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Sterbegeldversicherung: Nepp oder sinnvoller Schutz?

Von: Oliver Mest, dapd
Letzte Aktualisierung:

Elmshorn. Nichts ist umsonst, außer der Tod, und der kostet das Leben. Dieser sarkastische Sinnspruch ist aber nicht ganz richtig, denn eine würdevolle Bestattung kostet leicht 5.000 Euro und mehr.

Reicht das Vermögen des Verstorbenen dafür nicht, kommt oft nur eine einfache Bestattung auf Kosten der Familie infrage - eine Vorstellung, vor der vielen Menschen graut.

Die Versicherungsbranche hat Lösungen für das Problem entwickelt: Sterbegeldversicherungen heißen die oder Bestattungsvorsorgeverträge. Beides sind Todesfallversicherungen, die mit einem Sparvertrag gekoppelt sind - ähnlich wie bei einer Kapitallebensversicherung.

Bei einem Bestattungsvorsorgevertrag kommt eine Bindung an ein Bestattungsunternehmen dazu, das später die Beerdigung organisiert. Aber ist es sinnvoll, solche Policen abzuschließen? Die wichtigste Frage sollten Verbraucher klären, bevor sie die Unterschrift unter die Police setzen: Bin ich an anderer Stelle bereits abgesichert? Fließen Gelder, die für eine würdevolle Bestattung reichen?

So zahlt die Deutsche Rentenversicherung auf Antrag wenige Tage nach dem Todesfall drei volle Monatsrenten an den hinterbliebenen Ehepartner aus, wenn der eine gesetzliche Rente bezogen hat. Angehörige von Angestellten des öffentlichen Dienstes erhalten eine Sterbebeihilfe von bis zu drei Monatsgehältern. Auch betriebliche Sterbekassen oder die gesetzliche wie auch eine private Unfallversicherung stehen bei Todesfällen oft mit finanzieller Hilfe bereit.

Kritiker begegnen der Police auch mit dem Argument, dass das Geld besser als Tagesgeld angelegt werden sollte, wenn eine gute Rendite erreicht werden soll. Tatsache ist dabei: Eine Sterbegeldversicherung ist weniger eine sinnvolle Kapitalanlage, sondern vor allem die Möglichkeit, bei einem schmalen Vermögen eine würdevolle Beerdigung sicherzustellen.

Wenn unter dieser Voraussetzung eine Police gewünscht wird, sollte auf den Vertragsumfang geachtet werden. Die Bindung an einen bestimmten Bestatter ist nur dann nötig, wenn man selbst bereits vor dem Tod die eigene Beerdigung umfassend regeln möchte.

Ganz wichtig ist dann jedoch, einem nahen Bekannten oder Freund auch mitzuteilen, dass ein solcher Vertrag abgeschlossen wurde. Ansonsten drohen Abschläge, wenn von ahnungslosen Angehörigen ein anderer Bestatter gewählt wird.

Wichtig ist auch zu wissen, dass man oft bestimmte Wartezeiten einhalten muss, bevor es den vollen Schutz gibt. Die liegen je nach Versicherer zwischen 12 und 36 Monaten - erst nach Ablauf dieser Kulanzfrist bekommen Versicherte beziehungsweise deren Erben oder der Bestatter den vollen Betrag ausgezahlt, der in der Police festgeschrieben war. Sinnvoll ist es deshalb, einen Anbieter zu wählen, der möglichst kurze Wartezeiten im Vertrag vorschreibt.

Wer noch unter 45 Jahre ist, sollte statt einer Sterbegeldversicherung lieber eine langlaufende Risikolebensversicherung abschließen. Damit ist sichergestellt, dass im Todesfall die vereinbarte Versicherungssumme ausgezahlt wird und diese Summe auch für die Bestattung verwendet werden kann.

Gleichzeitig kann die Differenz zwischen der günstigen Prämie für die Risikolebensversicherung und der meist deutlich höheren Prämie für die Sterbegeldversicherung rentabel angelegt werden.
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