Hamburg - Elbtunnel wird bis 2011 saniert: Erhebliche Staus auf A7 erwartet

Elbtunnel wird bis 2011 saniert: Erhebliche Staus auf A7 erwartet

Von: ddp
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Hamburg. Autofahrer auf der Autobahn 7 müssen sich in den kommenden zweieinhalb Jahren rund um den Hamburger Elbtunnel auf erhebliche Behinderungen einstellen. Grund ist die 30 Monate dauernde Sanierung der drei älteren Tunnelröhren, von denen abwechselnd ständig eine Röhre komplett gesperrt sein wird, teilte Tunnel-Chefingenieur Karl-Heinz Krüger am Dienstag in Hamburg mit.

Lediglich die erst im Herbst 2002 in Betrieb genommene vierte und westlichste Röhre erfülle die derzeit geltenden Anforderungen, sagte Krüger. Deshalb würden die Röhren eins bis drei bis 2011 für insgesamt 120 Millionen Euro gemäß den aktuellen Sicherheitsstandards nachgerüstet. Eingebaut werden unter anderem zusätzliche Fluchttunnel, eine leistungsfähige Rauchabsaugung, Brandschutzeinrichtungen und eine neue Fahrbahnentwässerung.

Baubeginn für das Mammutprojekt ist am Freitag, auf erste Fahrbahnsperrungen müssen sich Autofahrer in der Nacht zum Montag (12. Januar) einstellen. Krüger rechnet vor allem in den Urlaubszeiten und zu bestimmten Berufsverkehrsspitzenzeiten mit erheblichen Behinderungen, da die Flussunterquerung dann mehr als ohnehin schon zum Nadelöhr werde.

„Wir werden die Spitzentage der Ferienzeiten nicht beherrschen, denn es gibt praktisch keine Alternative”, sagte Krüger. Autofahrer müssten sich auf Staus von jeweils bis zu 15 Kilometer nach Norden wie nach Süden einstellen.


Auch die Kacheln verschwinden

Der neue Elbtunnel ist für Pendler aus Hamburg und dem Umland, Lkw-Fahrer im Skandinavienverkehr sowie Urlauber auf dem Weg nach Schleswig-Holstein oder Dänemark nicht mehr wegzudenken. Doch schon unter normalen Bedingungen produziert die 34 Jahre alte Flussunterquerung Superstaus. Auslöser sind neben der Höhenkontrolle auch zahlreiche Fahrzeugpannen und vor allem Auffahrunfälle.

Der Tunnel mit seinen vier Röhren ist rund 3,3 Kilometer lang, etwa ein Drittel davon liegt direkt unter dem Flussbett. Bei mittlerem Tidehochwasser befinden sich die Röhren mit den insgesamt acht Fahrspuren etwa 28 Meter unter der Wasseroberfläche.

Am 10. Januar 1975 hatten der damalige Bundeskanzler Helmut Schmidt und Hamburgs Erster Bürgermeister Hans-Ulrich Klose (beide SPD) mit einem Knopfdruck grünes Licht für den Verkehr im Tunnel gegeben. Gäste der feierlichen Eröffnung waren auch 26 Veteranen, die schon in den Jahren 1907 bis 1911 am Bau des alten Elbtunnels bei den St.-Pauli-Landungsbrücken mitgewirkt hatten.

War der Tunnel bei der Verkehrsfreigabe noch für täglich etwa 55.000 Fahrzeuge konzipiert, befahren ihn in Spitzenzeiten mittlerweile bis zu 150.000 Pkw, Transporter, Busse und Laster. Markant sind die mit rund 1,9 Millionen Kacheln bestückten Wände der Tunnelröhren - doch nicht mehr lange: Mit der Sanierung in den kommenden 30 Monaten verschwinden sie.
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