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Dicht an dicht: Verfall und Erhalt von Bangkoks Shop-Houses

Von: Peter Janssen, dpa
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In Rattanakosin stehen viele Sehenswürdigkeiten der thailändischen Hauptstadt: der Große Königspalast, Chinatown, alte Tempelanlagen, Regierungsgebäude - und eine Attraktion, die viele Touristen erst auf den zweiten Blick registrieren: die sogenannten Shop-Houses an der Na-Phra-Lan-Straße. Foto: dpa

Bangkok. In Rattanakosin stehen viele Sehenswürdigkeiten der thailändischen Hauptstadt: der Große Königspalast, Chinatown, alte Tempelanlagen, Regierungsgebäude - und eine Attraktion, die viele Touristen erst auf den zweiten Blick registrieren: die sogenannten Shop-Houses an der Na-Phra-Lan-Straße.

Frisch renoviert erstrahlen sie, ganz so als hätten sie sich extra herausgeputzt: Seit kurzem sind sie Unesco-Weltkulturerbe.

Eine Schlüsselrolle in der Geschichte der alten Bangkok-Shop-Houses spielte König Chulalongkorn. Er war der fünfte Monarch der Chakri-Dynastie und regierte von 1868 bis 1910.

Das Prinzip der kompakten Bauweise schaute er sich in Singapur ab. „Als er sah, was Singapur aus Stamford Raffles Idee der Shop-Houses gemacht hatte, kopierte er diese gewissermaßen”, sagt Yongtanit Pimonsathean, Präsident des thailändischen Denkmalamtes und Professor für Architektur an der Thammasat-Universität in Bangkok.

Die typischen Shop-Houses sind alle einfach strukturiert: im Erdgeschoss ein Geschäft, in den oberen Stockwerken Wohnungen. Gebaut sind sie mit dicken Beton-Wänden, haben Holztüren, Querbalken, Tür- und Fensterläden sowie Ornamente aus Gips über der Eingangstür.

Diese beengten Siedlungen aus Shop-Houses ließ Chulalongkorn entlang der meisten neuen Hauptstraßen in Bangkok errichten. Dazu gehörte unter anderem die Charoen-Krung-Straße. Lange Shop-House-Zeilen säumen auch die Yaowarat-Straße in Chinatown, die Tha-Tian-Straße und die Na-Phra-Lan-Straße in der Nähe des Großen Königspalastes.

Nach dem Ende der absoluten Monarchie im Jahr 1932 gingen viele der schmalen Shop-Houses in staatlichen Besitz über. Von da an fielen sie in den Zuständigkeitsbereich des Crown Property Bureau (CPB), einer Regierungsbehörde, die für das thailändische Königshaus die Finanzen verwaltet.

1995 verkündete die Regierung erstmals, dass sie plant, die Siedlungen an der Tha-Tian-Straße und der Na-Phra-Lan-Straße zum Kulturerbe zu ernennen - und dass damit auch Zwangsräumungen verbunden seien.

An vielen Shop-Houses war jahrzehntelang nichts gemacht worden. Wegen des großen Widerstands aus der Bevölkerung, wurde die Räumung zunächst verschoben. Das CPB entwickelte schließlich einen neuen Plan, nach dem sich die Bewohner an den Renovierungsarbeiten beteiligen sollten - und hatte damit Erfolg.

„Meine Familie lebt hier schon seit mehr als 60 Jahren”, sagt Suphat Saetkhanuphop, der heute in seinem Erdgeschoss ein Fotogeschäft betreibt. Sein Großvater hatte hier einst ein Restaurant, das speziell für die Mitarbeiter des benachbarten Finanzministeriums ausländische Gerichte anbot.

Als das Finanzministerium vor rund einem Jahrzehnt den Standort wechselte, machte Suphat aus dem Restaurant ein Fotogeschäft für Touristen.

Mehr als 24 000 Euro musste die Familie für den Umbau zum Fotolabor ausgeben - für Suphat eine lohnenswerte Investition. Sein oberstes Ziel sei immer gewesen, das Geschäft zu behalten: „Ich wüsste nicht, wie ich sonst meinen Lebensunterhalt bezahlen soll.”

Informationen: Thailändisches Fremdenverkehrsamt, Bethmannstraße 58, 60311 Frankfurt (Tel.: 069/138 13 90, E-Mail: info@thailandtourismus.de, www.thailandtourismus.de).
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