Wechsel zum neuen Basistarif in der privaten Krankenversicherung

Von: Oliver Mest, ddp
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München. Seit dem 1. Januar ist mit der letzten Stufe der Gesundheitsreform auch der sogenannte Basistarif in der privaten Krankenversicherung eingeführt worden. Vieles rund um diesen neuen Tarif ist unklar - deswegen hier ein Überblick über die wichtigsten Eckpunkte.

Der Basistarif wurde eingeführt, um sowohl langjährigen Privatversicherten als auch freiwillig gesetzlich Versicherten den Weg zu einer bezahlbaren privaten Krankenversicherung zu eröffnen. Er orientiert sich an den Leistungen der gesetzlichen Krankenversicherung und ist der einzige Tarif, dessen Prämienhöhe sich nicht nach dem individuellen Gesundheitszustand richtet, sondern lediglich nach dem Einstiegsalter und dem Geschlecht des Versicherten.

Darüber hinaus dürfen die Versicherungsunternehmen potenzielle Kunden nicht aufgrund ihres Gesundheitszustandes ablehnen oder entsprechende Risikozuschläge berechnen, wie es bei den normalen PKV-Tarifen üblich ist. Wer als Arbeitnehmer also über ein entsprechend hohes Gehalt verfügt und in die PKV wechseln möchte, kann sich genauso sicher sein, in den Basistarif aufgenommen zu werden, wie andere freiwillig gesetzlich krankenversicherte Personen oder langjährig privat Versicherte.

Der Gesetzgeber hat für den Basistarif die Vorgabe gemacht, dass die Prämie nicht die Kosten für den Höchstsatz der gesetzlichen Krankenversicherung übersteigen darf. Dieser liegt momentan bei 570 Euro und ist damit gedeckelt, was für den Versicherten zwar eine gewisse Kostensicherheit mit sich bringt, aber zum Teil auch dazu führt, dass man ein im Vergleich zu anderen PKV-Tarifen relativ mageres Leistungspaket in Kauf nimmt und dafür trotzdem einen nicht unerheblichen Beitrag zu zahlen hat.

Der neue Basistarif steht faktisch jedem offen, der nach dem Gesetz grundsätzlich die Möglichkeit hätte, in der privaten Krankenversicherung versichert zu sein. Alle bereits vor dem 1. Januar in der privaten Krankenversicherung Versicherten haben für sechs Monate das Wahlrecht, in den Basistarif zu wechseln. Jeder andere kann dagegen jederzeit in den Basistarif wechseln und sogar seine Altersrückstellungen bis zur maximalen Höhe der Altersrückstellungen des Basistarifs mitnehmen. Darüber hinaus haben auch freiwillig gesetzlich Versicherte die Möglichkeit, innerhalb der Sechs-Monatsfrist in den Basistarif der privaten Krankenversicherung zu wechseln. Eine weitere Gruppe von Personen, die den neuen Basistarif nutzen können, sind Nicht-Versicherte, die man jedoch der PKV zuordnen würde und die keinen Anspruch auf Beihilfe haben.

Der Basistarif wird wie die gesetzliche und private Krankenversicherung Selbstbehalte als Option bieten, um die Versicherungsprämie zu drücken. Der Selbstbehalt kann zwischen 300 und 1200 Euro pro Jahr liegen, wobei ein höherer Selbstbehalt auch immer bedeutet, dass die monatliche Prämie weiter sinkt.

Darüber hinaus kann man wie ein gesetzlich Versicherter natürlich auch noch Zusatzversicherungen abschließen, um das Leistungsportfolio zu verbessern. Solche Zusatzversicherungen können die Bereiche Zahnersatz, Krankentagegeld, Chefarztbehandlung im Krankenhaus, Einzelbettbelegung und Brillen abdecken und in diesen Fällen die Leistungen des Basistarifs ergänzen.

Viele Wechselwillige fragen sich natürlich, ob man aus dem Basistarif auch wieder in einen anderen Tarif wechseln kann. Innerhalb der privaten Krankenversicherung ist ein solcher Wechsel durchaus möglich, jedoch muss man sich darauf einstellen, dass der Versicherer dann eine Gesundheitsprüfung ansetzt, bei der der eigene Gesundheitszustand sehr genau unter die Lupe genommen wird. Darüber hinaus ist es denkbar, dass für entsprechende Leistungen, die über den Basistarif hinaus gehen, Prämienaufschläge gefordert werden können. Auch gewisse Leistungsausschlüsse sind denkbar, wenn man als Versicherter in einem bestimmten Bereich ein zu großes finanzielles Risiko darstellt.
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