Heidelberg/Regensburg - Studie: Weniger Brustkrebs durch mehr Bewegung nach Wechseljahren

Studie: Weniger Brustkrebs durch mehr Bewegung nach Wechseljahren

Von: dpa
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Brustkrebs
Gleich zwei neue Studien zeigen, wie Frauen durch gesunde Lebensweise ihr Krebsrisiko verringern können. Foto: dpa

Heidelberg/Regensburg. Gleich zwei neue Studien zeigen, wie Frauen durch gesunde Lebensweise ihr Krebsrisiko verringern können. Wer sich nach den Wechseljahren mehr bewegt, vermindert sein Brustkrebsrisiko, fanden Forscher am Deutschen Krebsforschungszentrums in Heidelberg und am Universitätsklinikums Hamburg-Eppendorf heraus.

Frauen mit deutlichem Übergewicht hingegen haben ein erhöhtes Risiko für Eierstockkrebs. Dies ist das Ergebnis einer Studie des US-amerikanischen Krebsforschungszentrums, für die der Regensburger Medizinprofessor Michael Leitzmann mit Kollegen mehrere Jahre lang die Krebsfälle bei rund 94.500 Frauen beobachtet hat.

Der Heidelberger Studie zufolge ist das Brustkrebsrisiko von Frauen, die nach den Wechseljahren regelmäßig körperlich aktiv sind, um etwa ein Drittel niedriger als das ihrer eher inaktiven Geschlechtsgenossinnen. Zwar haben auf diesen Zusammenhang schon mehrere Studien hingedeutet. Unbekannt war bislang aber, wie viel Sport Frauen in welcher Lebensphase treiben müssen, um von dem Schutzeffekt zu profitieren, so das Krebsforschungszentrum am Mittwoch. Bei der MARIE-Studie wurden 3464 Brustkrebs-Patientinnen und 6657 gesunde Frauen im Alter von 50 bis 74 Jahren auf Zusammenhänge zwischen Lebensstil und Brustkrebsrisiko befragt.

Um das Krebsrisiko zu senken, muss sich aber niemand im Fitnessstudio schinden: Die Frauen der körperlich aktivsten Gruppe gingen zum Beispiel pro Tag zwei Stunden zu Fuß und fuhren eine Stunde Rad, während die inaktivsten Studienteilnehmerinnen nur etwa 30 Minuten täglich zu Fuß unterwegs waren. Die Epidemiologinnen erkannten darüber hinaus, dass vor allem die körperliche Betätigung nach den Wechseljahren dazu beiträgt, das Brustkrebsrisiko zu senken.

„Es muss ja gar nicht immer Sport sein”, betonte die leitende Wissenschaftlerin, Karen Steindorf vom Krebsforschungszentrum. In den Berechnungen wurden auch Aktivitäten wie Gartenarbeit, Radeln oder der Fußweg zum Einkaufen berücksichtigt. „Unser Rat an alle Frauen ist daher: Bleiben oder werden Sie körperlich aktiv - auch in der zweiten Lebenshälfte. Sie senken nicht nur Ihr Brustkrebsrisiko, sondern auch Knochen, Herz und Gehirn profitieren nachweislich davon.”

Nach den Ergebnissen der Studie zu Eierstockkrebs steigt das Erkrankungsrisiko um 26 Prozent an, wenn die Betroffenen fettleibig sind. Die Untersuchung werde im Fachmagazin „Cancer” der amerikanischen Krebsgesellschaft veröffentlicht, berichtete das Regensburger Universitätsklinikum.

Die Forscher fanden auch heraus, dass bei übergewichtigen Frauen, die in den Wechseljahren keine Hormone nehmen, die Wahrscheinlichkeit, an Eierstockkrebs zu erkranken, noch einmal deutlich höher liegt. Sie hatten im Vergleich zu normalgewichtigen Frauen, die keine Hormone verschrieben bekamen, ein erhöhtes Risiko von 83 Prozent. Übergewichtige Frauen würden überwiegend keine Hormone nehmen, da sie seltener Probleme wie Hitzewallungen während der Wechseljahre hätten, erläuterte Leitzmann.

Eierstockkrebs ist nach Angaben der ostbayerischen Hochschule die bösartigste gynäkologische Krebserkrankung bei Frauen, die Krankheit tritt meist nach den Wechseljahren auf. In Deutschland seien jährlich etwa 9000 Frauen betroffen.

Studienleiter Leitzmann war bis zu seinem Wechsel nach Regensburg Forschungsleiter beim Nationalen Krebsinstitut der USA in Bethesda (Maryland), seit wenigen Monaten arbeitet er an der Regensburger Universität.

(Internet: Studie Eierstockkrebs: www.interscience.wiley.com/ cancer-newsroom; Fachartikelnummer: DOI 10.1002/cncr.24086)

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