Bochum - Vitamin-D-Tabletten sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll

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Vitamin-D-Tabletten sind nur in bestimmten Fällen sinnvoll

Von: dapd
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Sinnvoll seien Vitamin-D-Tabletten auch bei den älteren Menschen, da diese besonders Osteoporose- und sturzgefährdet seien. Das gelte besonders für Heimbewohner, die immer weniger das Haus verlassen und im Sonnenlicht spazierengehen würden. Bei ihnen könnten Vitamin-D-Tabletten das Sturzrisiko um 20 bis 30 Prozent senken. Foto: dpa

Bochum. Vitamin D gilt als Vitamin mit sehr vielen Talenten: Es soll zum Beispiel die Knochen stabilisieren, gegen Alzheimer helfen und vor Herzkrankheiten, Krebs, grippalen Effekten, Autoimmunerkrankungen wie Multiple Sklerose und Diabetes schützen.

Aber der Bochumer Internist Prof. Helmut Schatz von der Deutschen Gesellschaft für Endokrinologie dämpft die Erwartungen an den vermeintlichen Alleskönner Vitamin D.

„Ein positiver Effekt einer Vitamin D-Gabe ist bis heute nur in bestimmten Fällen gesichert”, sagt Schatz. „Und zwar zur Vorbeugung von Rachitis bei Säuglingen, für Menschen mit einer die Knochen erweichenden Osteomalazie, bei chronischer Niereninsuffizienz, bei Nebenschilddrüsenschwäche und insbesondere - zusammen mit Kalzium - als Basistherapie bei Osteoporose.”

Sinnvoll seien Vitamin-D-Tabletten auch bei den älteren Menschen, da diese besonders Osteoporose- und sturzgefährdet seien. Das gelte besonders für Heimbewohner, die immer weniger das Haus verlassen und im Sonnenlicht spazierengehen würden. Bei ihnen könnten Vitamin-D-Tabletten das Sturzrisiko um 20 bis 30 Prozent senken.

„Aber für Krankheitsbilder wie Krebs, Herz-Kreislauf-Leiden, Diabetes, Multiple Sklerose, Immun- und Infektionskrankheiten liegen nicht genügend valide Daten aus Interventionsstudien zur Vitamin D-Gabe vor”, sagt Schatz.

Etwa 80 Prozent des benötigten Vitamin D bildet der Körper unter Einfluss von Sonnenlicht selbst, daher auch der Name Sonnenvitamin. Den Rest decken Nahrungsmittel wie Milchprodukte, Eier, Pilze und fetter Seefisch ab. „Aus Vitamin D bildet der Körper selbst das Vitamin D3-Hormon, das Calcitriol”, sagt Schatz. Vitamin D sei also eine Hormonvorstufe, ein sogenanntes Prohormon.

Die in Deutschland vorherrschende Ernährung ist nicht besonders reich an Vitamin D und versorgt die Menschen pro Tag mit 2 bis 4 Mikrogramm. Die von der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE) empfohlene Tagesdosis liegt aber bei 20 Mikrogramm. Laut Robert-Koch-Institut sind 60 Prozent der Bevölkerung unzureichend mit Vitamin D versorgt.

Die DGE empfiehlt vor allem Senioren und Menschen, die sich kaum draußen aufhalten, von Oktober bis April Vitamin-D-Tabletten zu nehmen. Wer sich regelmäßig draußen bewegt und ausgewogen ernährt, sollte aber - ohne Rücksprache mit einem Arzt - nicht einfach Vitamin-D-Tabletten einnehmen. Denn zuviel Vitamin D könne auch gesundheitsschädlich sein, warnen die Experten.
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