Düsseldorf - Gericht: Falsche Anrede kein Hinweis auf Diskriminierung

Gericht: Falsche Anrede kein Hinweis auf Diskriminierung

Von: epd
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Düsseldorf. Eine falsche Anrede im Ablehnungsschreiben einer Bewerbung ist einem Urteil zufolge kein ausreichender Hinweis auf Diskriminierung wegen ausländischer Herkunft.

Die männliche Anrede im Brief an die Stellenbewerberin mit Migrationshintergrund lasse keine Benachteiligung „wegen der Rasse oder der ethnischen Herkunft” vermuten, urteilte das Düsseldorfer Arbeitsgericht am Mittwoch. Es sei genauso wahrscheinlich, wenn nicht sogar näher liegend, dass der falschen Anrede ein schlichter Fehler bei der Bearbeitung des Schreibens zugrunde liege.(AZ: 14 Ca 908/11)

Die Frau hatte sich auf eine Stelle als lebensmitteltechnische Assistentin beworben. Ihre Bewerbung wurde abgelehnt. Aus Sicht der Bewerberin ergab sich aus der unzutreffenden Anrede „Sehr geehrter Herr”, dass sie wegen ihres Migrationshintergrundes nicht eingestellt worden sei.

Aus ihrer mit einem Foto eingereichten Bewerbung sei eindeutig hervorgegangen, dass sie weiblich sei. Dies belege, dass ihre Bewerbung offensichtlich keines Blickes gewürdigt und wegen des Namens und der sich daraus ergebenden ausländischen Herkunft aussortiert worden sei.

Die Richter wiesen die Klage auf Entschädigung wegen Benachteiligung in Höhe von 5.000 Euro ab. Aus der Schilderung der Frau habe sich keine Wahrscheinlichkeit für eine Benachteiligung oder Diskriminierung ergeben, erklärten die Richter. epd lwd fu

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