Bonn - Das Siebengebirge lockt mit spektakulären Ausblicken, Burgruinen und einem Besuch in Adenauers Wohnhaus

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Das Siebengebirge lockt mit spektakulären Ausblicken, Burgruinen und einem Besuch in Adenauers Wohnhaus

Von: Frank Bretschneider, dapd
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Siebengebirge
Das Siebengebirge ist ein im Bereich der Städte Königswinter und Bad Honnef gelegenes Mittelgebirge, welches aus mehr als 40 Bergen und Anhöhen besteht. Das Naturschutzgebiet Siebengebirge ist das größte zusammenhängende Naturschutzgebiet Nordrhein-Westfalens.

Bonn. Schon den weit gereisten Naturforscher Alexander von Humboldt brachte das Gebiet vor 200 Jahren ins Schwärmen. Das Siebengebirge stellte er in eine Reihe mit den großen Landschaften der Erde und sprach vom „achten Weltwunder”.

Auch heute hat die zwischen Bonn und Bad Honnef gelegene wildromantische Region mit dicht bewaldeten Bergen und Tälern nichts von ihrer Faszination verloren. Zu den Osterfeiertagen werden wieder zahlreiche Kurzurlauber und Ausflügler erwartet.

Das Siebengebirge, Deutschlands ältestes Naturschutzgebiet, wird in erster Linie mit dem berühmten Drachenfels (Höhe 321 Meter) sowie dem Petersberg (331 Meter) in Verbindung gebracht. Sie gelten als die Hauptattraktionen und bieten großartige Panoramaaussichten auf das Rheintal - bequem zu erreichen und damit ein guter Anfang, um einen ersten Eindruck zu bekommen.

Der Weg zum Drachenfels ist zugleich auch ein Stück Technikgeschichte. Auf den Gipfel fährt vom Bahnhof Königswinter aus die mit knapp 130 Jahren älteste deutsche Zahnradbahn. Auf der 1,5 Kilometer langen Strecke muss sie eine beträchtliche Steigung von 20 Prozent überwinden. Oben angekommen, trifft man auf die Ruine jener Burg, die im 12. Jahrhundert errichtet, dann im 30-jährigen Krieg zerstört wurde und heute Wahrzeichen des Siebengebirges ist.

Auf halbem Weg macht die Bahn Station am Schloss Drachenburg, das der Bonner Bankier Stephan von Sarter im neugotischen Stil Ende des 19. Jahrhunderts erbauen ließ. Das „Neuschwanstein am Rhein” ist nach umfangreicher Sanierung inzwischen wieder zugänglich. An den Wänden hängen Gemälde mit Motiven der rheinischen Sagenwelt und des mittelalterlichen Ritterlebens.

Wieder zurück am Parkplatz der Talstation, bietet sich eine Autofahrt über die kurvige Serpentinenstraße auf den Petersberg an. Das ehemalige, legendäre Gästehaus aus den Bonner Zeiten der Bundesregierung ist heute ein schickes Hotel mit schöner Panoramaterrasse, die ebenfalls spektakuläre Blicke auf Bonn bietet.

Doch wer wirklich in das Siebengebirge „eintauchen” will, muss es erwandern. So wird schnell deutlich, das die Region mehr als nur sieben Berge hat - nämlich insgesamt über 50 Erhebungen. Der Name des Gebirges muss dementsprechend einen anderen Ursprung haben. Wahrscheinlich stammt er von den schluchtartigen Bachtälern, die im Rheinischen „Siefen” genannt werden.


Mehr als 200 Kilometer Wanderwege gibt es. An vielen Wegekreuzungen stehen kleine Felssteine, die die Richtung zu markanten Punkten weisen und damit eine gute Orientierung liefern. Wer aber eine Strecken- oder Rundwanderung unternehmen will, sollte eine detailreiche Wanderkarte dabei haben, am besten im Maßstab 1:25.000. So lässt sich die Tour besser planen.

Ein guter Startpunkt für Wanderungen ist der Parkplatz am Naturparkhaus auf der Margarethenhöhe. Ihn erreicht man am zügigsten in nur wenigen Minuten von der Autobahnausfahrt Siebengebirge der A 3 - oder von der Petersberg-Serpentinenstraße kommend links auf die L 331 weiter bergauf fahrend. Schon nach wenigen Minuten umschließt einen die Stille des Waldes.

In gut einer Dreiviertelstunde kommt man auf ausgeschildertem Weg zu einer weiteren Attraktion, der in 455 Meter Höhe thronenden Ruine der Löwenburg. An deren Fuß lädt die Waldwirtschaft Löwenburger Hof vor oder nach dem Aufstieg zur Stärkung ein. Die ebenfalls aus dem 12. Jahrhundert stammende Löwenburg bietet den vielleicht schönsten Ausblick im Siebengebirge. Denn man hat das gesamte Panorama samt Drachenfels-Burgruine vor sich und kann den Blick bis zur Eifel und in Richtung Westerwald schweifen lassen.

Doch das Siebengebirge bietet nicht nur großartige Natur, sondern auch viel Zeitgeschichte: Neben dem Petersberg ist das Wohnhaus von Konrad Adenauer in Rhöndorf südlich von Königswinter Ziel vieler Touristen. Der kleine Ort unmittelbar am Fuß des Drachenfels war von 1937 an über drei Jahrzehnte das Zuhause des ersten Bundeskanzlers. Nach seinem Tod 1967 übereignete die Familie das Anwesen der Bundesrepublik, die mit der Stiftung Bundeskanzler-Adenauer-Haus die erste Politiker-Gedenkstätte einrichtete.

Adenauers Haus kann nur im Rahmen kostenloser Führungen besucht werden, für die man sich in dem vorgelagerten kleinen Museum anmeldet. Die Wartezeit lässt sich mit der interessanten Dauerausstellung über Leben und Wirken des Politikers überbrücken. Fast 100 Treppenstufen führt der Weg hinauf bis zum Hauseingang, die der rüstige Politiker auch im hohen Alter noch bewältigte.

Nicht weit vom Wohnhaus liegt die Grabstätte des Politikers. Dazu folgt man der Löwenburgstrasse zum idyllisch gelegenen Waldfriedhof. Ein Schild am Eingang weist den Weg an der Kapelle vorbei zum Familiengrab.


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