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Zwei kleine Schnitte: minimalinvasive Lungentransplantation

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Münster. Ärzte der Universitätsklinik Münster haben erfolgreich eine Lunge mit einer schonenden Operationstechnik verpflanzt. Bei dieser sogenannten Schlüssellochmethode werden nur vergleichsweise kleine Schnitte gemacht, wie die Ärzte am Donnerstag erläuterten. Bislang sind solche minimalinvasiven Eingriffe etwa von Gallenblasen- und Blinddarm-Entfernung sowie kleineren Herzerkrankungen bekannt.

Bei den deutschlandweit rund 270 Lungen- Transplantationen im Jahr muss meist der Brustkorb mit einem großen Schnitt komplett geöffnet werden.

Der 50-jährige Patient in Münster litt an einer Bindegewebsvermehrung (Lungenfibrose). Jahrelang half eine Behandlung mit Medikamenten, dann konnte nur noch ein Spenderorgan helfen. „Die Patienten ringen um jedem Atemzug, haben kaum Luft zum Zähneputzen”, sagte der operierende Thorax-Chirurg Karsten Wiebe.

Für die Transplantation wurden unterhalb der Brust zwei etwa zehn Zentimeter lange Schnitte gemacht, durch die die Spenderlunge eingesetzt wurde. „Die Lungenflügel passen, wenn sie luftleer und zusammengefallen sind, in eine Hand”, erläuterte der Lungenexperte. „Das Verfahren ist sehr schonend für den Patienten, aber für uns kompliziert. Man hat bei der OP weniger Übersicht.” Die Heilung verlaufe jedoch schneller und es gebe weniger Komplikationen.

Die Wartezeit für Spenderlungen liege bei ungefähr zwei Jahren, in besonders dringlichen Fällen bei einigen Wochen. Rund 30 Prozent der Patienten überlebten die Wartezeit nicht, sagte Wiebe. Der in Münster transplantierte Patient erhielt eine Lunge von einem etwas größeren gestorbenen Menschen, die vor der OP zunächst etwas verkleinert werden musste.

Der 50-Jährige startete am Donnerstag - rund sieben Wochen nach der Operation - zur Rehabilitation nach Süddeutschland. „Ich will auf eigenen Füßen die Klinik verlassen”, sagte der Servicetechniker aus dem Münsterland, der derzeit noch auf einen Rollstuhl angewiesen ist.
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