Düsseldorf - Virus breitet sich aus: Bei Türkei-Reisen auf Zeckenschutz achten

Virus breitet sich aus: Bei Türkei-Reisen auf Zeckenschutz achten

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Zecke
Wenn die Temperaturen im Frühsommer steigen, werden auch Zecken wieder aktiv. Foto: ddp

Düsseldorf. In der Türkei breitet sich eine von Zecken übertragene Infektionskrankheit aus. Sie heißt Krim-Kongo hämorrhagisches Fieber (CCHF) und hat ein Krankheitsbild ähnlich wie bei einer Grippe. Allerdings kann es auch zu Blutungen kommen, warnt das Centrum für Reisemedizin (CRM) in Düsseldorf.

Eine Impfung gegen CCHF gebe es nicht, so dass Reisende auf Zeckenschutz achten müssen. Betroffen sind derzeit vor allem weite Teile Anatoliens.

Im vergangenen Jahr erkrankten in der Türkei dem CRM zufolge 680 Menschen an CCHF, von denen 55 starben. Betroffen war auch die Region um Antalya, die bei Strandurlaubern beliebt ist. Die ersten beiden Todesfälle in diesem Jahr gab es in Samsun am Schwarzen Meer. CCHF ist den Angaben zufolge eine Viruserkrankung, die in erster Linie durch Zecken auf Menschen übertragen wird, zum Teil aber auch durch Kontakt mit Erkrankten.

Der einzige sinnvolle Schutz vor der Erkrankung ist dem CRM zufolge, Kontakt mit Zecken zu vermeiden. „Eine FSME-Impfung bringt in diesem Fall gar nichts”, sagte Tomas Jelinek, Wissenschaftlicher Leiter des CRM, dem dpa-Themendienst.

Die in der Türkei verbreiteten Zecken gebe es in Mitteleuropa zwar nicht. Die Schutzmöglichkeiten sind aber die gleichen. Thomas Jelinek empfiehlt Zeckenschutz aus der Apotheke. „Am besten sind Mittel, die speziell gegen Zecken schützen. Präparate gegen Mücken nützen nichts, Kombipräparate sind in der Regel nicht so wirksam.” Das Antizeckenmittel, das mit Duftstoffen arbeitet, sollte aber unbedingt an den richtigen Stellen aufgebracht werden: „Es hilft gar nichts, sich die Hände einzureiben”, sagte Jelinek. „Wichtig sind Stellen wie Nacken, Kniekehlen, unter den Achseln und zwischen den Beinen, wo Zecken häufig zustechen.”

Am Pool mag das schwer umzusetzen sein. Aber vor allem bei Ausflügen und zum Beispiel beim Aufenthalt im Wald ist dichte Kleidung ratsam, die möglichst Arme und Beine nicht nackt lässt. „Helle Kleidung ist besser als dunkle, weil Zecken darauf leichter zu sehen sind”, sagte Jelinek. Der CCHF-Erreger wurde erst 2002 erstmals in der Türkei entdeckt. Er kommt außerdem insbesondere in Osteuropa, Asien, Afrika und dem Nahen Osten häufiger vor.
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