Wasser-Shiatsu: Den Körper in warmem Wasser sanft dehnen

Von: ddp
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watsu
Sanft durch koerperwarmes Wasser gleiten, sicher umfangen vom Griff eines geschulten Therapeuten - eine solche „aquatische Koerperarbeit” klingt ganz und gar nicht nach schwerer Arbeit. Fuer Patienten ist das Wasser-Shiatsu, kurz Watsu, auch tatsaechlich Erholung pur. Foto: ddp

Frankfurt/Main. Sanft durch körperwarmes Wasser gleiten, sicher umfangen vom Griff eines geschulten Therapeuten - eine solche „aquatische Körperarbeit” klingt ganz und gar nicht nach schwerer Arbeit. Für Patienten ist das Wasser-Shiatsu, kurz Watsu, auch tatsächlich Erholung pur.

Die eigentliche Arbeit leistet der Therapeut - er bewegt den passiven Patienten durch das Wasser und dehnt und streckt ihn dabei. Dennoch sei Watsu keine einseitige Anstrengung, erklärt Neeharika Hahn, Wasser-Shiatsu-Therapeutin aus Frankfurt am Main. „Watsu ist letztlich ein gemeinsamer Tanz von Gebendem und Empfangendem”, sagt sie. Vor allem gegenseitiges Vertrauen sei eine wichtige Voraussetzung für eine gelungene Therapie.

Die Ursprünge von Watsu liegen nicht nur, wie man meinen könnte, in Asien, sondern auch in Amerika. Dort begann der Zen-Shiatsu-Therapeut Harold Dull 1980 erstmals damit, seine Schüler in körperwarmem Wasser zu bewegen. Nach und nach verfeinerte er seine Methode und exportierte sie in andere Länder. Nach Deutschland kam das Wasser-Shiatsu erstmals Anfang der 1990er Jahre.

„Das Besondere am Watsu ist das Gefühl von Leichtigkeit und Schwerelosigkeit im Wasser”, sagt Hahn. Patienten werden dabei buchstäblich auf Händen getragen - sie liegen im angenehm warmen Wasser auf Händen und Armen des Therapeuten und werden so durch das Wasser bewegt.

Die Therapeuten orientieren sich dabei einerseits an den sogenannten Meridianen, die auch im Zen-Shiatsu eine wichtige Rolle spielen, und setzen andererseits auch klassische Massage- und Entspannungstechniken ein. So lösen sich Stress, Verspannung und Belastungen des Alltags in einem warmen Wohlgefühl auf.

Der Begriff „Watsu” selbst ist geschützt - die Dachorgansiation der Watsu-Therapeuten in Deutschland, das „Institut für aquatische Körperarbeit” (IAKA) in Freiburg, hat eine strenge Ausbildungsverordnung erlassen und achtet darauf, dass nur entsprechend ausgebildete Therapeuten das Wasser-Shiatsu praktizieren.

Patienten reagierten auf Watsu äußerst positiv, berichtet Neeharika Hahn. Dennoch gehört das Wasser-Shiatsu noch zu den exotischeren Wellness-Angeboten. Verantwortlich dafür sei vor allem die fehlende Infrastruktur, erklärt Hahn: „Passende Becken für Watsu gibt es leider nicht überall.” Um für die Wassertherapie geeignet zu sein, müssen die Becken eine konstante Wassertemperatur von rund 35 Grad aufweisen und so bemessen sein, dass der Therapeut genug Bewegungsspielraum hat und gleichzeitig noch stehen kann.

Erfinder Harold Dull hat aber auch eine Alternative für die Fälle parat, in denen solch ein Becken nicht zur Verfügung steht: Zeitgleich mit Watsu entwickelte er auch das sogenannte Tantsu oder tantrische Shiatsu, das Elemente des Wasser-Shiatsu enthält, aber komplett im Trockenen stattfindet.
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