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Tennisarm durch einseitige Belastung: Dehnen und Lockern beugt vor

Von: dapd
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München. Die Hand immer wieder auf die gleiche Art zu bewegen, kann zu sehr schmerzhaften Entzündungen führen. Das Phänomen nennt sich Tennisarm, Mausarm, Golfer-Ellenbogen oder auch Sekretärinnen-Krankheit.

„Darunter versteht man Schmerzen im Bereich des äußeren Vorsprunges am Ellbogen, dem Epicondylus humeri radialis”, sagt Christian Kinast, Orthopäde und Unfallchirurg am Zentrum für Orthopädie Arabellapark in München.

Zu hohe Muskelspannung nach verkrampfter Haltung beispielsweise am Tennis- oder Golfschläger, am Hammer oder an der Computermaus könnten diese Überlastungsprobleme auslösen, die auch als Repetitive-Strain-Injury-Syndrom (RSI) - also als wiederholte Belastungsverletzung - bezeichnet werden.

„Durch zu hohen Zug der Muskulatur kommt es zu Einrissen der Knochenhaut des Sehnenüberganges und im chronischen Stadium zu Gewebeveränderungen”, erklärt Kinast. Auch durch Fehlsteuerungen im Bereich der Halswirbelsäule könne es zu erhöhter Muskelspannung und dann zur Überlastung der Muskeln und Sehnen des Knochenüberganges kommen.

Am Wichtigsten sei es, die ersten Warnsignale nicht zu überhören. Schmerzen im Ellenbogen, meist in der Bewegung - etwa beim Greifen oder Heben - sollten nicht ignoriert werden. Sobald es schmerze, sollten die schädlichen und einseitigen Bewegungen möglichst vermieden und der Arm mit Dehnungsübungen entlastet werden.

In der akuten Phase empfiehlt Kinast die Therapie mit Krankengymnastik, die Behandlung der verkrampften Muskelpunkte, Dehnungsübungen oder auch die Behandlung der Halswirbelsäule. Eine weitere Möglichkeit sei die sogenannte Stoßwellentherapie. „Die blockiert die Schmerzleitung, steigert die Kollagenfaserbildung und führt so zur schnelleren Heilung”, sagt Kinast.

Wenn nach zwei bis drei Wochen keine Besserung eintrete, könnten auch lokale Betäubungsmittel mit Kortison gespritzt werde, die die Schmerzen hemmen und die Entzündung heilen. Operiert werden müsse ein Tennisarm nur selten. „Weniger als fünf Prozent der Patienten werden nach langer nicht-operativer Behandlung operiert”, kann Kinast beruhigen. Bei einer solchen OP werde das krankhafte Gewebe herausgeschnitten und der Sehnenansatz wieder an den Knochen angenäht.

Ein Tennisarm kann eine sehr langwierige und schmerzhafte Angelegenheit sein und je nach Verlauf wochen-, monate- oder jahrelang Probleme bereiten. Darum ist es umso wichtiger, der Entzündung vorzubeugen.

Kinast rät Folgendes: Keine verkrampfte Haltung einnehmen, beim Tennisschläger die Griffstärke erhöhen, bei einseitigen Belastungen immer wieder Lockerungsübungen einbauen, dehnen, die Haltung ändern und immer mal wieder die Computermaus wechseln.
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