Gericht hebt Kündigung eines WDR-Redakteurs auf

Von: dpa
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Köln. Das Arbeitsgericht Köln hat die fristlose Kündigung eines Redakteurs des Westdeutschen Rundfunks (WDR) für unwirksam erklärt. Angesichts der Tatsache, dass der Journalist schon seit 23 Jahren beim WDR beschäftigt sei, reichten die Gründe nicht aus, entschied das Gericht nach eigenen Angaben vom Donnerstag. (Aktenzeichen 6 Ca 4641/10)

Der WDR hatte sich im vergangenen Jahr von dem mehrfach ausgezeichneten Autor getrennt. Der Sender begründete seinen Schritt mit inhaltlicher Kritik an einem Film des Redakteurs und Zweifeln an dessen Unabhängigkeit. Kurz nach der Ausstrahlung des Films habe er ein Buch zu demselben Thema veröffentlicht. Außerdem warf der WDR ihm Falschaussagen vor.

„Für eine fristlose Kündigung reicht das nicht”, erläuterte Gerichtssprecher Kurt Wester. Dafür müsste der Beschäftigte für den Arbeitgeber „unzumutbar” sein. „Es ist ja keine Zahlung nachzuweisen”, sagte Wester. „Dass es ein bisschen problematisch war, schon durch die zeitliche Nähe, das ist klar.”

Der Film des Redakteurs über Pharmakonzerne, die angeblich aus reinem Finanzkalkül eine wirkungsvolle Salbe gegen Hautkrankheiten verhindern wollten, hatte bundesweit ein großes Echo gefunden. Die Salbe soll angeblich auf einfacher Avocado-Vitamin-Basis gegen die Volkskrankheiten Neurodermitis und Schuppenflechte helfen.

Pharmakonzerne hätten versucht, eine Markteinführung zu verhindern, da die Salbe eigene teurere Präparate gefährden würde, behauptete der WDR-Redakteur. Zu dem Thema veröffentlichte er auch ein Buch. Ungefähr zur selben Zeit erhielt ein kleiner Hersteller die Genehmigung, das Mittel als rezeptfreies Medizinprodukt auf den Markt zu bringen.

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