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Wenn Ekel das Immunsystem stört: „Ich krieg Plaque”

Von: ddp
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<b>Gießen. </B>Für etwas Fernsehruhm und eine hübsche Summe Geld überwindet manch Prominenter alle Ekelgefühle, badet vor laufenden Kameras in Kakerlaken oder lässt sich ein paar Maden schmecken.

Den meisten Menschen laufen allerdings schon beim bloßen Gedanken an solche Proben kalte Schauer über den Rücken. Wieder anderen sprießen sogar Fieberbläschen auf den Lippen, wenn sie Ekliges zu Gesicht bekommen.

„Starke emotionale Regungen wie Ekel können Herpes-Infektionen auslösen”, erläutert Uwe Gieler, Professor für psychosomatische Dermatologie an der Uni Gießen.

Mehr als 80 Prozent der Bundesbürger tragen laut Gieler Herpes-Viren im Körper. Die meisten ahnen davon nichts. Wer einmal mit der unangenehmen Hauterkrankung zu kämpfen hatte, wird die Erreger normalerweise nicht wieder los, denn die Viren schlummern lediglich in den Nervenbahnen. Unterschiedliche äußere Einflüsse können dafür sorgen, dass sie wieder erwachen. „Sehr helle Sonnenstrahlung auf der Skipiste oder Ekel-Stress können zum Beispiel jederzeit eine akute Infektion auslösen”, sagt Gieler.

Die Herpes-Erreger nutzen jeden schwachen Moment des Immunsystems. „Starker Ekel bringt die Immunabwehr mancher Menschen aus dem Gleichgewicht”, erklärt der Mediziner. Weil der Körper sehr viele Stresshormone ausschütte, sinke die Produktion von Abwehrzellen.

Forscher fanden vor einigen Jahren heraus, dass vor allem die Zahl der sogenannten T-Lymphozyten, die im menschlichen Immunsystem eine Wächterfunktion ausüben, bei empfindlichen Menschen stark zurückging, nachdem sie mit ekligen Dingen konfrontiert wurden. In der Folge gewinnen die Herpes-Viren wieder die Oberhand.

Die Bläschen wachsen allerdings nicht unmittelbar nach Ekel-Erlebnissen. „Meist werden sie erst nach ein oder zwei Tagen sichtbar”, sagt Gieler. In der Regel dauere es dann 10 bis 14 Tage, bis die Infektion wieder abklinge.
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