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Flug nicht angetreten: Was Fluggesellschaften erstatten müssen

Von: Elke Gersmann, ddp
Letzte Aktualisierung:

Düsseldorf. Bei Billigfliegern und auch bei speziellen günstigen Tickets für einen Linienflug gibt es in der Regel vom Preis nichts zurück. Wer seinen Flug nicht antritt, hat jedoch das Recht auf die Erstattung bestimmter Zusatzkosten.

Kaum ein Passagier weiß das. Von allein erstatten die Fluggesellschaften allerdings nichts zurück. Betroffene Passagiere müssen selbst aktiv werden.

Die Liste der Kosten, die zum reinen Flugpreis hinzukommen, ist lang: Steuern, Flughafengebühr, Sicherheitsgebühr, Treibstoffzuschlag, manchmal wird auch das Gepäck nicht kostenlos befördert. Besonders bei Billigfliegern machen diese Entgelte einen nicht unerheblichen Teil des Ticket-Preises aus.

„Personenbezogene Steuern und Flughafengebühren müssen auf jeden Fall zurückerstattet werden, wenn man den Flug storniert oder verfallen lässt”, betont Beate Wagner von der Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen. Denn diese Gelder seien nur dann von den Fluggesellschaften an das Finanzamt und den Flughafen zu zahlen, wenn der Passagier tatsächlich fliegt, sie dürfen nicht einbehalten werden.

Bei anderen Zusatzkosten sei die Pflicht zur Rückzahlung dagegen strittig. Zum Beispiel hinsichtlich des Kerosinzuschlages oder der Entgelte für das Gepäck. Letztere dürften laut Wagner genau besehen nicht gesondert erhoben werden, sondern müssten im Ticketpreis enthalten sein. Da für Koffer und Taschen extra kassiert werde, seien diese Kosten allerdings im engeren Sinne personenbezogen und müssten erstattet werden. Eine verzwickte Angelegenheit, mit der sich die Gerichte noch nicht beschäftigt haben.

Die Airlines machten es ihren Kunden im Allgemeinen nicht leicht, die Erstattung einzufordern, bemängelt die Verbraucherschützerin. Das beginnt schon damit, dass die Kunden nicht auf diese Möglichkeit hingewiesen werden.

Fordere man die entsprechenden Entgelte zurück, müsse man einen langen Atem haben. Die Abwicklung gestalte sich in der Regel sehr bürokratisch in einem komplizierten Verfahren. Teilweise müssten lange Formulare ausgefüllt werden, Ansprüche würden zunächst zurückgewiesen und nicht selten reagierten Airlines auf das erste Schreiben überhaupt nicht. Anscheinend werde darauf gezählt, dass vielen die Erstattungsforderung zu mühsam ist.

Wagner rät, grundsätzlich hartnäckig zu bleiben und sich nicht abwimmeln zu lassen. Die Erstattungsforderung sollte schriftlich erfolgen, am besten parallel beispielsweise per E-Mail und Brief. In dem Schreiben sollten der Name des Passagiers, die Buchungsnummer, das Datum des Fluges, die Flugnummer und die Summe, die man einfordert, aufgeführt werden. Nicht fehlen darf die Bankverbindung für die Überweisung des Erstattungsbetrages.

Hat man keinen Erfolg, müsse man sein Recht auf dem gerichtlichen Weg einfordern. Denn, so Rechtsexpertin Wagner, es gebe bisher keine einschlägigen Gerichtsurteile, auf die man sich berufen könne. „Das liegt vor allem daran, dass es sich in den meisten Fällen nur um kleinere Beträge handelt, für die sich eine Klage nicht lohnt.”
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