Suche nach Vater: Handy-Provider muss keine Auskunft erteilen

Letzte Aktualisierung:

Bonn. Ein Handy-Provider muss einer werdenden Mutter keine Auskunft über den Mann hinter einer Mobilfunknummer geben. In einem Fall vor dem Landgericht Bonn bekam eine Frau nach einer Affäre ein Kind - von dem Mann wusste sie nur den Vornamen und die Handynummer.

Sie teilte ihm die Schwangerschaft mit - er habe laut dem Gericht erwidert, er „brauche keine Kinder”. Wenig später sei er unter der Nummer nicht mehr erreichbar gewesen.

Die Mutter machte geltend, sie benötige die persönlichen Daten des Mannes, um Unterhaltszahlungen geltend zu machen, wie die „Neue Juristische Wochenschrift” berichtet (Az.: 1 O 207/10). Sie verklagte den Handy-Provider auf Herausgabe des Namens und der Anschrift des Anschlussinhabers. Das Gericht lehnte das Ersuchen ab.

Das Recht sehe zwar einen Auskunftsanspruch gegenüber einem Telekommunikationsunternehmen vor, wenn zum Beispiel die Zusendung unbestellter Waren oder von Werbung unterbunden werden soll. Eine Vaterschaftsfeststellung gehöre nicht zu den Gründen, die eine Herausgabe der Daten rechtfertigen.
Leserkommentare

Leserkommentare (0)

Sie schreiben unter dem Namen:



Diskutieren Sie mit!

Damit Sie Artikel kommentieren können, müssen Sie sich einmalig registrieren — bereits registrierte Leser müssen zum Schreiben eines Kommentars eingeloggt sein. Beachten Sie unsere Diskussionsregeln, die Netiquette.

Homepage aktualisiert

Finden Sie jetzt neue aktuelle Informationen auf unserer Startseite

Wieder zur Homepage

Die Homepage wurde aktualisiert