Berlin - Abmahnungen besser nicht kommentieren

Abmahnungen besser nicht kommentieren

Von: dpa
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Berlin. Als Arbeitnehmer A an jenem Montag wieder zu spät war, wurde er ins Büro des Chefs bestellt. Dort bekam er ein Blatt ausgehändigt auf dem in gefetteten Buchstaben das Wort „Abmahnung” stand.

Es folgte eine Auflistung der Tage, an denen er zu spät gekommen war. Arbeitnehmer A schluckte. Er hatte die gelbe Karte bekommen: eine Abmahnung. In so einem Fall sei es in 99 Prozent das Beste, dagegen nichts zu unternehmen, sagt Nathalie Oberthür, Fachanwältin für Arbeitsrecht in Köln.

Viele Arbeitnehmer hätten zwar das Bedürfnis, für ihre Personalakte eine Gegendarstellung zu schreiben. So wollten sie noch einmal ihre Sicht auf die Dinge schildern. „Rechtlich gesehen macht das aber meistens keinen Sinn.” Kommt es zum Prozess, muss der Arbeitgeber beweisen, dass der Arbeitnehmer die Abmahnung zu Recht bekommen hat. So muss er etwa darlegen, dass der Arbeitnehmer tatsächlich oft zu spät war.

Schreibt nun der Arbeitnehmer eine Gegendarstellung, offenbart er bereits seine Gegenargumente. „In einem späteren Prozess kann das von Nachteil sein”, erklärt Oberthür. „Man gibt dem Arbeitgeber dann schon die eigenen Argumente an die Hand.”

Eine Abmahnung ist die meist schriftliche Aufforderung des Arbeitgebers an den Arbeitnehmer, ein bestimmtes Verhalten in Zukunft zu unterlassen. Gerügt werden kann zum Beispiel ein unpünktlicher Arbeitsbeginn des Mitarbeiters oder stundenlanges, privates Surfen im Netz während der Arbeitszeit. Nach einer oder mehreren Abmahnungen kann eine Kündigung folgen.

Bittet der Arbeitgeber den Arbeitnehmer, den Erhalt der Abmahnung zu quittieren, gibt es keinen Grund, dies zu verweigern, so Oberthür. „Viele haben Angst, dass sie mit einer solchen Unterschrift auch den Inhalt der Abmahnung akzeptieren”, erläutert Oberthür. Das sei jedoch nicht der Fall. Mit der Unterschrift könne der Arbeitgeber nur beweisen, dass der Arbeitnehmer die Rüge überhaupt erhalten hat.

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