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Studie: Kein Konzept gegen Rückenschmerzen

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Schon wieder zwickt es: Ein Drittel der Deutschen leidet dauerhaft unter Rückenschmerzen. Foto: dpa

Berlin. Für Menschen mit chronischen Rückenschmerzen gibt es nach Ansicht von Experten kein umfassendes Versorgungskonzept. „Die geringe Abgestimmtheit des Systems - jeder ist zunächst einmal für sich da und keiner arbeitet integrativ - spielt eine Rolle dafür, dass ich auf Dauer keine vernünftige Versorgung bei solchen Patienten sehe”, sagte Professor Gerd Glaeske am Dienstag in Berlin bei der Vorstellung des „Versorgungsatlas Schmerz”.

Die Analyse von 5,2 Millionen Versicherten der Krankenkasse DAK ergab, dass 43,5 Prozent von ihnen im Jahr 2006 wegen Rückenschmerzen behandelt wurden.

Mit Hilfe der Studie, die der Arzneimittelhersteller Grünenthal finanzierte, sollen chronische Erkrankungen vermieden werden. Es sei wichtig, bestimmte Schmerzpatienten rechtzeitig zu identifizieren, sagte der DAK-Vorstandsvorsitzende Herbert Rebscher.

„Durch den Einsatz geeigneter Therapieoptionen ist es möglich, einen schweren, meist chronischen Verlauf, der immer mit erhöhten Kosten verbunden ist, zu vermeiden.” Mit der Identifizierung von verschiedenen Schmerztypen - wie zum Beispiel nicht spezifischen Rückenschmerzen oder Schmerzen bei Bandscheibenerkrankungen - soll die notwendige Hilfe zielgerichteter erfolgen.

Um ihre Schmerzen zu lindern, besuchen Patienten häufig vergeblich unterschiedliche Fachärzte. Mehr als 80 Prozent der Untersuchten, die an spezifischen Rückenschmerzen litten, konsultierten mehr als eine Facharztgruppe. Das deute darauf hin, „dass bei den Ärztekontakten vor Ort nicht das erreicht wurde, was gewünscht war”, sagte der Bremer Gesundheitsforscher Glaeske.

Obwohl einem Großteil der Patienten ein Schmerzmedikament verschrieben wurde, erhielten nur wenige von ihnen eine spezielle schmerztherapeutische Behandlung. Nach Ansicht Glaeskes werden an vielen Stellen nur die Symptome der Rückenschmerzen bekämpft.
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