Hamburg - Eine Göttin und Fantasie: Die neuen Kreuzfahrtschiffe 2012

Eine Göttin und Fantasie: Die neuen Kreuzfahrtschiffe 2012

Von: Fred Friedrich, dpa
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Der Kreuzfahrtboom geht weiter: In den Werften wird weiter eifrig gehämmert und geschweißt, 2012 fahren acht neue Kreuzfahrtschiffe auf den Weltmeeren. Dabei treffen Urlauber zwei alte Bekannte in neuem Gewand wieder. Foto: dpa

Hamburg. Europa stehen goldene Zeiten bevor - zumindest wenn es um den Urlaub auf hoher See geht. Die Auftragsbücher der Werften sind derzeit voll. Acht schwimmende Hotels stechen nächstes Jahr in See. Die großen Knüller sind allerdings erst im Frühjahr 2013 zu erwarten: Dann debütieren bei Hapag Lloyd Kreuzfahrten, Norwegian Cruise Line und Princess Cruises drei völlig neue Schiffstypen.

Aber auch der Jahrgang 2012 verspricht interessant zu werden. Nicht zuletzt, weil sich zwei Legenden zurückmelden. Die „Berlin” kreuzte von 1986 bis 1998 als ZDF-Traumschiff über Deutschlands Bildschirme. Nach der Jungfernfahrt vom 21. bis 27. Mai von Genua nach Venedig wird sie für die Münchener FTI Group zunächst im Mittelmeer unterwegs sein. Auf dem 139 Meter langen Schiff finden maximal 456 Passagiere Platz.

Die bisherige „Columbus” von Hapag-Lloyd Kreuzfahrten fährt ab kommendem Jahr als „Hamburg” unter der Flagge von Plantours. Auf der Jungfernfahrt vom 25. bis 31. Mai von Nizza nach Lissabon können die 400 Passagiere an Büfets im Palmengarten ihr Dinner genießen. Spezielle Schlauchboote ermöglichen Expeditionen in der Antarktis, die zur Jahreswende 2012/13 auf dem 144 Meter langen Schiff angeboten werden.

Die entstandene Lücke bei Hapag-Lloyd Kreuzfahrten schließt die „Columbus 2”. Vom bisherigen Eigner als schwimmender Country-Club vermarktet, könnte das rund 180 Meter lange Schiff durchaus den Geschmack deutscher Urlauber treffen: schmiedeeiserne Treppengeländer, dunkle Holztöne, schwere Vorhänge im Laura-Ashley-Stil, dazu wuchtige Ledersessel und Teppichböden mit floralen Mustern.

Den bis zu 698 Passagieren stehen elf Kabinenkategorien zur Auswahl. Fast alle liegen außen, zwei Drittel haben einen teakholzbelegten Balkon. Die Gäste speisen im „Fine Dining Restaurant Albert Ballin” oder an den Büfetts des „Lido”, im „Polo Grill” und im „Toscana” - alles bei freier Tischwahl, ohne Kapitänsempfang und Galadinner. Die Premierenfahrt vom 16. bis 28. April führt von Palma de Mallorca nach Valletta.

Den Glamour der goldenen Kreuzfahrtjahre beschwört die knapp 340 Meter lange „Disney Fantasy” im Art-Nouveau-Stil. Micky & Co. sind natürlich trotzdem allgegenwärtig, bei der neuen Dinnershow im Restaurant „Animators Palate” ebenso wie im Aladdin-Musical. In der „Bibbidi Bobbidi Boutique” werden aus kleinen Gästen Märchenprinzessinnen oder Piraten. Der von europäischen Reisezielen inspirierte Bereich fürs Nachtleben an Bord dagegen ist unter 18 Jahren tabu. Bis zu 4000 Passagiere gehen mit der „Fantasy” auf Kreuzfahrt. Am 31. März läuft sie das erste Mal in Fort Lauderdale aus und kreuzt bis 7. April durch die westliche Karibik.

Deutlich kleiner ist die 238 Meter lange „Riviera” von Oceania Cruises mit 1258 Passagieren, das Schwesterschiff der „Marina”. Ob amerikanisch, italienisch, französisch, asiatisch oder international - in den neun Restaurants dürfte bei der Jungfernfahrt vom 24. April bis 6. Mai von Piräus nach Istanbul fast jeder fündig werden.

Gleich zwei Premieren gibt es bei Costa: Die 290 Meter lange „Costa Fascinosa” wird mit maximal 3800 Passagieren das größte Kreuzfahrtschiff unter italienischer Flagge. Sie sticht am 2. Mai erstmals in Venedig in See und fährt bis 6. Mai nach Savonna.

Zusätzlich investieren die Italiener rund 90 Millionen Euro in einen Umbau der „Costa Romantica”. Mit 789 Kabinen - 111 mehr als bisher - und einer Kapazität von bis zu 1800 Passagieren wird sie nach ihrer Premierenfahrt vom 20. Februar bis 2. März als „Costa neoRomantica” zunächst zu den Kanaren fahren. Im Sommer geht es dann vom Basishafen Kopenhagen aus in den hohen Norden. Zielgruppe ist die Generation 50 plus, die von den übrigen Costa-Schiffen bekannte Kinderermäßigung gilt hier nicht.

Für spektakuläre Events war Aida schon immer gut. Für die Taufe der 252 Meter langen „Aidamar” hat die Reederei eine Weltpremiere angekündigt. Das neunte Schiff der Flotte wird beim 823. Hamburger Hafengeburtstag am 12. Mai 2012 im Beisein seiner Schwestern „Aidaluna”, „Aidablu” und „Aidasol” getauft. Von dort dreht sie zum Auftakt bis 26. Mai eine Runde durch die Gewässer Nordeuropas. Die bis zu 2174 Passagiere können in sieben Restaurants und zwölf Bars an Bord schlemmen - oder im Brauhaus eine bayerische Brotzeit bestellen.

„La Divina”, die Göttliche, nennt man Sophia Loren in Italien. Auf diesen Namen tauft sie am 26. Mai in Marseille für MSC Kreuzfahrten das dritte Schiff der Fantasia-Klasse. Dort startet einen Tag später die Jungfernfahrt, die am 2. Juni in Venedig endet. Mit 333 Metern Länge und maximal 4363 Passagieren ist sie größer als ihre Vorgängerinnen. Neu gestaltet wurde der Heckbereich mit seinem Infinitypool. Gut möglich, dass für MSC 2012 noch ein weiteres Schiff in Fahrt kommt. Die Reederei wird als möglicher Übernahmekandidat der „Phoenicia” gehandelt, die für die libysche Staatsreederei GNMTC in der Werft STX France in St. Nazaire gebaut wird.

Carnival Cruise Line trennt sich von seinem jahrelangen Innenarchitekten, dem US-Amerikaner Joe Farcus. Für das Kabinendesign der 306 Meter langen „Carnival Breeze” ist erstmals das Unternehmen Partner Ship Design zuständig - die Hamburger kombinieren europäischen Stil mit tropischem Flair.

Auf der Jungfernfahrt vom 3. bis 15. Juni von Venedig nach Barcelona können sich die bis zu 3646 Passagiere in einem riesigen Wasserpark und einem Hochseilgarten austoben, in der „Cucina del Capitano” italienisch essen und im „Thirsty Frog” eigens für Carnival gebrautes Bier trinken.

Größer, breiter, höher - so lautet das Motto der gut 315 Meter langen „Celebrity Reflection”, auf der 3030 Passagiere Platz finden. Die Nummer fünf des Solstice-Quintetts hat aber nicht nur ein Deck mehr als ihre Vorgängerinnen. Sie bietet 34 AquaClass-Suiten und das Spezialitäten-Restaurant „Blu”. Und im „Lawnclub-Grill” braten Urlauber während der Premierenfahrt vom 12. bis 21. Oktober von Amsterdam nach Barcelona ihr Steak unter fachkundiger Anleitung selbst.
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