Berlin - Vorsicht, Witz! - Kann man sich eigentlich totlachen?

Vorsicht, Witz! - Kann man sich eigentlich totlachen?

Von: ddp
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Franz Josef Jung / Angela Merkel
Verteidigungsminister Franz Josef Jung (CDU) und Bundeskanzlerin Angela Merkel (CDU) haben Spaß beim Spiel der Fussball-Europameisterschaft 2008 Österreich-Deutschland. Forscher fanden jetzt heraus: Gefährlich ist das nicht. Foto: ddp

Berlin. Manche Dinge sind so witzig, dass man mit dem Lachen kaum noch aufhören kann. Bei einem guten Gag fangen wir an zu prusten und ringen nach Luft. Auch wenn wir gekitzelt werden, gibt es oft kein Halten mehr. Aber kann das eigentlich gefährlich sein?

Ist es möglich, sich im wahrsten Sinne des Wortes totzulachen? „Nein”, sagt der Lachforscher und Humanbiologe Professor Carsten Niemitz von der Freien Universität Berlin. „Man kann zwar beim Lachen genauso sterben wie beim Zähneputzen, die Ursache für den Tod ist das aber nicht.”

Dennoch ist Lachen anstrengend. „Im Körper werden dabei etwa 200 verschiedene Muskeln in Bewegung versetzt”, erklärt der Wissenschaftler. Dazu steigt der Puls, die Atmung wird schneller und das Blut staut sich im Gehirn, weil im Brustkorb Druck aufgebaut wird. „Als Folge bekommen wir einen roten Kopf”, sagt Niemitz.

Innere Verletzungen können aber infolge dieser starken Beanspruchung nach seinen Angaben nicht auftreten. „Beim Niesen wird der Körper viel heftiger erschüttert”, sagt der Wissenschaftler. Selbst für Herzpatienten sei der beschleunigte Puls kein Problem. Außerdem nähmen kranke Menschen häufig eine Schutzhaltung ein, um Schmerzen durch überflüssige Bewegungen zu vermeiden: „Wenn Sie gerade eine Blinddarm-Operation hinter sich haben, ist Ihre Bereitschaft, über Späße zu lachen, viel geringer.”

Auch ersticken könne man nicht an einem Lachanfall. „Wenn man keine Luft mehr bekommt, wird sofort ein Schutzmechanismus im Gehirn aktiviert, der dem Körper befiehlt, zu atmen”, sagt der Humanbiologe. Die Gefahr, sich zu verschlucken, sei ebenso gering, denn beim Lachen atme man eher aus als ein. „Wenn man sich erschreckt, wird dagegen plötzlich Luft eingesogen, da ist diese Gefahr viel größer”, fügt er hinzu.

Da Lachen unter anderem den Stressabbau fördert, das Immunsystem stärkt und entspannend wirkt, leistet es vielmehr einen wichtigen Beitrag für eine bessere Gesundheit. Viel besorgniserregender sei, wenn man nicht mehr in der Lage sei, zu lachen, unterstreicht der Wissenschaftler: „Dann leidet man wahrscheinlich unter einer Depression.”
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