Erfurt - Typ-2-Diabetes wird oft zu spät erkannt: Regelmäßiger Check wichtig

Typ-2-Diabetes wird oft zu spät erkannt: Regelmäßiger Check wichtig

Von: ddp
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Diabetes
Ein Diabetespatient misst mit einem mobilen Messgeraet seinen Blutzuckerspiegel. Foto: ddp

Erfurt. Eine Diabetes-Erkrankung, so glauben viele, kündigt sich immer durch einen trockenen Mund, häufiges Wasserlassen oder eine unerklärliche Gewichtsabnahme an. Doch das sei ein Irrtum, betont der Erfurter Diabetologe Rainer Lundershausen.

„Diese typischen Symptome treten eigentlich nur bei Diabetes vom Typ 1 auf”, erläutert er. Diese seltenere Form der Zuckerkrankheit, früher auch juveniler Diabetes genannt, ist eine Autoimmunerkrankung, bei der das körpereigene Immunsystem die insulinproduzierenden Zellen der Bauchspeicheldrüse angreift und sie zerstört.

Die viel häufigere Variante, der Diabetes vom Typ 2, der vor allem durch ungesunde Ernährung und Übergewicht entsteht, beginnt hingegen eher schleichend und verursacht erst in einem sehr späten Stadium Symptome. „Nach wie vor ist die Diagnose von Typ-2-Diabetes meistens ein Zufallsbefund.

Statistisch leiden die Betroffenen bereits etwa fünf Jahre unter der Krankheit, bevor sie entdeckt wird”, berichtet Lundershausen. Zu diesem Zeitpunkt gibt es nicht selten bereits Folgeerkrankungen durch den ständig überhöhten Blutzuckerspiegel, wie Schäden an den Blutgefäßen oder den peripheren Nerven.

Je früher die Stoffwechselstörung daher erkannt wird, desto geringer ist die Gefahr solcher Folgeschäden. „Vor allem Risikogruppen wie Menschen mit einer familiären Belastung, Übergewicht oder Bluthochdruck sollten nicht auf Symptome warten, sondern ihren Blutzuckerspiegel regelmäßig checken lassen”, empfiehlt der Experte.

Am sinnvollsten sei dies im Rahmen der allgemeinen Vorsorgeuntersuchung, auch Gesundheits-TÜV genannt, die von den Krankenkassen ab einem Alter von 35 Jahren alle zwei Jahre bezahlt werde.
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