Vorsicht: Dread-Disease-Versicherung löst nicht alle Probleme

Von: Oliver Mest, ddp
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Hamburg. Die Dread-Disease-Versicherung ist in Deutschland noch relativ neu. Sie wird auch als Critical-Illness- oder Schwere-Krankheiten-Versicherung bezeichnet und sichert gegen das Risiko und die finanziellen Folgen schwerer Krankheiten ab.

Die Leistung wird bei dieser Versicherung fällig, sobald der Versicherte eine schwerwiegende Diagnose wenige Wochen überlebt worden hat.

Aktuell können über diese Schwere-Krankheiten-Versicherung 47 unterschiedliche Krankheitsbilder versichert werden. Das Spektrum reicht dabei von Krebserkrankungen, Schlaganfällen, Herzinfarkten bis hin zu Blindheit, Taubheit oder Nierenversagen.

Der Umfang der möglichen zu versichernden Krankheiten ist bei jeder Versicherungsgesellschaft unterschiedlich, weshalb sich ein Vergleich zwischen den verschiedenen Angeboten durchaus lohnt. Es gibt ein Rundumschutz-Angebot, das gegen alle 47 Krankheiten versichert, jedoch auch entsprechend teuer ist.

Häufiger werden Basispakete angeboten, die rund ein halbes Dutzend Krankheiten umfassen und durchaus bezahlbar sind. Wie hoch der Bedarf ist, zeigen Statistiken. Über 1,1 Millionen neue Fälle werden jährlich allein bei den fünf häufigsten Erkrankungen registriert.

Nicht eingeschlossen in die Versicherung sind bislang Erkrankungen, die häufig bei Büromenschen auftreten, wie beispielsweise Venenerkrankungen oder Rückenleiden. Auch psychische Krankheiten umfasst diese Versicherung aktuell noch nicht. Dies liegt sicherlich auch daran, dass diese Erkrankungen nur schwer nachzuweisen sind.

Die Versicherungsbeiträge, die zu entrichten sind, orientieren sich an der vereinbarten Versicherungssumme, an dem Versicherungsumfang im Allgemeinen sowie der Vertragslaufzeit. Darüber hinaus spielen auch Alter und Geschlecht des Versicherten eine Rolle bei der Berechnung der Beiträge. Vorerkrankungen oder auch der Raucherstatus werden ebenfalls für die Kalkulation des Beitrags herangezogen.

So bezahlt beispielsweise ein 40-jähriger Mann bei einer 20-jährigen Versicherungs- und Beitragszahlungsdauer rund 50 Euro monatlich - bei Eintreten einer Krankheit aus dem Versicherungsvertrag werden dann 100.000 Euro ausbezahlt. Die Versicherungskonditionen wie Versicherungssumme, Zusatzleistungen und Vertragsdauer können individuell vereinbart werden.

Nicht nur für Privatpersonen, sondern auch für Unternehmen ist die Dread-Disease-Versicherung aufgrund der Auszahlung einer einmaligen Summe durchaus interessant. Es besteht die Möglichkeit, eine solche Versicherung auch für Dritte abzuschließen. Wenn ein hoch bezahlter und fähiger Manager eines Unternehmens kurzfristig aufgrund einer schwerwiegenden Erkrankung ausfällt, so muss schnell Ersatz besorgt werden.

Der Versicherungsvertrag kann von einem Unternehmen für ein oder auch für mehrere wichtige Leistungsträger abgeschlossen werden. In diesem Fall spricht man von einer Key-Person-Versicherung. Die Beiträge werden vom Unternehmen entrichtet, im Falle eines Falles erhält auch dieses die Leistungen aus der Versicherung.

Viele Versicherungsexperten sehen die Schwere-Krankheiten-Versicherung als gute Ergänzung zum Berufsunfähigkeitsschutz. Sie stellt jedoch keinen Ersatz für die Berufsunfähigkeitsversicherung dar. Gerade weil psychische Erkrankungen, Gelenk- oder Rückenleiden bei der Dread-Disease-Versicherung nicht abgesichert sind, sollte auf einen Berufsunfähigkeitsschutz nicht verzichtet werden.
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