Ein Spaziergang im Watt ist ein Spaß für Groß und Klein

Von: Elke Gersmann, ddp
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Das Wattenmeer ist eines der größten Feuchtgebiete der Erde und seit dem Jahr 2009 Unesco Weltnaturerbe. Seine Besonderheit ist der grau-braune Schlick, der bei Ebbe zum Vorschein kommt. Foto: ddp

Büsum. Das Wattenmeer ist eines der größten Feuchtgebiete der Erde und seit dem Jahr 2009 Unesco Weltnaturerbe. Seine Besonderheit ist der grau-braune Schlick, der bei Ebbe zum Vorschein kommt.

Es ist der Meeresboden, auf dem nun gefahrlos Wanderungen und Spaziergänge durch die weite Landschaft möglich sind - solange man sich an einige Regeln hält. Denn wo Ebbe ist, da ist auch Flut und diese kommt auf jeden Fall.

„Bevor man sich entscheidet, eine Wattwanderung zu unternehmen, sollte man einen genauen Blick in den Gezeitenkalender werfen”, mahnt Ingrid Austen, Geologin und Nationalpark-Wattführerin. Diesen gibt es in den Ferienorten bei den Tourismusbüros. Nach den dort angegebenen Zeiten von Ebbe und Flut sollte die Wanderung geplant werden. Als Faustregel gelte, dass der Zeitraum von zwei Stunden vor bis zwei Stunden nach Niedrigwasser für einen Ausflug ins Watt am sichersten sei.

„Dabei sollte man sich zwei Stunden nach dem niedrigsten Wasserstand bereits ganz klar auf dem Heimweg befinden”, betont Austen. Wattwanderer, die allein unterwegs sind, sollten daran denken, dass sie mit den Gegebenheiten nicht vertraut sind. So sei, sagt die Geologin, die Höhe des Watts unterschiedlich, was mit bloßem Auge nicht zu erkennen sei. Aber dazu führe, dass das Wasser an manchen Stellen rascher aufläuft.

Besondere Vorsicht verlangen die Priele. Diese Wasserläufe füllen sich bei Flut besonders schnell, haben eine starke Strömung und lassen sich im schlimmsten Fall nicht mehr überqueren. Austen rät daher, tiefere Priele nicht zu durchwaten, sondern lieber umzukehren. Ohnehin ist es nicht ratsam, zu weit hinauszulaufen: „Mehr als 300 Meter sollten es nicht sein, dann ist das Ufer noch in relativ sicherer Entfernung”, sagt Austen nachdrücklich. Damit man wisse, wann diese erreicht seien, helfe das Zählen der Schritte: „200 Schritte sind ungefähr 120 Meter.” In den Rucksack gehören unbedingt der Gezeitenkalender, eine Uhr und ein Handy für Notfälle.

Am meisten Spaß macht Wattwandern barfuß. Ab rund 13 Grad Celsius Wassertemperatur sei das möglich, sagt Austen. Allerdings sollte man den Rest des Körpers warm einpacken - je nach Lufttemperatur mit Mütze, Schal und warmer Jacke. So steht einer bis zu zweistündigen Wanderung nichts im Wege. Ist sie länger, sollte man doch zu Gummistiefeln greifen. Besonders Kinder haben im Watt ihren Spaß und freuen sich, mit bloßen Füßen durch den Matsch zu laufen. Verletzungen müssen Eltern kaum befürchten, sagt Austen, die auch Familienführungen veranstaltet. Durch scharfkantige Muschelschalen könnten Schnittwunden verursacht werden, doch auf diese treffe man in der Regel nur, wenn Muschelbänke in der Nähe sind. Informationen dazu kann man vor Ort erhalten.

Für alle, die sicher gehen wollen, hat die Wattführerin einen Tipp: „Strümpfe schützen vor Schnitten, deshalb können ein paar alte Socken im Rucksack bei Bedarf gute Dienste leisten.” Komme es zu einer Schnittverletzung, könne wegen der Feuchtigkeit vor Ort nicht viel gemacht werden. Hilfreich könnten ein Pflaster und eine Plastiktüte sein, in die der Fuß gesteckt wird. Sehr wichtig sei es dagegen, betont Austen, an Land umgehend einen Arzt oder ein Krankenhaus aufzusuchen, um die Wunde gründlich reinigen zu lassen. Sonst drohe eine Entzündung.
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