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Studie: Babys erhalten zu oft Erwachsenen-Arzneien

Von: ddp
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baby / blaue augen
Praktisch jeder Mensch kann hierzulande von sich behaupten, zumindest vorübergehend einmal blaue Augen gehabt zu haben - in den ersten Lebenswochen. Foto: ddp

Landau/Bremen. Vor allem Neugeborene und Säuglinge werden zu oft mit Medikamenten behandelt, die nur für Erwachsene, nicht aber für Kinder zugelassen sind. Das fanden Bremer und Münchner Forscher heraus, die dazu erstmals bundesweit Verordnungsdaten auswerteten, und zwar von 289.000 Versicherten der Gmünder Ersatzkasse bis 16 Jahren, wie die Zeitung „Rheinpfalz am Sonntag” vorab berichtete.

Bei Neugeborenen war der Studie zufolge lediglich ein Fünftel der verordneten Wirkstoffe zugelassen, ein Drittel sollte in dieser Altersgruppe nicht angewendet werden. Bei fast der Hälfte der Arzneien fehlte es an notwendigen Begleitinformationen zur Verabreichung.

Nur 40 Prozent der Säuglinge durften mit den ihnen verschriebenen Mitteln auch tatsächlich behandelt werden, in 40 Prozent der Fälle erhielten die Babys nicht für sie zugelassene Arzneien. Ältere Kinder bis zu 16 Jahren bekamen in 11 bis 26 Prozent der Fälle nicht für sie gedachte Medikamente.

Obwohl die Patientendaten aus dem Jahr 2005 stammen, „haben sich in den letzten Jahren wenig Veränderungen ergeben”, betonen die Autoren der Studie, Bernd Mühlbauer, Direktor des Instituts für Pharmakologie des Klinikums Bremen-Mitte, und Katrin Janhsen vom Zentrum für Sozialpolitik der Universität Bremen. Ihre Analyse sei somit aktuell.

Die fehlende Zulassung vieler Arzneien für Kinder bedeute aber „nicht automatisch ungeeignet”, schränkte Mühlbauer ein. „Es heißt zunächst nur, dass keine entsprechenden Studien durchgeführt worden sind”, sagte er. Kinderärzte seien seit langem gewohnt, sehr vorsichtig und zurückhaltend mit diesem möglichen Risiko umzugehen.

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