Maribor - Entdeckungstour entlang der Drau

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Entdeckungstour entlang der Drau

Von: Elke S. Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:
Mariborer Stadtteil Lent
Blick auf den Mariborer Stadtteil Lent. Foto: ddp

Maribor. Sie ist schon eine richtig alte Dame. Würdevoll steht sie tagaus, tagein vor einem weißgetünchten Haus in Maribors ältestem Stadtviertel Lent. Die Stara Trta ist nicht nur eine „Alte Rebe” - sie ist die älteste Weinrebe der Welt.

Wissenschaftlich untersucht und verbrieft durch einen Eintrag im Guinness Buch der Rekorde. Doch die Konkurrenz schläft nicht: Es gibt immer wieder Bemühungen, der Stara Trta den Titel abzujagen. Wie viele Jahre es her ist, dass der Weinstock der Sorte „Blauer Kölner” gepflanzt worden ist, kann zwar nicht hundertprozentig bestimmt werden. Man geht jedoch von rund 400 Jahren aus. Bisher konnte das niemand überbieten.

Maribor ist die Hauptstadt der slowenischen Steiermark, der Stajerska, und liegt inmitten des größten Weingebietes Sloweniens. Hauptsächlich wird Weißwein angebaut und es wird auf Qualität gesetzt. Deshalb ist es nur ratsam, den Wein vor Ort genießen, so wie es die Slowenen tun: Bereits zum Mittagessen sind ein bis zwei Gläser davon üblich. Da der eigene Wein so beliebt ist, bleibt für den Export nicht mehr viel übrig - in Deutschland gibt es ihn deshalb eher selten zu kaufen.

Das „Haus der Alten Rebe”, vor dem die Stara Trta gut behütet steht, ist nach seiner Restaurierung ein Weinmuseum geworden. Ende September wird auf dem Vorplatz das Festival der Alten Rebe zelebriert. Dann findet die feierliche Lese der blauen Trauben durch den amtierenden Weinhüter statt. Die geernteten rund 50 Kilogramm werden zu 25 Litern Rotwein - abgefüllt in 0,2-Liter-Fläschchen, die an illustre Gäste verteilt werden. Wie zum Beispiel an den früheren amerikanischen Präsidenten Bill Clinton oder Papst Johannes Paul II.

Maribor hat ein schönes historisches Zentrum und dass die Stadt an der Drau rund 600 Jahre lang zu Österreich gehörte, ist nicht zu übersehen, besonders am Hauptplatz Glavni trg mit dem alten Rathaus, der barocken Aloisiuskirche und dem ehemaligen Jesuitenkollegium. In der Mitte des Platzes steht eine Mariensäule, die auch etwas unschöner Pestsäule genannt wird, da sie im Jahr 1743 zur Erinnerung an die mit der Epidemie verbundenen Leiden erbaut wurde.

Das lebendige Herz der Altstadt befindet sich jedoch rund um den Graijski trg, wo an schönen Tagen die Menschen in einem der vielen Cafés die Sonne genießen. Wem es dabei zu warm wird, der findet Abkühlung im über 200 Jahre alten Weinkeller, dessen gewölbeartige Gänge sich auf einer Länge von dreieinhalb Kilometern unter der Stadt ausbreiten. Für empfindliche Nasen ist ein Besuch jedoch nichts: Nach zwei Jahrhunderten riecht es da unten doch recht muffig. Auch durch den Schimmel an den Wänden und Decken, der bei der Weinherstellung jedoch erwünscht ist.

Etwas weiter südwestlich liegt das Mittelgebirge Pohorje. Am einfachsten ist es mit der Seilbahn zu erreichen, die vom Stadtrand von Maribor bis auf 1050 Meter Höhe hinaufführt. Ein perfekter Ausgangspunkt für Wanderungen und Mountainbike-Touren durch die waldreiche Landschaft. Wer mag, kann sich dort oben auch gleich einrichten: Zwei Hotels und eine Appartementanlage in der Nähe der Bergstation bieten Unterkunft und Wellness.

Doch selbst ein Tagesausflug lohnt sich, denn hier starten auch kürzere Wanderwege. Einer führt zum Beispiel in drei Stunden hinab ins Tal bis zum Botanischen Garten von Maribor. Bevor man seine Wanderung beginnt, sollte man jedoch einen Abstecher zum Mariborski razglednik machen, einem Aussichtsturm auf 1147 Metern Höhe. Der letzte Anstieg ist recht anstrengend, der Ausblick entschädigt jedoch für Herzklopfen und schnellen Atem. Der Weg führt auch an der restaurierten Kirche Sv. Bolfenk vorbei, die im Jahr 1501 fertiggestellt wurde. In dem strahlend weißen Gotteshaus sind heute ein Museum und das Zentrum für Natur- und Kulturerbe untergebracht.

Rund 20 Kilometer südöstlich von Maribor und ebenfalls an der Drau befindet sich ein weiterer Superlativ Sloweniens: die älteste Stadt des Landes. Das Zentrum von Ptuj ist denkmalgeschützt, der Altstadtkern hat sich seit dem 18. Jahrhundert kaum verändert. Es ist schon einige Zeit her, aber Ptuj gehörte mal zu den wichtigsten Städten Europas, lag sie doch an einer Kreuzung zweier wichtiger Handelswege, der Via Publica und der Bernsteinstraße. Wer vom gegenüberliegenden Ufer der Drau auf die Altstadt herüberblickt, kann sich das sogar ein bisschen vorstellen.

Das Panorama bestimmt das auf einem Hügel gelegene Schloss aus dem 12. Jahrhundert, welches aber eher einer Festung gleicht. Gesiedelt wurde hier jedoch schon sehr viel früher, das belegen Funde aus dem zweiten Jahrtausend vor Christus. Unterhalb des Schlosshügels finden sich Bauten aus den verschiedenen Jahrhunderten. Rund um den früheren Hauptplatz Slovenski trg stehen Häuser aus dem 16. Jahrhundert, die regelmäßig dem geänderten Geschmack angepasst worden sind. Aus der gleichen Zeit stammt auch der 54 Meter hohe Stadtturm. Das Minoriten- und das Dominikanerkloster am rechten und linken Rand der Altstadt wurden dagegen bereits im 13. Jahrhundert gegründet.

Doch im alten Ptuj wurde nicht nur gebaut, sondern auch das Leben genossen. Schon im Mittelalter gingen die reicheren Bürger in die Thermen an der Drau, wo sie sich entspannten und Neuigkeiten austauschten. Die Bäder wurden bereits im Jahr 1311 erstmals urkundlich erwähnt. Damals badete man noch in Holzbottichen und Eimern. Heute sind die Anlagen topmodern mit einer großen Poollandschaft und Wasserrutschen für die Kinder, so dass sich hier auch Familien wohlfühlen und das 39 bis 54 Grad Celsius warme Mineralwasser genießen können.

(Die Autorin war auf Einladung des Fremdenverkehrsamtes Slowenien unterwegs.)
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