Brandenburg/Havel - Nutzungsentschädigung bei schwerwiegenden Baumängeln

Nutzungsentschädigung bei schwerwiegenden Baumängeln

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Renovierung dringend nötig: Bei schwerwiegenden Mängeln muss die Baufirma ihren Kunden eine Nutzungsentschädigung zahlen, wenn diese ihre Immobilie nicht vereinbarungsgemäß bewohnen können. Foto: dapd

Brandenburg/Havel. Bei schwerwiegenden Mängeln muss die Baufirma ihren Kunden eine Nutzungsentschädigung zahlen, wenn diese ihre Immobilie nicht vereinbarungsgemäß bewohnen können.

Das geht aus einem Urteil des Oberlandesgerichts Brandenburg hervor (Aktenzeichen: 4 U 91/10).

Nach dem Kauf einer alten Stadtvilla und einer aufwendigen Renovierung hatte ein Käuferehepaar nach seinem Einzug festgestellt, dass es durch das Dach regnete und Wasser in die Wohnräume drang. Daraufhin sanierte das bauausführende Unternehmen die Immobilie etwa zwei Monate lang. Wegen der Arbeiten konnten die Eigentümer ihr Haus nicht bewohnen und mussten sich eine andere Unterkunft suchen. Dafür verlangten sie vom Auftragnehmer eine Nutzungsentschädigung in Höhe von 215 Euro pro Tag.

Völlig zu Recht, entschied das OLG Brandenburg. Voraussetzung für die Nutzungsentschädigung ist eine fühlbare und damit vermögenswerte Beeinträchtigung. Lästigkeiten, wie zum Beispiel ab und an Wasser aufwischen oder die nur geringfügige Einschränkung der Nutzung einzelner Räume für kurze Zeit, lösten dagegen keinen Anspruch aus.
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