Radarfallen Blitzen Freisteller

Bauernhöfe in NRW werben mit Last-Minute-Angeboten um Urlauber

Von: Karoline von Graevenitz, ddp
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. „Last-Minute” in den Heuhaufen ist eines der Angebote, mit dem sich gästeorientierte Bauernhöfe in Nordrhein-Westfalen dem bisweilen launischen Tourismustrend in Deutschland anpassen wollen.

Ob Abenteuererlebnisse für Kinder, Abhängen in der Sonne, sportliche Verausgabung oder Kulturprogramm - laut einer Untersuchung des Europäischen Tourismus Instituts an der Universität Trier wollen sich deutsche Urlauber nicht auf eine Ferienkategorie festlegen. Entsprechend vielseitig wird der Landurlaub in NRW als eine Mischung zwischen Erholung und Abenteuer, komfortablem Service und Mitmachkultur präsentiert.

Mit Schlafsack und Taschenlampe ins Heu zu legen und sich morgens vom Hahn wecken zu lassen, gilt derzeit als Vermarktungs-Highlight. Acht Heuherbergen haben sich in NRW zu einem Qualitätszirkel zusammengeschlossen, um regelmäßig ihr Angebot von der Landwirtschaftskammer prüfen zu lassen.

„Vor allem Sportvereine oder Familien mit Kindern kommen, um für ein oder zwei Nächte bei uns im Heu zu schlafen”, berichtet Anne Meurs vom Moerenhof in Xanten am Niederrhein. Zu diesem Zweck werde immer im Frühjahr das Heu ausgetauscht. Ein Jahr alt müsse es sein, sonst sei die Pollenbelastung zu stark. Für Allergiker halte der Hof ein Extrazimmer bereit.

Rund 20 Prozent der Bauernhöfe mit Gästeangebot leben laut der Arbeitsgemeinschaft „Komm aufs Land” hauptsächlich vom Tourismus, viele davon im Münster- und Sauerland mit einem Angebot von über 10 bis 20 Ferienwohnungen. Die Mehrheit verfüge aber über ein bis drei Ferienwohnungen und verdiene sich mit dem Tourismus ein Zubrot.

Neben Hinweisen auf Wander- und Fahrradwege sowie Kulturführungen haben sich die Höfe zunehmend auf ein eigenes Tourismusprogramm spezialisiert. Dieses reicht von Schlachtfesten, Nachtwanderungen, Planwagenfahrten, Hofrallyes bis hin zur Mithilfe auf dem Hof bei der Heuernte, beim Füttern oder Melken. Nicht zuletzt nehmen über 20 Betriebe auch Kinder ohne Begleitung auf.

Für Umweltpädagogik, die über den Streichelzoo hinausgeht, fühlen sich vor allem Schulbauernhöfe zuständig, die ganze Schulklassen aufnehmen. „Schüler meist aus der fünften Stufe bewirtschaften unter unserer Anleitung den Hof”, erläutert Sigrid Kownatzki vom Schulbauernhof Ummeln in Bielefeld. 1000 Kinder kommen pro Jahr, um die Abläufe der Landarbeit auf dem Feld und im Wald kennenzulernen.

Zwar sei der Urlaub auf dem Bauernhof nicht das originäre landesweite Aushängeschild der NRW-Tourismusvermarktung, heißt es bei Tourismus NRW. Doch sind die Besucherzahlen in den ländlichen Regionen in den vergangenen Jahren rasant gestiegen. Landesweiter Rekordhalter im Jahr 2008 waren der Teutoburger Wald mit 6,5 Millionen Übernachtungen und das Sauerland mit sechs Millionen Übernachtungen.

70 Prozent der Landgäste kamen dabei aus NRW selbst. „Unsere Zielgruppe will nur einen kurze Anreisezeit haben. Deshalb wird Urlaub auf dem Land vor allem über ein verlängertes Wochenende oder die kurzen Ferien wie zu Ostern oder in den Herbstferien gebucht”, erläutert die Geschäftsführerin der Arbeitsgemeinschaft „Komm aufs Land”, Renate Carstens.

„Ganz häufig kommen Großeltern mit Kindern.” Gäste aus dem Ausland vor allem aus den Niederlanden nutzen die ländliche Unterbringung insbesondere im Winter, zum Skifahren etwa im Sauerland oder in der Eifel.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert