Feuchte Wohnung gilt nicht als vertragsgemäß vereinbart

Von: dapd
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Berlin. Der Vermieter muss Schimmel in der Wohnung auch dann beseitigen, wenn der Mangel schon bei Vertragsabschluss erkennbar war.

Auf ein entsprechendes Urteil des Amtsgerichts Berlin-Mitte weisen die Miet- und Immobilienrechtsanwälte des Deutschen Anwaltvereins hin. Als der Mieter die Wohnung anmietete, befand sich Feuchtigkeit an der Außenwand des Erkerzimmers. Er erklärte, ihm sei bei der Wohnungsbesichtigung gesagt worden, die Ursache dieser Feuchtigkeit sei beseitigt, es fehle nur noch der Anstrich. Seitdem habe sich der Schimmelbewuchs jedoch verstärkt.

Der Mieter habe Anspruch auf Beseitigung des Schimmelbefalls und der Feuchtigkeitsschäden, erklärten die Richter. Das gelte selbst dann, wenn der Mangel bei der Wohnungsbesichtigung erkennbar gewesen sei. Der Erfüllungsanspruch bleibe bestehen. Das heißt, der Vermieter muss Abhilfe schaffen.

Aus der Vereinbarung, die Wohnung werde wie besichtigt übernommen, könne nicht geschlossen werden, eine feuchte Wohnung gelte als vertragsgemäß vereinbart. Hinzu komme, dass der Mieter die Ursachen der Feuchtigkeit nicht kenne und daher auch nicht ermessen könne, ob und in welchem Umfang sich das Problem noch vergrößere. Die Tragweite des Mangels sei daher nicht vorhersehbar. (AZ: 8 C 60/09)

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