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Ägypten-Reisen lassen sich nicht mehr kostenfrei stornieren

Von: Andreas Heimann, dpa
Letzte Aktualisierung:

Kempten. Wer eine Ägypten-Reise gebucht hat und nicht fliegen will, kann jetzt nicht mehr auf kostenloses Stornieren pochen.

Nachdem das Auswärtige Amt seinen Sicherheitshinweis entschärft hat und es auch keine Reisewarnung für die Städte Kairo, Suez und Alexandria mehr gibt, sei es deutlich schwieriger, von einem Reisevertrag zurückzutreten, sagte Prof. Ernst Führich am Dienstag dem dpa-Themendienst. Das Auswärtige Amt formuliert nun ausdrücklich: „Reisen in die Urlaubsgebiete am Roten Meer sind wieder möglich.”

Will ein Kunde von der Reise zurücktreten und keine Stornokosten bezahlen, kann er sich im Fall von politischen Unruhen am Reiseziel auf höhere Gewalt berufen. „Nun muss er allerdings glaubhaft machen, dass die Reise tatsächlich beeinträchtigt sein würde”, erläuterte Führich. Eskaliert der Streit mit dem Veranstalter und landet er vor Gericht, ist der Kunde nachweispflichtig. Chancen mit seiner Position durchzukommen, gebe es zwar nicht erst dann, wenn klar ist, dass die Reise komplett undurchführbar sein wird. Wie ein Gericht im Einzelfall entscheiden würde, sei aber schwer vorhersagbar.

Größere Veranstalter wie die Tui, Thomas Cook/Neckermann und die Rewe-Pauschaltouristik (ITS, Jahn Reisen, Tjaereborg) wollen von Anfang März an wieder Ägypten-Reisen anbieten. Sie ermöglichen für Touren bis Mitte April aber weiterhin kostenlose Umbuchungen. Kleinere Veranstalter, die auf Ägypten spezialisiert sind und keine anderen Länder im Katalog haben, könnten das nicht und verlangten oft Stornogebühren, sagte Führich. „Die Spezialreiseveranstalter trifft die Entwicklung besonders schwer. Einige stehen kurz vor der Pleite.”

Von „nicht dringend erforderlichen Reisen” nach Kairo, Alexandria und Suez rät das Auswärtige Amt nach wie vor wegen der unübersichtlichen Sicherheitslage ab. Es sei daher davon auszugehen, dass Ausflüge nach Kairo häufig abgesagt werden müssten, sagte Führich. In dem Fall habe der Kunde einen Anspruch darauf, die Kosten dafür zurückzubekommen. Reiseveranstalter könnten sich nicht auf höhere Gewalt berufen und die Zahlung mit diesem Argument verweigern.
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