Berlin - Vor- und Nachteile von Kaltschaummatratzen

Vor- und Nachteile von Kaltschaummatratzen

Von: ddp
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Berlin. Etwa ein Drittel seiner Lebenszeit verbringt der Mensch im Bett. Daher sollte er seine Schlafunterlage besonders sorgsam auswählen, um morgens entspannt und ausgeruht aufzuwachen, sagt Hans-Peter Brix, Experte für Einrichtung und Wohnen bei der Stiftung Warentest in Berlin.

Jedoch fällt die Auswahl der optimalen Matratze nicht gerade leicht, denn im Angebot des Einzelhandels machen sich Federkern-, Latex- und Kaltschaummatratzen gegenseitig Konkurrenz. „Menschen, die leicht frieren, sind mit einer Schaumstoffmatratze in der Regel besser bedient”, rät Hans-Peter Brix. Denn sie bietet eine höhere Wärmeisolation als eine Federkernmatratze. Wer dagegen stark schwitzt, dem nützt nach Worten des Experten eher der bessere Feuchtigkeitstransport einer Federkernmatratze mit ihren großen Hohlräumen im Inneren.

Insgesamt elf Kaltschaummatratzen im mittleren Preissegment zwischen 300 und 500 Euro haben Brix und sein Team auf Herz und Nieren geprüft - vier davon mit Viskoschaumauflage, die eine bessere Anpassung der Liegefläche an die Körperkonturen verspricht. „Dabei hat sich wieder einmal gezeigt, dass hohe Preise keineswegs gute Qualität garantieren”, resümiert der Warentester.

Höchste Priorität haben für ihn bei einer Matzratze die Liegeeigenschaften, gefolgt von der Haltbarkeit. Auch nach zehnjähriger Benutzung sollte das Stück nicht durchgelegen sein, sondern brauchbaren Schlafkomfort und ausreichende Körperunterstützung bieten. „Der Bezug sollte abnehmbar und waschbar sein, ausreichend große und stabile Griffe haben, die das regelmäßige Drehen und Wenden der Matratze erleichtern”, fordert der Fachmann. Denn um eine gleichmäßige Abnutzung zu erreichen, empfiehlt es sich, die Matratze von Zeit zu Zeit zu drehen und zu wenden.

Kritischer Punkt bei den Liegeeigenschaften von Schaumstoffmatratzen ist laut Hans-Peter Brix die Kontaktfläche. Sie ist umso größer, je tiefer der Schläfer in die Unterlage einsinkt. „Bei den meisten Modellen ist diese Kontaktfläche zu groß, was sich klimatisch ungünstig auswirkt und zudem die Bewegungsfreiheit des Nutzers einschränkt”, schildert der Fachmann. Auch die vollmundig beworbenen Fabrikate mit Viskoschaumauflagen böten da in der Regel keinen Vorteil. Bessere Testergebnisse erzielten mittelharte Modelle mit vergleichsweise höherem Schaumstoffkern. Diese allerdings haben den Nachteil, dass sie wegen ihrer geringeren Biegsamkeit für verstellbare Lattenroste nur eingeschränkt geeignet sind.

„Generell ist die Härte ein zweites heikles Thema”, sagt Hans-Peter Brix. Weil Menschen unterschiedlich schwer sind und individuelle Liegevorlieben haben, werden Matratzen in mehreren Härtegraden angeboten. Die Deklaration sei aber wenig hilfreich, da die Angaben der Hersteller kaum vergleichbar sind. So fragte ein Testkäufer der Stiftung Warentest in den Geschäften gezielt nach einer mittelharten Matratze für sein Körpergewicht und erhielt - je nach Anbieter - mal den Härtegrad H2, mal H3.

Wenig Verlass ist nach Brix Angaben auch auf unterschiedlich hart ausgeprägte Liegezonen einiger Fabrikate. Sie sollen bewirken, dass die Matratze im Schulter- und Hüftbereich besser nachgibt und so in der Seitenlage eine gerade Wirbelsäule gewährleisten. „Das funktioniert leider nicht immer”, beschreibt Brix die Testergebnisse. Bei manchen Modellen war kaum ein Unterschied zu spüren, andere unterstützten an der falschen Körperstelle. „Da muss man schon die passende Körpergröße mitbringen”, sagt Brix trocken.

Wer mit seiner neuen Schaumstoffmatratze dauerhaft glücklich werden will, sollte nach Worten des Warentesters auf ausgiebiges Probeliegen nicht verzichten: „Sich nur kurz auf die Bettkante zu setzen, reicht nicht aus. Nehmen Sie sich lieber Zeit. Nur so können Sie erspüren, ob Sie sich in Rücken-, Seiten- oder Bauchlage auf der Matratze wohlfühlen.” Ebenso müsse der Lebenspartner seine Matratze selbst ausprobieren, da er je nach Größe und Gewicht wahrscheinlich eine andere Unterlage oder einen anderen Härtegrad brauche.

„Für Matratzen gibt es kein generelles Rückgaberecht”, warnt Hans-Peter Brix. Dies könne lediglich beim Kauf ausdrücklich vereinbart werden - einschließlich der genauen Bedingungen wie der Nutzungsdauer oder der Frage, ob die Ware zu Hause mit oder ohne Verpackungsfolie getestet werden darf.
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