber wächst das Bettenangebot auf hoher See auch 2010 deutlich - und damit der Druck, mehr Urlauber für Kreuzfahrten zu begeistern.

Die neuen Schiffe bieten für viele Geschmäcker etwas. Giganten der Meere sind dabei wie die „Allure of the Seas” und die „Norwegian Epic”, die für 5400 und 4200 Passagiere ausgelegt sind und wie schwimmende Kleinstädte erscheinen werden.

Am anderen Ende der Skala stehen Luxusschiffe wie die „Le Boréal”, die „Seabourn Sojourn” und die „Sea Cloud Hussar”, die weniger als 500 Gäste an Bord nehmen. Hier ein Überblick zu den Neubauten, sortiert nach den Taufterminen:

AIDABLU (252 Meter, 2192 Passagiere): Das siebte Schiff des deutschen Seereisen-Marktführers ist so groß wie seine Schwestern „Aidadiva”, „Aidabella” und „Aidaluna”. Es hat aber ein halbes Deck mehr und bietet 71 zusätzliche Kabinen. Der Wellnessbereich fällt nach Reedereiangaben um 300 Quadratmeter größer aus und erreicht nun 2602 Quadratmeter. Der Wunsch nach immer neuen Rekorden im Bordangebot hat außerdem zur Einrichtung der „ersten Brauerei auf einem Kreuzfahrtschiff” geführt. Die Designerin Jette Joop tauft die „Aidablu” am 9. Februar in Hamburg. Die ersten Reisen führen von der Hansestadt nach Mallorca und zurück sowie zu den Küsten Westeuropas. Im Sommer 2010 sind mehrere Ostseereisen ab/bis Warnemünde geplant.

COSTA DELIZIOSA (294 Meter, 2628 Passagiere): Erstmals lässt eine Reederei ein Kreuzfahrtschiff in Dubai taufen - die Zeremonie ist für den 23. Februar geplant. Mit dem Schwesterschiff der „Costa Luminosa” wächst die Flotte des italienischen Anbieters auf 15 Schiffe. Zu den Angeboten an Bord zählen zum Beispiel eine Rollschuhbahn, ein Golf- und ein Formel-Eins-Simulator. Bis Mai 2010 wird das Schiff im Persischen Golf kreuzen. In der ersten Sommersaison stehen von Kopenhagen aus Ostsee- und Nordlandreisen im Fahrplan.

MSC MAGNIFICA (294 Meter, 2518 Passagiere): Vier Länder und sechs Städte in sieben Tagen: Das wird im Sommer 2010 für das vierte Schiff der „Musica-Klasse” von MSC Crociere der Rhythmus sein. Von Venedig aus geht es dabei in Richtung Griechenland und Türkei. Getauft wird die „Magnifica” aber in Hamburg: Am 6. März soll Sophia Loren, die alle MSC-Schiffe tauft, die Champagnerflasche an der Bordwand zerschellen lassen. Auch Eros Ramazotti wird zur Taufe erwartet. Mit dem Neuling wächst die Kreuzfahrtflotte der Reederei auf elf Schiffe.

CELEBRITY ECLIPSE (315 Meter, 2850 Passagiere): Auch dieses Schiff ist nicht das erste seiner Bauart. Die US-Reederei Celebrity hat mit der „Solstice” und der „Equinox” zwei „Schwestern” schon im Einsatz. Zu den Besonderheiten zählen eine 2000 Quadratmeter große Rasenfläche an Deck und die „Aqua Class” mit 130 Balkonkabinen, die unbegrenzten Zugang zum Spa-Bereich bieten. Unterwegs sein soll das Schiff in der Karibik und in europäischen Gewässern, die Jungfernfahrt beginnt laut der Reederei nach der Taufe in Southampton in England am 26. April.

LE BORÉAL (142 Meter, 264 Passagiere): Ponant Yachtkreuzfahrten will mit diesem Neuzugang ein Publikum ansprechen, das Wert auf Luxus legt. 95 Prozent der Kabinen haben einen Balkon. Getauft werden soll das nur 18 Meter breite Schiff am 5. Mai in Marseille, die Jungfernfahrt führt über Süditalien nach Nizza. Auch in deutschen Häfen wird die „Le Boréal” zu Gast sein: Vom 30. Juni bis 3. Juli stehen Bremerhaven, Hamburg, Kiel und Lübeck auf dem Routenplan.

SEABOURN SOJOURN (198 Meter, 450 Passagiere): Auch dieses Schiff soll keine Passagiere mit kleinem Geldbeutel ansprechen. An Bord gibt es nur Suiten, die mindestens 27,5 Quadratmeter groß sind und fast alle einen Balkon besitzen. Getauft werden soll das Schwesterschiff der „Seabourn Odyssey” am 4. Juni in Greenwich bei London. Basishafen in der Sommersaison 2010 wird dann Kopenhagen sein. Geplant sind nach Angaben der Reederei mehrere Fahrten auf Nord- und Ostsee, unter anderem nach Norwegen, Schottland, Stockholm und St. Petersburg.

NORWEGIAN EPIC (325 Meter, 4200 Passagiere): Noch kein Schiff in der Flotte der US-Reederei NCL war so groß wie dieses - und auch hier wurde beim Bau versucht, möglichst viele Rekorde aufzustellen. Dazu gehören das nach Reedereiangaben „erste Zirkuszelt auf hoher See” mit 265 Plätzen, sechs Bowlingbahnen, eine Eisbar mit minus acht Grad Innentemperatur und die 60 Meter lange Röhrenrutsche „Epic Plunge”.

Als „Schiff im Schiff” geplant ist ein abgetrennter Privatbereich mit 60 Suiten und „Villen”, der sich über zwei Decks erstreckt. Zur ersten Reise aufbrechen soll die „Epic” am 24. Juni in Southampton. Basis für die ganzjährigen Karibik-Reisen wird Miami in Florida sein.

NIEUW AMSTERDAM (285 Meter, 2106 Passagiere): Die US-Reederei Holland America Line lässt das Schwesterschiff der „Eurodam” am 4. Juli in Venedig taufen. Benannt ist es nach der niederländischen Siedlung an der US-Ostküste, die vor 400 Jahren gegründet wurde und aus der später New York wurde. An Bord gibt es eine Showlounge über drei Decks und einen großen Spa-Bereich. Im Sommer 2010 bleibt das Schiff im Mittelmeer, im Herbst wechselt es dann in die Karibik.

QUEEN ELIZABETH (294 Meter, 2092 Passagiere): Neben der „Queen Mary 2” und der „Queen Victoria” hat die Cunard-Reederei bald wieder eine dritte „Königin”. Das Schiff mit klassischer Linienführung und dunklem Rumpf ist die Nachfolgerin der „Queen Elizabeth 2”, die nach rund 40 Jahren als Ozeandampfer Ende 2008 ausgemustert wurde, um zum Hotelschiff zu werden. Die Taufe ist für den 11. Oktober in Southampton geplant, die erste Reise führt zu den Inseln im Atlantik.

SEA CLOUD HUSSAR (136 Meter, 136 Passagiere): Ursprünglich sollte der Großsegler schon im Herbst 2009 fertig sein. Doch immer wieder wurde die Jungfernfahrt verschoben. Auch jetzt legt sich die Reederei Sea Cloud Cruises nicht exakt fest und spricht davon, sie gehe von einer Taufe im Herbst 2010 aus.

Das Schiff mit mehr als 4000 Quadratmetern Segelfläche wird laut Reederei der größte je für Passagiere gebaute Dreimaster sein. Von den 69 Außenkabinen im klassischen Yacht-Stil sind 26 als Suiten mit Privatveranda geplant.

ALLURE OF THE SEAS (360 Meter, 5400 Passagiere): Seit der Taufe im November 2009 ist die „Oasis of the Seas” das größte Kreuzfahrtschiff der Welt. Künftig muss sie sich den Titel aber teilen, denn mit der „Allure” kommt bei Royal Caribbean International (RCI) ein baugleiches Schwesterschiff zum Einsatz. Die US-Reederei plant die Jungfernfahrt für den 12. Dezember 2010. Von Fort Lauderdale in Florida aus geht es ganzjährig auf Reisen in die Karibik.

Das Leben an Bord findet in sieben „Lifestyle-Arealen” statt. Dazu gehören das „AquaTheater” am Heck mit dem größten Frischwasserpool auf hoher See sowie der zwei Fußballfelder große „Central Park” mit echten Bäumen in der Schiffsmitte. Je nach Kabinenbelegung können sogar bis zu 6296 Urlauber auf die Schiffe der Oasis-Baureihe von RCI gehen.
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