Berlin - Schmerzensgeld muss Verletzungen angepasst sein

Schmerzensgeld muss Verletzungen angepasst sein

Von: ddp
Letzte Aktualisierung:

Berlin. Das Schmerzensgeld für ein Unfallopfer muss den bei dem Unfall erlittenen Verletzungen entsprechen. Auf ein entsprechendes Urteil des Oberlandesgerichts Schleswig verweist der Deutsche Anwaltverein in Berlin.

In dem Fall hatte eine Arzthelferin bei einem Unfall mit einem Lkw zahlreiche Verletzungen, darunter ein schweres Schleudertrauma, einen Bruch des Nasenbeins, ein Schädel-Hirn-Trauma, Schürf- und Schnittwunden sowie zahlreiche Prellungen erlitten. Die Schuld des Lkw-Fahrers an dem Unfall stand ebenso fest wie die volle Haftung seiner Versicherung. Vor Gericht ging es um die Höhe des Schmerzensgeldes und ob die Klägerin psychisch unter den Folgen des Unfalls litt. Die Klägerin verlangte 30.000 Euro, die Versicherung hatte nur 2750 Euro gezahlt.

Die Richter hielten den Anspruch der Klägerin für angemessen. Ein Sachverständiger habe neben den zahlreichen Verletzungen zweifelsfrei eine posttraumatische Belastungsstörung festgestellt. Die Auswirkungen solcher psychischen Unfallfolgen seien erheblich. So habe die Klägerin infolge ihrer Ängste ihren Beruf aufgeben müssen. Darüber hinaus erzeuge bei ihr alles, was mit Straßenverkehr zu tun habe, Angst. Dies zeige sich daran, dass sie nicht allein ihre Wohnung verlassen könne.

Letztlich müsse bei der Schmerzensgeldbemessung auch das Regulierungs- und Prozessverhalten der Versicherung berücksichtigt werden, befand das Gericht. Nicht nur, dass die Versicherung ein selbst für die körperlichen Verletzungen schon zu niedriges Schmerzensgeld gezahlt habe. Auch aus dem von ihr vorgerichtlich eingeholten Gutachten sei hervorgegangen, dass eine posttraumatische Belastungsstörung vorliege. Trotzdem habe es die Versicherung nicht nur auf ein Verfahren ankommen lassen, sondern außerdem die Klägerin verdächtigt, die Symptome vorzutäuschen.
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