Gericht: Schwimmen für moslemische Schülerin Pflicht

Von: dpa
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Aachen. Eine muslimische Schülerin darf sich nach einem Urteil nicht aus religiösen Gründen vom Schwimmunterricht befreien lassen. Die Eltern der 13-Jährigen hielten den Schwimmunterricht in einer gemischten Klasse und einem öffentlichen Schwimmbad für unzumutbar.

Das Verwaltungsgericht Aachen kam zu einem anderen Schluss. Die Schülerin könne sich durch das Tragen eines „Burkinis”, eine den ganzen Körper bedeckende Badebekleidung für muslimische Mädchen und Frauen, vor den Blicken anderer schützen, befand die Kammer. Nach Gerichtsangaben vom Donnerstag können die Eltern Beschwerde beim Oberverwaltungsgericht Münster einlegen. (AZ 9L518/10)

Die Eltern hatten argumentiert, Baden und Schwimmen mit dem anderen Geschlecht sei eine Verletzung ihrer hanefitisch-sunnitischen Glaubensvorschriften. Nach dem Schulgesetz könnten Schüler zwar von einzelnen Unterrichtsveranstaltungen befreit werden, wenn nur so eine „unzumutbare Grundrechtsverletzung” vermieden werde, aber die sei in dem Fall nicht gegeben, befand das Gericht. Die Eltern hätten nicht konkret darlegen können, dass der Schwimmunterricht mit einem Burkini gegen religiöse Gebote ihrer Religionsgemeinschaft verstoße.

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