Monterosso - Cinque Terre: Eine wohltuende Wanderung an der italienischen Riviera

Cinque Terre: Eine wohltuende Wanderung an der italienischen Riviera

Von: Oliver Kauer-Berk, dapd
Letzte Aktualisierung:
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Von Dorf zu Dorf in den Cinque Terre: Eine wohltuende Wanderung an der italienischen Riviera Foto: dapd

Monterosso. Nur wenige Kilometer weiter südlich der Cinque Terre herrscht der Horror italienischer Strandbäder. In den Bagni rund um Viareggio finden Individualtouristen weder Beschaulichkeit noch Begegnungen mit dem Land.

Kilometerlang reiht sich Bagno an Bagno, immer im gleichen Längsschnitt: ein Parkplatz, ein Häuschen mit den Umkleiden, vier mit dem Lineal gezogene Reihen Sonnenschirme. Jede dieser „Familieneinheiten” ist exakt gleich ausgerichtet, der Sand dazwischen fein gerecht, die Italiener sind deutscher als die Deutschen.

Wer nach einer Toskana-Rundreise noch etwas Zeit am Meer verbringen möchte, kann statt in die Bagni aber auch wenige Kilometer die Riviera di Levante hinauf nach Cinque Terre fahren. An dem Küstenstreifen nordwestlich von La Spezia liegen kurz hintereinander fünf malerische Dörfer in türkisgrünen Buchten vor hohen bewaldeten Bergen und auf Felsvorsprüngen über dem Meer.

Monterosso, Vernazza, Corniglia, Manarola und Riomaggiore sind eine Augenweide und durch Bahntunnel verbunden. Eine Viertelstunde benötigt der Zug, um die Dörfer abzuklappern. Eine Verbindungsstraße gibt es nicht, die Cinque Terre sind weitgehend autofrei. Die Region ist als Nationalpark geschützt und Weltkulturerbe.

Der schöne Blick zurück

Was macht man in Cinque Terre? Natürlich die fünf Dörfer abwandern und dabei genug Meerblicke für zwei Urlaube einsammeln. Man kann Tagesetappen einrichten oder als Tagesausflügler alle fünf an einem Tag ablaufen.

Etwas Fitness ist nötig. Nach dem Start in Monterosso, dem größtem und mit schönen Badestränden gesegneten Ort, geht es erst mal eine dreiviertel Stunde bergauf, meist über Stufen. Hier erlebt man sogar Nachahmer der Felsenspringer von Acapulco: Jugendliche klettern die Felsen 15 Meter hoch, um sich dann in eine vier Meter breite Wasserspalte zu stürzen.

Wer nicht zu Hochleistungssport neigt, sollte sich alle paar Höhenmeter ein Päuschen gönnen und den Blick zurück an Zitronenbäumen vorbei nach Monterosso wenden. Die halbmondförmige Bucht sieht immer anders aus. Der Pfad ist gerade mannsbreit, und natürlich gibt es Gegenverkehr. Zur Saison kommen auf jeden Einwohner ein Dutzend Tagesgäste, darunter viele US-Amerikaner. Cinque Terre gilt zwischen New York und Los Angeles als Top-Reiseziel.

Auf dem höchsten Punkt der ersten Etappe ist Monterosso aus dem Blick verschwunden, in der Ferne blitzt schon Vernazza auf. Das schönste Dorf. Auf einem Felsvorsprung ragt es ins Mittelmeer hinein. Rote, rosa und gelbe Hausfassaden leuchten, von der Kaimauer hüpfen Kinder ins Wasser, am kleinen Strand liegen Sonnenhungrige zwischen bunten Fischerbooten, auf den Felsen halten Paare Händchen.

Ganz vorn auf der Felsnase thronen die Überreste einer Miniburg. Dort wurde auf mehreren Ebenen ein Restaurant eingerichtet, mit Meerblick nach zwei Seiten. Bis hierhin sind es vom Start weg zwei Stunden. Nach der Mittagspause kann man gleich aus dem Restaurant wieder hochsteigen Richtung Corniglia.

Kurzer Liebesweg

Auch jetzt gilt: Immer wieder zurückblicken auf die Postkartenansicht Vernazzas. Der Anstieg an den Olivenbaumhängen ist etwas weniger steil als nach Monterosso, aber ähnlich lang. Bis Corniglia begleitet den Wanderer für anderthalb Stunden Meerblick. Der Ort liegt auf einem kleinen Plateau etwa 100 Meter über dem Meer. Auch Corniglia hat die für Cinque Terre typischen engen und verwinkelten Gassen, die bunten Häuser und eine reizende Aussichtsplattform.

Wer in Corniglia angekommen ist, hat rein läuferisch das Schwierigste hinter sich. Einen Katzensprung ist es dann nach Manarola, das sich farbenfroh an einen Felsvorsprung schmiegt. Der Ort ist Startpunkt für die Via dell Amore, die vierte und letzte Etappe des Pfads entlang der Cinque-Terre-Küste.

Landschaftlich ist der Liebesweg jedoch eine Enttäuschung. Aber hier gibt es immerhin Bänke, die für einen Heiratsantrag tauglich wären - und Akkordeonklänge in einer Unterführung. So schnell die Via dell Amore in Manarola beginnt, so schnell endet sie im letzten, östlichsten Dörfchen Riomaggiore.

Gerade mal 20 Minuten ist man dorthin unterwegs. Am Strand liegen die Fischerboote, dahinter türmen sich drei- und vierstöckigen Häuser bunt den Hang hinauf. Die Aussicht vom Hafen hinauf ist das wohl am meisten fotografierte Motiv in den Cinque Terre.
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